Fuppes des Tages: Der Saarländische Fußballverband

DSCN0727Vermutlich wissen treue Leser dieses Blogs, dass es einen Saarländischen Fußballverband (SFV) gibt. Dieser war hier nämlich in den vergangenen Jahren mehrfach das Thema, meist dann, wenn er sich nicht gerade mit Ruhm zu bekleckern wusste.  2013 ging es zum Beispiel um die Frage der Anstoßzeit beim Saarlandpokalendspiel. 18.00 Uhr an einem Werktag, nicht gerade freundlich für berufstätige Fußballenthusiasten. Damals sagte Verbandspräsident Franz-Josef Schumann, dass die Anstoßzeit dem Fernsehen geschuldet sei. Pressesprecher Harald Klyk vermutete, dass der Präsident das so gesagt habe, betonte aber, es habe „niemand Einfluss ausgeübt“ und forderte von mir, dem Autor dieses Artikels, doch den Spielern auch Urlaub zu gönnen. Tu ich.

Pokalfinale am 25. Mai – trotz Aufstiegsspielen für die 3. Liga

2017 gönnt zumindest der SFV den Spielern weniger Ruhepausen, da erneut das Fernsehen winkt: Zum „Finaltag der Amateure“ zeigt die ARD die Endspiele aller 21 Verbandspokal in Deutschland – die Qualifikation zum DFB-Pokal. Bei der eher verkorksten Premiere im Vorjahr fehlte das Saarland noch, diesen Mai will es dabei sein – obwohl es für mindestens einen, wenn nicht gar die zwei derzeit besten Saarvereine, SV Elversberg und 1. FC Saarbrücken, möglicherweise am 28. und 31. Mai um den Aufstieg in die 3. Liga geht. Und ein Drittligist aus dem Saarland wäre auch für den Verband prestigeträchtig – der lässt aber lieber beide Vereine drei Tage vor dem wichtigsten Spiel des Jahres gegeneinander antreten. Obwohl die Elversberger gerne auf einen früheren Termin gegangen wäre. Im Verband gab es – so Präsident Schumann – unterschiedliche Meinungen zum Termin, durchgesetzt haben sich nun wohl diejenigen, die dann doch lieber ins Fernsehen wollen, als in die 3. Liga.

Mal so, mal so.

Aber zurück zu Schumann und Klyk, denn um die geht es eigentlich. Neben dem großen Aufreger-Thema Pokalfinale gibt es da noch die Auseinandersetzung über die geplante Spielrechtsübertragung der DJK Bildstock an den 1. FC Saarbrücken, um einer Neuanmeldung der U23 in der Kreisliga aus dem Weg zu gehen. Nach Informationen des Magazins FORUM entwickelte dabei der SFV-Verbandsjustiziars selbst zusammen mit den Vereinsvertretern das Modell der Spielrechtsübertragung. Auch Präsident Schumann bekräftigte im Interview mit dem SR Fernsehen, dass es nach seiner Auffassung und der des Justiziars ein legaler Weg sei, sollte es alles „sauber“ beschritten werden:

https://www.facebook.com/plugins/video.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Fsr.sportarena%2Fvideos%2F1516216185069381%2F&show_text=0&width=560

Pressesprecher Klyk gab hingegen eine Meldung heraus, die alle Beteiligten ratlos zurücklässt. Auf der Homepage des SFV steht nun:

„Der Saarländische Fußballverband hat in den vergangenen Monaten dem 1. FC Saarbrücken in mehreren Gesprächen mitgeteilt, dass nach der Spielordnung für eine geplante U 23 ein Neubeginn nur in der untersten Spielklasse möglich ist.“

Jetzt stellen sich naturgemäß mehrere Fragen: Wieso teilt der SFV einmal dem FCS mit, dass es nach der Spielordnung nur möglich ist, ganz unten anzufangen? Warum hat der Präsident des SFV (und auch der Justiziar) eine andere Meinung? Warum sagt der Präsident etwas anderes als die Pressestelle? Wurde in den Gesprächen vielleicht doch über mehr geredet, als in der Pressemitteilung steht? Und warum sagt man das nicht, obwohl der Präsident genau das andeutet? Warum, wieso, weshalb?

Jetzt klärt ein unabhängiger Rechtsanwalt mit einem Gutachten, ob die Pläne von Bildstock und FCS umsetzbar sind. Ein Glück! Aber hier noch eine unabhängige Meinung eines FCS-Fans, der nicht einmal für das Bildstock-Modell ist, da er auch einen Neuanfang in der Kreisliga ehrlicher findet: Lieber SFV, es ist gut, wenn man verbandsintern unterschiedliche Meinungen austauscht, wie beim Pokalfinale etwa. Nach außen hin, sollte es aber doch wenigstens eine Meinung geben. Es gibt ja auch nur einen SFV und nicht zwei!

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114 Jahre 1. FC Saarbrücken

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Lieber 1. FC Saarbrücken,

alles Gute zu 114 Jahren Wahnsinn, Wut, manchmal aber auch Wundern. Danke für das Zusammenbringen von Menschen, für gemeinsames Singen, Streiten und am Ende manchmal auch Siegen. Ich wünsche Dir vor allem eins: Dass wir irgendwann auch mal wieder einen Geburtstag in der Wiege des Saarbrücker Fußballs feiern dürfen: Am Ort, an dem die meisten von uns erstmals eine Bierdusche abbekamen, wo es nach Bratwurst roch, wo wir bei Regen voll mit roter Erde waren und wo auf dem Platz große Geschichten geschrieben wurden.

