Kwasi angekommen

Vor dem 1. großen Spiel: Die fast fertige Baustelle Ludwigspark (Danke an Dirk Bottlaender für das Foto!)

Fünf Jahre im eigenen Stadion unbesiegt! Das wäre eine starke Meldung, wenn nicht fünf Jahre Baustelle ein großer Teil der Wahrheit wäre. Das 2:0 des 1. FC Saarbrücken gegen den F.C. Hansa Rostock könnte man so in die Schublade abtun: Gut gespielt und vielleicht auch wegen der historischen Bedeutung des Spiels besser als sonst abgeliefert.

Dann würde aber die Analyse zu kurz greifen. Gerade das Herausnehmen des in Lübeck zu langsamen Schorch und des manchmal zu verspielten Kianz Froese hat sich bezahlt gemacht. War der kroatische Junior in Lübeck zu luftig für seine Gegenspieler auf den Außen, machte er sich in der Zentrale vor allem deshalb gut, weil Kwasnioks FC Situationen oft spielerisch löst. Über Teile des Spiels war nicht zu erkennen, wer hier Aufsteiger aus der Regionalliga und wer Aufstiegskandidat für die 2. Bundesliga war.

Vor allem vorne gefiel der neue FCS. Hansa konnte kaum einen Spielaufbau in Angriff nehmen, da standen meist schon mehrere Beine zwischendrin, sorgten für ordentlich Druck. Die Rostocker wirkten wie eine alte behäbige Kogge, während der FCS auf Jetski herumwirbelte (und das ist jetzt nur für die Freunde der bildlichen Vergleiche das einzige Bonbon).

Bonbons verteilte auch Timm Golley, der nach dem ersten Jahr droht, nach Rohracker und Obernosterer der nächste brotlose Mittelfeldzauberer zu werden. Gegen Rostock zeigte er vielleicht zum ersten Mal seine Stärken, an manchen Stellen aber auch leider einen Tick noch zu sehr die Verspieltheit, die Ballverluste produzieren könnte.

Dass der FCS letztlich Rostock versenkte (Ha, doch noch ein Bild!) lag mitnichten nur an der Qualität der einzelnen Spieler, gerade auf den Außenbahnen. Sondern auch daran, dass man anscheinend den langen Pandemie-Sommer genutzt hat, um eine Fitness aufzubauen, die auch gestandene Gegner irgendwann in die Knie zwingt. Dass gerade die 3. Liga den Betrieb wieder aufnahm, könnte sich so für den Aufsteiger FCS als Startvorteil erweisen. Kwasniok nutzt das hoffentlich aus, denn dann hat wird er auch von den Kritiker*innen nicht mehr viel hören.

Auch wenn ich weiter auf Besuche auf Sportplätzen der Republik verzichte: Glückwunsch an alle, die dabei waren! (Foto: Dirk Bottlaender)

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Drei Gründe, warum ich im Moment kein Stadion besuchen werde.

So lange es diese Bilder nicht gibt, gehe ich nicht ins Stadion.

Gestern schien es nur noch ein Thema zu geben: Karten, Karten, Karten. Von den wenigen Glücklichen, die ins Stadion dürfen, hin zu Enttäuschten oder gar Erzürnen, die sich über die mutmaßlichen Schwächen der Vergabe aufregten. Was leider zu kurz kam: die Frage, ob wir im Moment überhaupt ins Stadion gehen sollten. Ich beantworte diese Frage für mich mit: Nein.

  1. Grund: Das Stadion ohne Solidarität

900 Karten bei einem Verein mit 3100 Zuschauern im Schnitt (Saison 2019/20) können nicht ausreichen. Wo ein verknapptes Gut auf einem Markt angeboten wird, entsteht Kampf. Die Mitgliederinnen fragen sich, warum die Fanclubs ein eigenes Kontingent haben, andere fragen, warum der Verein nicht Listen abgleicht und die treuesten Fans bestimmt und alle haben Angst, dass Karten der Werbepartnerinnen auf eBay landen (selbst wenn das bei den aktuellen Pandemiebestimmungen für das jeweilige Unternehmen mehr als nur einen Imageschaden verursachen würde). Kurzum: Die Situation schafft Konkurrenz unter eigentlich Verbündeten. Hinzu kommen Preise um die 30 Euro, die viele Fans schon am Geldbeutel ausschließt. Habe ich Lust auf diesen Zustand, der uns als Fans die Solidarität nimmt? Nein.