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FCSBlog 1.0: Auswärts in Mannheim

In dieser Reihe werden in unregelmäßigen Abständen alte, teils veröffentlichte und teils unveröffentlichte Texte von mir publiziert. Im September 2009 spielte der FCS in der Hinrunde seiner Aufstiegssaison bei Waldhof Mannheim. Der Polizeijargon nennt das ein „Rotspiel“. So habe ich damals die Auswärtsfahrt mitgemacht: 

06.12.2014 - Regionalliga - Fussball - Saison 2014/15 - Waldhof - Mannheim -

Die Fans von Waldhof (Foto: Andreas Schlichter)

Eine Barriere, zwei dutzend Polizisten im Kampfanzug und ein Menschenauflauf stehen vor dem Nordausgang des Saarbrücker Hauptbahnhofs. Unter ihnen befinde ich mich und da ich einen blau-schwarzen Schal umgebunden habe, besteht natürlich die Möglichkeit, dass ich Pyrotechnik dabeihabe, jedenfalls werde auch ich später mit der Frage konfrontiert.

Der Menschenauflauf kommt nur mühsam voran und man meint schon den Zug zu verpassen, als sich ein großer Teil der ultraorientierten Fans umdreht. Unter den Augen verdutzter Polizeikräfte beschließt man sich die Leibesvisitation vor Betreten des Bahnhofs zu ersparen und mit dem Auto zu fahren. Auf den Zug angewiesen müssen meine drei Mitfahrer und ich uns untersuchen lassen.
Am Bahnsteig herrscht Chaos, Fahrkartenkontrolleure stehen vor jedem Zugeinang, schaffen es aber nicht alle Fans auf ihren Fahrschein zu überprüfen. Mit einigen Minuten Verspätung rollt der Zug los. Der Alkohol fließt, einige Leute werden beim Rauchen auf der Toilette erwischt und mit Geldstrafen bedacht. Es hat die Stimmung einer Klassenfahrt unter ständiger Polizeibegleitung.

Nach einem Nebenhalt in Homburg kommt man nach eineinhalb Stunden Fahrt am Mannheimer Hauptbahnhof an. Die Kamera der Polizei ist auf die aussteigenden Horden gerichtet. Wo man nur hinsieht, überall ist es grün, kein Spaltbreit an Freiraum scheint mehr vorhanden bei der Vielzahl Polizeibeamter, die bereits am Bahnhof einige Leute herauszieht. Als ein junger Fan herausgezogen wird, bitten dessen Mitfahrer um Auskunft. Die Antwort entfällt abweisend und wortkarg, man solle immer nur weitergehen.
Der Fußmarsch beginnt. Immer wieder muss ich meine Mitfahrer in der Menge suchen, Menschen beobachten den großen FCS-Zug mit grüner Umrandung von ihren Balkonen aus, manche machen Fotos. Irgendwann ruft die Masse „Pinkelpause“ und mit sichtbarem Widerwillen müssen die Polizisten zulassen, dass dutzende Fans am Straßenrand ihre Blase leeren. Danach geht es weiter.

Eine Stunde dauert es, bis wir am Carl-Benz-Stadion angelangen. Viele stürzen sich auf das Kassenhäuschen, andere ziehen weiter zum Einlass, um sich dort zum zweiten Mal an diesem Tage gründlichst Kontrollieren zu lassen. Und dann ist man erst im Stadion. Dort wird man weiter abgefilmt, sei es von der Polizei oder vom Saarländischen Rundfunk, der eine Reportage über das Fanprojekt dreht.

Um zwei Uhr betreten die Spieler den Platz, das Stadion johlt, der Heimblock präsentiert eine aufwändige Choreographie, die vom Gästeblock ausgepfiffen wird. Zumindest von Teilen des Blockes, alle anderen wundern sich über Pfeifkonzert. Schließlich weiß die Choreo auch zu überzeugen.

Das Spiel beginnt unter der Leitung des Bundesliga-Schiedsrichters Peter Sippel, vor dessen Augen der FCS jetzt schon attackiert und frech aufspielt. Mannheim hält dagegen, erste Nettigkeiten unter den Spielern werden ausgetauscht.

Kurz danach scheint das Spiel in den Hintergrund zu rücken: die Leute, die zuvor die Mannheimer Choreographie ausgepfiffen haben, beschweren sich nun lautstark über eine größere Fahne im Block, die ihre Sicht behindere. Auf das Angebot, in den benachbarten Sitzblock zu gehen, wird erst in der Halbzeit vereinzelt eingegangen, manche bleiben lieber doch, um noch weiter zu meckern. Bis dahin bietet sich die größte Chance für Petry, dessen Kopfball an die Latte gelenkt wird. Torlos geht es in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel macht der FCS druckvoll weiter, Mannheim scheint keine Gegenwehr leisten zu können. Parallelen zu vielen früheren FCS-Auftritten beginnen sich zu verdichten, als Chance um Chance in den Sand gesetzt wird. Grgic schießt freistehend vor Kevin Knödler direkt auf den ehemaligen Elversberger Schlussmann, Marc Lerandy setzt den Ball mit eingesprungener Volleyabnahme weit über das Tor. Die Zeit verrinnt, der FCS verliert die Kontrolle über das Spiel. Im Gästeblock wird die Lage wieder angespannter, als einige den Torhüter von Waldhof mit Urwaldgeräuschen angreifen, der untere Teil des Blocks pöbelt widerum gegen eben jene Rufer.

In der 86. Minute wird Grgic im Strafraum gelegt. Sippel pfeift, zeigt auf den Punkt. Die Welt steht still.

Innerhalb von vier Minuten gewinnt der FCS das Spiel. Erst verwandelt Manuel Zeitz unhaltbar, dann erhält Mannheims Benincasa eine Rote Karte wegen Nachtretens und der eingewechselte Lukas Kohler markiert in der Schlussminute das 2:0. Das Derby ist entschieden, der Gästeblock hat sich wieder unter Kontrolle und feiert die Humba mit der Mannschaft.