  1. Grund: Die Personalisierung der Tickets

So sinnvoll der Schutz vor Infektionen und die Nachvollziehbarkeit von Erkrankungen ist: Ich glaube nicht, dass die Vorstände der Ligen und Innenpolitiker*innen nach der Pandemie auf personalisierte Tickets verzichten. Das mögen vielleicht sogar „normale Fans“ irgendwo unterstützen, im Kampf gegen Hooliganismus. Aber glaubt Ihr im Ernst, es würde da aufhören? Auch kritische Fans, die mit Gesängen oder Plakaten sich äußern, stören das Event Fußball und könnten so entfernt werden. Ich möchte nicht, dass wir dauerhaft Zustände bekommen, in denen die Fanszenen sich nicht mehr frei äußern können.

  1. Grund: Die Pandemie ist nicht vorbei.

Natürlich brauchen die Unternehmen, dazu zählen auch Fußballklubs, eine Möglichkeit, auch wirtschaftlich zu überleben. Dazu gehören die Einnahmen aus den Tickets. Hygienekonzepte ermöglichen zum Glück wieder ein Teil der Normalität. Trotzdem finde ich, dass jedes Konzept nur so gut wie unsere eigene Selbstdisziplin bleibt – und ich will eben keinen Fußball im Stadion erleben, bei dem ich nicht „Tor!“ schreien oder meine Mannschaft anfeuern kann. Jedes sonst „natürliche“ und menschliche Fanverhalten bleibt ein Risiko, da es auf Kontakt mit anderen beruht.

Ich will nicht mit meiner Anwesenheit im Stadion die Zustände, die jetzt geschaffen werden, mittragen oder normalisieren. Denn obwohl ich der Drittliga-Elf des FCS das Gefühl gönne, wieder auf dem Platz zu stehen, ist alles drum herum nicht mehr Fußball.

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Zu Gast im Studio blauschwarz

Logo des neuen Podcasts

Die lieben Kollegen vom neuen unabhängigen FCS-Podcast „Studio blauschwarz“ haben mich gestern als ihren Gast sehr herzlich (auch wenn nur per Telefon zugeschaltet) begrüßt. In den knapp zwei Stunden geht es um den FCS vor Saisonauftakt und den Sportjournalismus an der Saar. Viel Spaß beim Hören und Danke an die Gastgeber!

Hören könnt ihr den Podcast bei allen bekannten Podcastanbietern, etwa Apple Podcast, Soundcloud oder Spotify.

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Rückkehr in den Ludwigspark steht bevor.

Inzwischen steht hier mehr Stadion als Baustelle. (Foto: Frederic Graus)

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz haben heute Stadt und Verein Farbe bekannt: Nicht Völklingen, nicht Frankfurt, sondern Saarbrücken heißt der Austragungsort des Heimauftakts in der 3. Liga. Eine faustdicke Überraschung für viele Fans des 1. FC Saarbrücken, die sich nach Jahren der (noch immer nicht abgeschlossenen) Bauarbeiten innerlich bereits mit einem Spielbetrieb ab 2021 abgefunden hatten. Doch nicht nur das: Das Spiel gegen Rostock soll vor einem Publikum von bis zu 900 Menschen stattfinden.

VERKÜNDUNG IM LUDWIGSPARK

Diese Nachricht durften gleich drei Entscheider im Ludwigspark verkünden: Oberbürgermeister Uwe Conradt, der das Stadion nach seiner Wahl zu seinem Projekt machte (was wohl auch daran lag, dass er zuvor als Baustopp-Uwe verspottet wurde), der von ihm geholte neue GIU-Geschäftsführer Martin Welker und Hartmut Ostermann, FCS-Präsident. Der dann gleich etwas holprig startete, dass der FCS seinen Beitrag für die frühere Rückkehr damit geleistet habe, sein Pokalspiel gegen St. Pauli „auszulassen“ (man erinnere sich an das peinliche Pokalaus gegen Homburg). Nunja.