Im Hinterbereich der Tribüne wird man noch festgehalten. Irgendwann wird man herausgelassen, diesmal steht kein Marsch durch die Mannheimer Innenstadt an, da man mit der Straßenbahn zum Bahnhof zurückgebracht wird. Auf dem Weg lassen FCS-Fans den Wagen hüpfen, was selbst einen der Zugführer zum Mitmachen animiert, es wird munter gegen Waldhof-Fans, Adler-Mannheim-Fans und FCS-Fans, die man für Mannheimer hält, gepöbelt. Ob das am Sieg oder am Alkohol liegt, lässt sich nur noch schwer feststellen.

Am Bahnhof geht dieses Spielchen weiter bis alle Fans wieder in den Sonderzug eingestiegen sind. Diesmal erfolgt die Fahrt ohne Durchsuchung, aber erneut mit Polizeibegleitung. Der Tag endet kontrolliert, im Gegensatz zum späten Sieg des FCS.

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AUFSTIEG in die 3. Liga! Saarbrücken tauscht Spielrecht mit Wiesbaden.

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Die BRITA-Arena in Wiesbaden

Update 11.4.17: Bitte auch den erweiterten Disclaimer lesen!

Eine satirische Glosse von Heinz Wescher (FCSBlog-Hessen-Korrespondent)

Der 1. FC Saarbrücken kehrt nach drei Jahren Abstinenz zurück in die 3. Liga! Der aktuell Drittplatzierte der Regionalliga Südwest steht dabei aber schon jetzt als Aufsteiger fest, unabhängig davon, ob die Mannschaft von Dirk Lottner die Aufstiegsspiele erreicht oder nicht. Möglich macht es ein Deal mit dem Abstiegsgefährdeten Drittligisten SV Wehen-Wiesbaden.

Spielrecht wird verkauft

Der Verein befindet sich auf dem 14. Platz der Liga, ist finanziell angeschlagen und sucht nach einer Lösung für das eigene Überleben. Der Plan: Der SV Wehen-Wiesbaden spaltet die erste Mannschaft ab, den Platz übernimmt ab der kommenden Saison der 1. FC Saarbrücken. Was das konkret bedeutet, formuliert ein Vertreter der Hessen so: „Wir tauschen nur das Spielrecht mit dem FCS.“

Das heißt: Ab der kommenden Saison übernimmt Wiesbaden den Platz der Saarbrücker in der Regionalliga Südwest. Möglich macht es ein Passus in den Verbandsstatuten, der von allen anderen Vereinen bislang übersehen wurde. Hartmut Ostermann, Präsident des 1. FC Saarbrücken sagt: „Es spricht für die Arbeit der letzten Jahre, dass wir nun wieder in die 3. Liga zurück gekehrt sind.“ Angesprochen darauf, ob es dem Sport schade, wenn Vereine untereinander Spielrechte handeln, meint Ostermann: „Es hat mit Markranstädt und Leipzig geklappt, mit Bildstock und unserer Zweiten, also warum sollten wir dann jetzt nicht auch aufsteigen dürfen?“

Umzug nach Wiesbaden

Mit dem Tausch des Spielrechts wird auch der 1. FC Saarbrücken bis zur Fertigstellung der Bauarbeiten im Saarbrücker Ludwigspark in die hessische Landeshauptstadt ziehen. In der Saison 2017/2018 teilen sich der SV Wehen-Wiesbaden und der FCS die Nutzung der BRITA-Arena. „Es ist eine tolle Sache für die Menschen der Stadt Wiesbaden, die sich attraktiven Fußball wünschen, eine tolle Sache für uns, da wir in einem modernen Stadion spielen und natürlich auch ein Gewinn für die Liga“, so Ostermann.

Möglichen Fanärger über den zweiten Umzug innerhalb weniger Jahre, kann der Präsident des FCS aber verstehen: „Natürlich ist das nicht leicht, aber unsere Anhänger sind hart im Nehmen“, so Ostermann, „aber als Belohnung für die Treue werden wir bereits am 22. April eine große Aufstiegsfeier in der Saarbrücker Congresshalle feiern, zu der ich alle Fanclubs herzlich einlade.“

(Disclaimer für Menschen mit geringem Sinn für Humor und Betreiber von Facebook-Seiten: Dieser Beitrag ist eine satirische Glosse.)

Update 11.4.2017: Der erweiterte Disclaimer

Wer ein wenig in den vergangenen Tagen Zeitung gelesen hat, weiß, dass der 1. FC Saarbrücken plant, dem Saarlandligisten DJK Bildstock das Spielrecht abzukaufen, damit die U23 des FCS zwei Jahre nach ihrer Abmeldung nicht erneut von ganz unten starten muss. Das ist ein Thema, das man mit spitzen Kommentaren und Meinungsbeiträgen behandeln kann. Ich habe mich allerdings dazu entschieden, es über den Weg der Satire zu tun.

Anders gefragt: Wenn die obige Meldung schnell (und aus guten Gründen) für einen Fake gehalten wird, da sie grotesk wirkt, wieso sollte ein Spielrechtehandel in einer anderen Konstellation dann von den gleichen Leuten nicht als grotesk empfunden werden?

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Peter Bauer (SPD) antwortet auf unsere Fragen

SPD_logo.svgSeit Anfang März bemüht sich das FCSBlog um Antworten. Antworten auf die große Frage, wie es mit dem Ludwigsparkstadion weitergehen soll. Deshalb haben meine ehemaligen Mitstreiter vom Fanmagazin Leuchtturm, Frederic und Florian, und ich einen Brief an den Saarbrücker Stadtrat verfasst und die Leser des Blogs dazu aufgefordert, ihn zu teilen und Antworten von den Ratsherren einzufordern. Nach den Grünen und der CDU haben wir nun die Antworten von Peter Bauer, dem Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Saarbrücker Stadtrat. Dieser hatte bereits Ende Februar eine Position zum Stadion veröffentlicht. Zurzeit bilden SPD, Linke und Grüne die Regierungskoalition im Stadtrat.

Die Antwort:

Wie sieht das konkrete weitere Vorgehen der Stadt Saarbrücken beim geplanten Umbau des Ludwigsparkstadions aus?

Zurzeit laufen die Vorbereitungen für eine gewerkweise Ausschreibung.

Welchen zeitlichen Rahmen setzt sich die Stadt Saarbrücken für das Projekt?

Wir möchten das Projekt so schnell wie möglich abschließen. Zu konkreten Zeitpunkten und Kosten, was den Ludwigspark betrifft, werde ich mich nicht mehr äußern.

Wann entscheidet der Stadtrat über das weitere Vorgehen?

In seiner nächsten Sitzung.

Wann werden die Umbaumaßnahmen neu ausgeschrieben?

Ich hoffe, direkt nach der nächsten Sitzung des Stadtrates.

Werden die aktuellen Umbaupläne neu ausgeschrieben oder findet eine komplette Neuplanung des Projekts statt?

Es findet keine komplette Neuplanung des Projekts statt. Die Ausschreibung erfolgt auf Grundlage der bisherigen Planungen.

Bei Neuplanung des Projekts: Sind die bisherigen Planungskosten in dem dann zur Verfügung stehenden Budget enthalten?

Siehe oben. Die bislang erarbeiteten Planungen sollen vollumfänglich genutzt werden.

Weshalb wurden in der Vergangenheit von Stadt und Land 28 Millionen Euro zur Verfügung gestellt und diese Summe später auf 16 Millionen Euro gekürzt?

Es wurden in den letzten Jahren immer wieder unterschiedliche Zahlen genannt. Für den Umbau des Ludwigsparks standen nie 28 Mio. Euro zur Verfügung, sondern zunächst 16 Mio. Euro, später 20 Mio. Euro. (Anmerkung FCSBlog: Leser des Blogs dürfen diesen Artikel der SZ vom November 2012 lesen und selbst urteilen.)

Wie ist das Vorgehen der Stadt Saarbrücken, sollte es bei einem neuem Aussschreibungsverfahren zu vergleichbaren finanziellen Angeboten oder gar keinen Angeboten kommen?

Dies ist bei der gewählten Vorgehensweise eher unwahrscheinlich.

Welche Stadionelemente würden bei einer etwaigen Kosteneinsparung wegfallen?

Diese Frage kann zurzeit nicht seriös beantwortet werden.

Wie ist die Position Ihrer Fraktion zum Stadionumbau?

Wir wollen ein zeitgemäßes, ligataugliches Stadion mit vier überdachten Tribünen im Endausbau. Nähere Informationen finden Sie in meinem beigefügten Beitrag aus dem Wochenspiegel vom 7.3.2017. (LINK)

Weshalb wirbt Oberbürgermeisterin Britz nicht für mehr Akzeptanz für das Projekt innerhalb der Bevölkerung?

Selbstverständlich tut sie das.

Wieso ist die Kommunikation zwischen Stadt und Land suboptimal?

Das mag in der Vergangenheit dem Wahlkampf geschuldet gewesen sein. Ich hoffe, dass das jetzt wieder besser wird.

Welche Arbeiten wurden bislang konkret durchgeführt und welche Kosten sind dadurch entstanden?

Abrissarbeiten, Kanalarbeiten, Geländemodellierung, Planungen. Die Kosten wurden in der öffentlichen Sitzung des Stadtrates mitgeteilt und in der Presse berichtet.

In welcher Form fand ein Austausch mit den beiden Bietern statt? Weshalb wurde von den verantwortlichen Planern der Stadt hierbei der gestiegene Kostenmantel nicht rechtzeitig erkannt und kommuniziert?

Die konkreten Angebote der Bieter lagen im Dezember 2016 vor. Bis Anfang März 2017 wurde mit beiden Bietern intensiv verhandelt, allerdings ohne zufriedenstellendes Ergebnis. Das Ergebnis wurde unmittelbar noch Abschluss der Verhandlungen öffentlich mitgeteilt.

Haben sich die Stadionplaner der Stadt Saarbrücken bei den Verantwortlichen anderer vergleichbarer Stadionprojekte informiert? Etwa in Aue oder Offenbach?

Selbstverständlich haben sie das getan und das tun sie auch weiterhin.

Warum wurden Teile des Stadions abgerissen, obwohl zu diesem Zeitpunkt keine Angebote für den Neubau von Haupt- und Osttribüne vorlagen und somit der finanzielle Rahmen noch nicht absehbar war?

Es gab einen klaren Zeitplan nach dem die Vorarbeiten alle abgeschlossen werden sollten, so dass nach einem erfolgreichen Vergabeverfahren die Arbeiten nahtlos hätten weiterlaufen können. Wenn wir das Vergabeverfahren zuerst durchgeführt hätten, hätte das zu größeren Verzögerungen geführt.

Weshalb wurde die Westtribüne nicht ausgeschrieben?

Der Bau der Westtribüne war nicht zeitkritisch und der Ausbaustandard wurde abhängig gemacht von den zur Verfügung stehenden Mitteln.

Gibt es aktuell Überlegungen, einen privaten Investor einzubinden? Wie ist die rechtliche Lage?

Es gibt keine konkreten Überlegungen einen privaten Investor einzubinden. Aufgrund der öffentlichen Förderung ist die rechtliche Lage auch außerordentlich kompliziert.

Zuletzt die Frage: Wird der 1. FC Saarbrücken nun möglicherweise doch in einer aktiven Baustelle Spiele austragen können?

Für den Spielbetrieb ist die Fertigstellung des Funktionsgebäudes mit der Haupttribüne unerlässlich. Die Ergänzung der Seitentribünen zu einem späteren Zeitpunkt wäre grundsätzlich bis zur dritten Liga auch im Spielbetrieb möglich. Wir streben jedoch an, möglichst zügig zu einem Endausbau mit vier überdachten Tribünen zu kommen.