RASEN WIRD NOCH VERLEGT

Eher fröhlich, denn erleichtert (so wie Ostermann) wirkte der baustellenerprobte Conradt, der wie GIU-Welker in der Warnweste zu den Anwesenden sprach und sich um große Worte („Ich spreche mit Stolz…es ist eine freudige Nachricht“) bemühte. Für ihn ist die Rückkehr symbolträchtig, denn egal welche Schwierigkeiten auf der Baustelle noch auftauchen werden, mit seinem Namen werden die wohl eher nicht mehr verbunden werden. Etwas in die Realität zurück geholt wurde der Stadtchef noch mal Martin Welker, der lakonisch meinte: „Zunächst mal müssen wir einen Rasen kriegen.“ Der soll am Mittwoch verlegt werden.

KARTENVERGABE WIRD THEMA

So gut und ersehnt die Nachricht der Rückkehr klingt, müssen jetzt noch die Behörden klären, ob der FCS wirklich in seine Heimat zurückkehren kann – die Zahl der 900 Zuschauer*innen ist nämlich ebenfalls eine behördliche Festlegung. Auch wird dann noch festgelegt, wer überhaupt das Spiel sehen darf. Ostermann sagte, dass zuerst die Fangruppen, die Mitglieder*innen und Sponsor*innen berücksichtigt würden – das dürfte zumindest in den einschlägigen Fanforen aber wieder die üblichen Motzköpfe beflügeln, die sich um eine Karte betrogen zu fühlen.

RESTRISIKO BLEIBT

Tatsächlich sollten aber auch die skeptischen Fans eines berücksichtigen: Ohne die Ausnahmesituation der Corona-Pandemie wäre eine Rückkehr zum jetzigen Zeitpunkt wohl nicht möglich. Trotzdem bleibt auch jetzt Fußball vor Publikum ein Risiko, das Behörden und Verein behutsam zum Schutze der Gesundheit aller kalkulieren müssen – weshalb wir uns erst einmal über die Rückkehr an die richtige Spielstätte freuen sollten, bevor wir über die Kartenvergabe meckern.

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Saarbrücker Testläufe

Beim Testspiel gelten ganz eigene Regeln.

Ein Ergebnis wie aus einer anderen Zeit, wie von einem anderen Stern. 5:1-Sieg beim FC Basel 1893, dem Europa-League-Teilnehmer, der Mannschaft mit einem geschätzten Marktwert von mehr als 38 Mio. Euro (im Gegensatz zu 4,23 Mio. Euro). Ein gefühlt historischer Sieg, der bei näherer Betrachtung etwas von seinem Glanz verliert, denn es beginnen die Fragen: Haben die Schweizer den Test denn überhaupt ernst genommen? Lief da nicht eine verkappte Jugendmannschaft auf?

Die Antwort lautet nein. Da hat sich durchaus die erste Garde (bis auf einige abwesende Nationalspieler) harmloser als die Schweizer Steuergesetzgebung gezeigt und den FCS zum munteren Scheibenschießen eingeladen. Relativiert wird dies allenfalls dadurch, dass es das erste Spiel unter Neutrainer Ciriaco Sforza war. Willkommen in Basel!

Ein anderer Teil der Wahrheit lautet dennoch: Testspiel bleibt Testspiel. Und der 1. FC Saarbrücken hat in seiner langen Geschichte äußerst kuriose Ergebnisse eingefahren.

Hier nur mal eine kleine Auswahl:

SV Bübingen – 1. FC Saarbrücken 5:4 (1:4), 2008
1. FC Saarbrücken – Borussia Dortmund 3:2 (1:1), 2009


Quasi eine Mannschaft, die nur ein Jahr jeweils auseinander lag, konnte unter Ferner gegen den Saarlandligisten Bübingen fünf Tore kassieren und gegen Klopps Borussia (die nicht im schlechtesten Anzug kam) gewinnen.