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Die Antwort der CDU

923px-Cdu-logo.svgVor einigen Wochen habe ich im Blog aktiv dazu aufgerufen, als FCS-Fan und Bürger aktiv zu werden und von den Stadtratsmitgliedern, die in einer Sitzung am 9. März beschlossen haben, den Umbau des Ludwigsparkstadions neu ausschreiben zu lassen, Antworten einzufordern. Mit einem Musterbrief, der von Kollegen des ehemaligen Fanmagazins Leuchtturm und mir formuliert wurde, haben wir verschiedene Themen auf den Tisch gebracht. Leider haben bislang erst wenige Fraktionen auf unseren Brief geantwortet. Hier die Antwort von Peter Strobel für die CDU-Fraktion im Stadtrat:

Sehr geehrter Herr Pilger,

die CDU-Fraktion unterstützt den Umbau des Ludwigspark-Stadions in eine moderne Spielstätte. Für uns ist klar, dass in unserer Landeshauptstadt ein modernes Fußballstadion genauso seine Berechtigung besitzt wie das Staatstheater, unsere Museen oder andere öffentliche Einrichtungen für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt und unseres Landes. Deshalb hat die Landesregierung auch die Fördersumme von 14,5 Millionen Euro zugesagt und bei den Saarländerinnen und Saarländern auch offensiv um Akzeptanz für den Stadionbau geworben. Die Oberbürgermeisterin versucht den Spagat, es den Stadiongegnern genauso recht zu machen wie den Befürwortern; das funktioniert nicht. Die CDU in der Stadt und im Land ist klar festgelegt und will das Stadion! Es ist für uns aber auch klar, dass der Kostenrahmen in Höhe von 20 Millionen Euro nicht deutlich überschritten werden kann und darf. Das Land darf aus beihilferechtlichen Gründen keinen höheren Zuschuss geben, Saarbrücken als überschuldete Kommune darf keine höheren Schulden machen. Deshalb haben wir auch der Aufhebung der Ausschreibung zugestimmt, da es rein rechtlich keine andere Möglichkeit gegeben hat.

Da bei einer Neuausschreibung des Projektes auf Grundlage der jetzigen Planungen keine wesentlich niedrigeren Preise zu erwarten sind, plädiert die CDU-Fraktion für eine veränderte Planung des Stadionumbaus. Deshalb sollten wir uns jetzt auf ein drittligataugliches Stadion mit 10.000 Plätzen konzentrieren; nach den uns vorliegenden Zahlen anderer Stadionbauten ist dies für 20 Millionen Euro zu realisieren. Dafür können die vorliegenden Planungen als Grundlage sicherlich verwendet werden. Nach einem Aufstieg in die 2. Bundesliga, der hoffentlich bald erfolgt, kann das Stadion dann durch den Ausbau der „Ecken“ auf 15.000 Plätze erweitert werden, dies wurde auch schon bei anderen Stadien so praktiziert.

Die bis jetzt verausgabten rund fünf Millionen Euro (u.a. für Planungen, Abriss- und Kanalbaumaßnahmen etc.) sind dabei Teil des Budgets, aber keineswegs verloren. Ursprünglich war geplant, dass die Stadtverwaltung verschiedene Möglichkeiten zum weiteren Vorgehen erarbeitet und das weitere Vorgehen in der Stadtratssitzung in dieser Woche beraten wird. Allerdings gab es lediglich einen kurzen Bericht der Verwaltung und uns liegen noch keine weiteren Informationen vor, so dass wir momentan leider nichts über den Zeitrahmen und das weitere Vorgehen (auch darüber, ob ein Spielbetrieb während des Umbaus möglich sein wird) sagen können. Wir plädieren dafür, in Ruhe eine vernünftige Entscheidung zu treffen, bevor es wieder zu Schnellschüssen kommt.

Ebenso können wir keine Auskünfte über das Bieterverfahren, die Zusammenarbeit mit den Stadionplanern sowie die Kommunikation zwischen Stadt und Land geben, da die CDU-Fraktion nicht im Aufsichtsrat der Stadiongesellschaft vertreten ist. Wir wurden, ebenso wie die Öffentlichkeit, am 16.02.2017 von der Stadtverwaltung über die Kostensteigerungen informiert. Zu diesem Zeitpunkt war der Stadtverwaltung schon zwei Monate klar, dass das Projekt teurer wird.

Die Westtribüne wurde aus Kostengründen nicht mit ausgeschrieben. Da es sich im Vergleich zur Haupttribüne um ein vergleichsweise „einfaches“ Bauwerk handelt, wollte die Stadt es nicht durch einen Generalübernehmer (GÜ) planen und bauen lassen, sondern selbst planen, um den GÜ-Zuschlag zu sparen.

Die CDU-Fraktion ist offen für die Einbindung von privaten Investoren und erschrocken darüber, dass die Stadtverwaltung in dieser Hinsicht noch nicht tätig geworden ist. Zeit genug wäre ja gewesen. Nach den uns vorliegenden Informationen ist ein teilweiser Verkauf oder eine Nutzungsüberlassung z.B. einer Tribüne an einen Investor nicht möglich, da dies schädlich für die Zuschüsse des Landes wäre. Ein „Verkauf“ der Namensrechte für das Stadion für eine gewisse Zeit wäre aber wohl möglich.

Zum Schluss darf ich mich ganz persönlich bei Ihnen für Ihr Interesse und Ihren Einsatz für den neuen Ludwigspark bedanken! Saarbrücken und der FCS brauchen das neue Stadion und wir werden alles daran setzen, dass der Park baldmöglich wieder Heimstätte unseres FCS sein wird.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Strobel MdL
Fraktionsvorsitzender

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Die Grünen haben geantwortet

Bündnis_90_-_Die_Grünen_Logo.svgDie Grünen im Saarbrücker Stadtrat haben auf die Fragen in unserem Brief an die Ratsmitglieder der Stadt als erste Fraktion ausführlich (auf nicht-ausführliche Antworten gehe ich im Blog vorerst nicht ein) geantwortet. Anbei die Antwort der Fraktion in voller Länge:

Wie sieht das konkrete weitere Vorgehen der Stadt Saarbrücken beim geplanten Umbau des Ludwigsparkstadions aus?

Welchen zeitlichen Rahmen setzt sich die Stadt Saarbrücken für das Projekt?

Wann entscheidet der Stadtrat über das weitere Vorgehen?

Das zur Verfügung stehen Budget für den Stadionbau beträgt 20 Mio €. Das Ergebnis der Ausschreibung bedeutet, dass schon jetzt bei dem zweiten Schritt mehr Geld verausgabt werden müsste, als insgesamt zur Verfügung steht. Die 20 Mio wären ausgegeben und das Stadion trotzdem noch nicht bespielbar.

Der Ratsbeschluss besagt, dass die Ausschreibung der beiden Tribünen nicht vergeben wird. Gleichzeitig waren sich alle demokratischen Parteien einig, dass die Aufträge jetzt dann einzeln vergeben werden sollen. In der Vorbereitung der Einzelvergaben muss die vorhandene Planung noch mehr ins Detail gehen. Dies hätte ursprünglich vom beauftragten Generalübernehmer gemacht werden müssen. Der Auftrag für diese Detailplanung muss jetzt schnellstmöglich vergeben werden. Wir gehen davon aus, dass die Verwaltung dem Rat bis zum 21.3. das weitere Vorgehen in diesem Sinne vorschlagen wird.

Wann werden die Umbaumaßnahmen neu ausgeschrieben?

Die ersten Teilstücke sollen so schnell wie möglich ausgeschrieben werden.

Werden die aktuellen Umbaupläne neu ausgeschrieben oder findet eine komplette Neuplanung des Projekts statt?

Wie oben beschrieben wollen wir keine Neuplanung. Wir Grüne setzen uns dafür ein, dass die weiteren Schritte auf den bisherigen Planungen basieren.

Bei Neuplanung des Projekts: Sind die bisherigen Planungskosten in dem dann zur Verfügung stehenden Budget enthalten?

Antwort ergibt sich aus der vorherigen Antwort – wir wollen keine Neuplanung.

Weshalb wurden in der Vergangenheit von Stadt und Land 28 Millionen Euro zur Verfügung gestellt und diese Summe später auf 16 Millionen Euro gekürzt?

In einer ersten Variante anno 2013 ging man in einer Machbarkeitsstudie von einem Stadion für 28 Mio aus. Dieser Planung wurde sowohl von Stadt als auch vom Land aber verworfen. Es wurden hierfür keine finanzielle Mittel zugesagt oder zur Verfügung gestellt. Insofern stimmt Ihre Frage nicht, denn die Summe wurde noch nie zur Verfügung gestellt und somit kann auch nicht von einer Kürzung die Rede sein. (Anmerkung FCSBlog: Leser des Blogs dürfen diesen Artikel der SZ vom November 2012 lesen und selbst urteilen.)

Wie ist das Vorgehen der Stadt Saarbrücken, sollte es bei einem neuen Ausschreibungsverfahren zu vergleichbaren finanziellen angeboten oder gar keinen Angeboten kommen?

Unsere Erfahrungen zeigen, dass regionale Unternehmer durch die einzelnen Ausschreibungen eher zum Zuge kommen können und deshalb ist davon auszugehen, dass erstens Angebote zustande kommen und dass sie zweitens auch preiswerter sind, weil einfach mehr Wettbewerbsdruck herrscht. Wenn dem nicht so ist, dann wird aus unserer Sicht nur der Teil des Stadions gebaut, der finanziert ist. Wir können den städtischen Anteil an der Finanzierung nicht erhöhen. Sollten Fremdmittel eingeworben werden können, können die aus unserer Sicht auch eingesetzt werden. Wir müssen aber auch sicherstellen, dass das Stadion so schnell wie möglich wieder bespielt werden kann.

Welche Stadionelemente würden bei einer etwaigen Kosteneinsparung wegfallen?

Im Stadion kann erst wieder gespielt werden, wenn die Haupttribüne samt Funktionsgebäude gebaut ist und die Außenanlagen für die Sicherheit sowie die sanitären Einrichtungen stehen. Sobald Klarheit herrscht, wieviel der Mittel für diese Bauten verbraucht sind und wieviel Gelder noch übrig sind, wird nach unserem Dafürhalten darüber diskutiert werden, welche Maßnahmen sinnvollerweise als nächstes angegangen werden.

Wie ist die Position Ihrer Fraktion zum Stadionumbau?

Wir möchten ein vollständiges Stadion bauen ohne den Anteil der LHS von 5,3 Mio zu erhöhen. Unter dieser Prämisse sind die weiteren Schritte vorzunehmen. Ein besonderes Augenmerk muss auch darauf gelegt werden, dass die Situation für die Anwohner wieder angenehmer wird. Dafür soll u.a. auch das Verkehrskonzept sorgen, dass ja bereits erarbeitet ist.

Weshalb wirbt Oberbürgermeisterin Britz nicht für mehr Akzeptanz für das Projekt innerhalb der Bevölkerung?

Das weiß nur die Oberbürgermeisterin selbst.

Wieso ist die Kommunikation zwischen Stadt und Land suboptimal?

In der Betreibergesellschaft, die u.a. extra für die Kommunikation zwischen Stadt und Land eingerichtet wurde und die beide Seiten einbinden sollte, sind lediglich Vertreter der SPD und der CDU vertreten. Wir Grüne können nicht beurteilen, warum und inwiefern die Kommunikation suboptimal ist. Der Anschein wird zumindest erweckt. Unserer Ansicht nach, versuchen sich die Landesvertreter in der Betreibergesellschaft aus der Verantwortung zu stehlen. Auch wenn die Stadt Bauherr ist, so war das Land über diese Gesellschaft immer eingebunden. Insofern wurden Entscheidungen auch maßgeblich von Landesseite mit getragen.

Welche Arbeiten wurden bislang konkret durchgeführt und welche Kosten sind dadurch entstanden?

Für die Stadionsanierung hat die Stadt bisher fünf Millionen Euro ausgegeben: 3,5 Millionen für den Abriss und den Kanalbau inklusive der Nebenkosten und 1,5 Millionen Planungsleistung für die Baugenehmigung.

 

In welcher Form fand ein Austausch mit den beiden Bietern statt? Weshalb wurde von den verantwortlichen Planern der Stadt hierbei der gestiegene Kostenmantel nicht rechtzeitig erkannt und kommuniziert?

Die Verwaltung hat im Verfahren mit beiden Bietern unabhängig voneinander verhandelt um die Kosten zu drücken. Dies ist leider bei weitem nicht in dem erforderlichen Maß geglückt. Wir sind lediglich über die Ergebnisse unterrichtet worden. Allerdings darf über ein laufendes Verfahren auch nicht unterrichtet werden. Insofern war eine Reaktion erst nach Beendigung des Verfahrens möglich, die es ja dann auch gegeben hat.

Haben sich die Stadionplaner der Stadt Saarbrücken bei den Verantwortlichen anderer vergleichbarer Stadionprojekte informiert? Etwa in Aue oder Offenbach?

Die Verwaltung hat selbst keine Stadionplaner. Es wurde ein Büro mit viel Erfahrung beauftragt. Offenbach ist genauso vorgegangen wie die Stadt Saarbrücken im Fall Ludwigspark. Es sollte ein Generalübernehmer zu einem Festpreis beauftragt werden. Im Falle des Ludwigsparks ist dieser Festpreis aber, im Gegensatz zu Offenbach, jenseits der Finanzierbarkeit ausgefallen.

Warum wurden Teile des Stadions abgerissen, obwohl zu diesem Zeitpunkt keine Angebote für den Neubau von Haupt- und Osttribüne vorlagen und somit der finanzielle Rahmen noch nicht absehbar war?

Das gesamte Unterfangen Stadionumbau steht unter einem enormen Zeitdruck. Das Stadion soll so schnell wie möglich wieder bespielbar sein. Sie können sich entsinnen, dass ursprünglich von einer Fertigstellung im Sommer 2017 die Rede war. Mit den Abrissarbeiten zu warten, bis die Ausschreibung für das gesamte Stadion oder für den Neubau der Haupttribüne mit Osttribüne erfolgt ist und das Verfahren abgeschlossen wurde, hätte von vorneherein eine größere Zeitverzögerung bedeutet. Soweit wir das beurteilen können, wurden die Schritte immer auch in Absprache mit dem Verein vorgenommen. Außerdem gab es einen gewissen öffentlichen Druck mit dem Bau endlich zu beginnen. Im Nachhinein betrachtet, hätte ein wenig mehr Ruhe und weniger Zeitdruck der Sache sicherlich geholfen.

Weshalb wurde die Westtribüne nicht ausgeschrieben?

Die Westtribüne war oder ist im Ablauf der modularen Bauweise erst einer der nächsten Schritte. Die können erst ausgeschrieben werden, wenn Klarheit über die Restmittel herrscht.

Gibt es aktuell Überlegungen, einen privaten Investor einzubinden? Wie ist die rechtliche Lage?

Bisher haben sich nach unseren Informationen keine Investoren gemeldet. Es ist zu klären, ob das Land zu seinen Förderzusagen steht, wenn zusätzlich private Investoren mit in die Baufinanzierung einsteigen. Wir haben von der Landesregierung bereits gefordert, dass man pragmatisch mit der Situation umgeht und den Zuwendungsbescheid so flexibel wie möglich gestaltet.

Zuletzt die Frage: Wird der 1. FC Saarbrücken nun möglicherweise doch in einer aktiven Baustelle Spiele austragen können?

Wir gehen davon aus, dass der FC in ein spielfähiges Stadion einzieht. Wie auch seitens des FCs bereits betont, wäre ein Stadion mit Haupttribüne samt Funktionsgebäude und bestehender Gegentribüne bereits bespielbar. In einem solchen Stadion müsste dann eruiert werden, wie viel höher die Kosten für den weiteren Ausbau während eines Spielbetriebes sind im Vergleich zu einem unbespielten Stadion. Wir sehen zumindest die Möglichkeit, dass dies geschehen kann.

Freundliche Grüße,
Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

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Das Blau-Schwarze Sofa kehrt zurück!

Das Blau-Schwarze Sofa kehrt zurück!

Mit neuem Konzept und interaktiven Möglichkeiten findet das Blau-Schwarze Sofa ab sofort regelmäßig an einem Donnerstag in ungeraden Monaten statt. Dabei könnt ihr live im Fanprojekt (Villa Blau-Schwarz) mitschwätzen oder euch mit euren Kommentaren rund um den FCS und den Fußball im interaktiven Webstream unter www.geschwaetz.saarland einklinken.

Erster Termin für das Blau-Schwarze Sofa ist Donnerstag, der 16.03. um 19:03 Uhr. Schwätzt mit!

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Ludwigspark: Schreibt Euren Ratsmitgliedern!

Gestern hat der Stadtrat in Saarbrücken beschlossen, den Umbau des Ludwigsparkstadions neu auszuschreiben, um die sich anbahnende Explosion der Kosten zu verhindern. Der damit einhergehende Baustopp wird von Fans heftig kritisiert. Sie befürchten, dass sich damit der Umbau auf Jahre verzögert, der Verein auf Dauer wirtschaftlich abgehängt und von seiner Heimat entwurzelt wird.

Doch auch wir Fans sind Bürger, die ihre Interessen nicht hinter ebenfalls legitimen anderen Meinungen („Wir brauchen kein teures Stadion!“) verstecken müssen. Es ist unser Recht, gehört zu werden und mit dem Votum des Stadtrats, hat dieser die Verantwortung übernommen, uns anzuhören.

Lasst Eure Stimme gehört werden und schreibt den Ratsmitgliedern und -fraktionen! Seid hartnäckig, freundlich, aber bestimmt! Nur gemeinsam können wir gehört werden. Hier der Musterbrief:

Sehr geehrtes Ratsmitglied der Stadt Saarbrücken,

am Donnerstag, dem 9. März, hat der Stadtrat sich dazu entschieden, das Vergabeverfahren zum Umbau des Ludwigsparkstadions zu stoppen. Persönlich habe ich als Fan des 1. FC Saarbrücken und auch einer der zukünftigen Nutzer große Zweifel daran, dass diese Entscheidung dazu führt, dass mein Verein in absehbarer Zeit wieder im Ludwigspark, der Wiege des Saarbrücker Fußballs, spielen wird. Als Bürger möchte ich dennoch Ihr Votum im Stadtrat als positives Zeichen interpretieren: Sie möchten, dass das Umbauprojekt doch noch erfolgreich abgeschlossen wird, trotz aller bisherigen Ergebnisse, die weder Sie als Bürgervertreter im Stadtrat, noch die Stadt als Bauherrin und den 1. FC Saarbrücken als Mieter und schon gar nicht die Bürger dieses Landes zufrieden stellen können.

Mit Ihrem Votum haben Sie außerdem eine Entscheidung getroffen, mit der eine Verantwortung einhergeht. Diese Verantwortung zeichnet sich meiner Meinung nach dadurch aus, dass Sie sich über die Folgen Ihrer Entscheidung im Klaren sind. Da ich davon ausgehen muss, können Sie mir auch sicher die folgenden Fragen über das weitere Vorgehen des Rates und der Stadt beantworten:

  • Wie sieht das konkrete weitere Vorgehen der Stadt Saarbrücken beim geplanten Umbau des Ludwigsparkstadions aus?
  • Welchen zeitlichen Rahmen setzt sich die Stadt Saarbrücken für das Projekt?
  • Wann entscheidet der Stadtrat über das weitere Vorgehen?
  • Wann werden die Umbaumaßnahmen neu ausgeschrieben?
  • Werden die aktuellen Umbaupläne neu ausgeschrieben oder findet eine komplette Neuplanung des Projekts statt?
  • Bei Neuplanung des Projekts: Sind die bisherigen Planungskosten in dem dann zur Verfügung stehenden Budget enthalten?
  • Weshalb wurden in der Vergangenheit von Stadt und Land 28 Millionen Euro zur verfügung gestellt und diese Summe später auf 16 Millionen Euro gekürzt?
  • Wie ist das Vorgehen der Stadt Saarbrücken, sollte es bei einem neuem Aussschreibungsverfahren zu vergleichbaren finanziellen angeboten oder gar keinen Angeboten kommen?
  • Welche Stadionelemente würden bei einer etwaigen Kosteneinsparung wegfallen?
  • Wie ist die Position Ihrer Fraktion zum Stadionumbau?
  • Weshalb wirbt Oberbürgermeisterin Britz nicht für mehr Akzeptanz für das Projekt innerhalb der Bevölkerung?
  • Wieso ist die Kommunikation zwischen Stadt und Land suboptimal?
  • Welche Arbeiten wurden bislang konkret durchgeführt und welche Kosten sind dadurch entstanden?
  • In welcher Form fand ein Austausch mit den beiden Bietern statt? Weshalb wurde von den verantwortlichen Planern der Stadt hierbei der gestiegene Kostenmantel nicht rechtzeitig erkannt und kommuniziert?
  • Haben sich die Stadionplaner der Stadt Saarbrücken bei den Verantwortlichen anderer vergleichbarer Stadionprojekte informiert? Etwa in Aue oder Offenbach?
  • Warum wurden Teile des Stadions abgerissen, obwohl zu diesem Zeitpunkt keine Angebote für den Neubau von Haupt- und Osttribüne vorlagen und somit der finanzielle Rahmen noch nicht absehbar war?
  • Weshalb wurde die Westtribüne nicht ausgeschrieben?
  • Gibt es aktuell Überlegungen, einen privaten Investor einzubinden? Wie ist die rechtliche Lage?
  • Zuletzt die Frage: Wird der 1. FC Saarbrücken nun möglicherweise doch in einer aktiven Baustelle Spiele austragen können?

Natürlich sind dies sehr viele spezielle Fragen zu einer konkreten Einzelentscheidung. Aber als Ratsmitglied wissen Sie natürlich, dass ein Ja oder ein Nein in einer Abstimmung meist einen sehr komplexen Hintergrund hat. Da sie im Rat eine Haltung gezeigt haben, bin ich davon überzeugt, dass Sie Stellung zu den obigen Fragen nehmen können.

Mit freundlichen Grüßen,


E-Mail- und Postadressen findet Ihr auf den Seiten der Stadtratsfraktionen:

SPD-Fraktion Saarbrücken

CDU-Fraktion Saarbrücken

Bündnis 90/Die Grünen-Fraktion Saarbrücken

Die Linke – Fraktion Saarbrücken

FDP-Fraktion Saarbrücken

Und auf der Seiten der Landesverbände der übrigen vertretenen Parteien im Stadtrat.

 

 

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FCSBlog kompakt 17: Stadion

Fünf Gründe, warum allen FCS-Fans das Thema Stadion zum Halse raus hängt und warum keiner mehr an den guten Willen aller Beteiligten glaubt.

Foto-Quellen:

Charlotte Britz, Foto: Landeshauptstadt Saarbrücken/Iris Maurer. CC BY-SA 3.0

Klaus Bouillon, Foto: Foto: Florian Decker, Messdiener Winterbach. CC BY-SA 3.0

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