Auch kurios sind jene zwei Spiele im Juli 2016, die nur wenige Tage auseinander lagen und bei dem man besser gegen den Zweitligaabsteiger als gegen den Sechstligisten auftrat:

FCS – FSV Frankfurt 2:1 (2:0)
VfB Dillingen – FCS 1:0 (0:0)

Kurzum: Testspiele können auch ganz schöne Ausreißer sein. Deswegen wäre es fast schon die altbekannte Saarbrücker Mentalität, jetzt vom Aufstieg zu träumen. Zum Glück, könnte ich fast schon sagen, gibt es ja in diesem Sommer keine Stadtfeste, wo Spieler sowas in irgendwelche Mikrofone palavern könnten.

Was der Test gegen Basel aber sehr wohl andeuten könnte: Unter Kwasniok hat sich endlich ein System gefestigt, das durchaus schöne Spielzüge vor dem Tor zeigen kann. Dabei scheint auch Tobias Jänicke, anders als zuvor angedeutet, keineswegs in der Defensive abzutauchen. Das Beste, was man aus diesem Test machen könnte, wäre jetzt also: Sich freuen, nicht zu viel erwarten, aber erstmal dem Trainer und seinem System vertrauen schenken. Dann könnten wir zum Auftakt einige schöne Spiele erleben.

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Unabhängige Nachrichten zum 1. FC Saarbrücken bei Telegram

Das FCSBlog gibt es künftig auch auf der Messenger-App „Telegram“. Im Channel gibt es sowohl News, als auch Transfergerüchte und Analysen und Kommentare rund zum Geschehen um den 1. FC Saarbrücken – natürlich alles unabhängig vom Verein und aus Fansicht!

Dem Channel könnt Ihr unter diesem Link beitreten:

https://t.me/joinchat/AAAAAElOcOTiUlWxVgrv7Q

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Der Verein muss seinen Fans auch unpopuläre Situationen erklären.

Foto: Frederic Graus

Ich habe etwas über den Brief der Virage Est nachgedacht und viele Fans, die sich eher als die „normalen Stadiongänger*innen“ sehen, halten diese Art von Kommunikation der Ultras sicher für eine zu große Selbstwahrnehmung.

Aber Sie vergessen eins: In der Analyse trifft die Virage Est ins Schwarze. Wir wissen weniger als zwei Wochen vor dem ersten Heimspiel in der 3. Liga nicht, in welchem Bundesland unser Verein spielt. Wie der Stand zur Rückkehr in den Ludwigspark ist oder ob im Schlimmsten Falle am Ende der FCS vor leeren Rängen in Frankfurt in die Saison startet.

Wir wissen nichts. Und der Verein weiß was, teilt sich leider aber (noch) nicht mit.

Es wäre nicht nur für alle Vereinsmitglieder*innen und Fans wichtig, vom Verein selbst zu hören, was Sache ist. Wenn sich der Verein äußert und sich nachvollziehbar erklärt, steigt auch die Akzeptanz für unangenehme Entscheidungen, die wir Fans schon seit mindestens fünf Jahren trotz dürftiger Kommunkation des Vereins mittragen.

Zuletzt wäre es zudem ein Zeichen dafür, dass auch die Geschäftsstelle in der 3. Liga angekommen ist. Und nicht mehr auf dem Level von Regional- und Oberligisten ist.

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FCSBlog Saisonvorschau 2020/2021

Aufzeichnung des Facebook Live vom 28. August 2020:

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Jäger des verlorenen Stürmers

Wer bringt die Bälle im neuen Ludwigspark ins Tor?

Die Luft über dem FC-Sportfeld ist für den ersehnten Aufstieg und das beste Abschneiden im DFB-Pokal seit 35 Jahren erstaunlich dick. Das mag vordergründig am blamablen Auftritt im Saarlandpokal liegen, aber eigentlich bestimmt die Angst die Gemüter: Angst, dass das System des Trainers in der Liga nicht erfolgreich ist. Angst, dass eine wichtige Baustelle in Kader nicht ausreichend besetzt ist. Entsprechend verkündet Sportdirektor Jürgen Luginger nun in der BILD-Zeitung: Wir suchen noch einen Mittelstürmer.

Tatsächlich scheint die Suche angebracht. Mit Sebastian Jacob hat der FCS einen klaren Stürmer Nr. 1, aber der hat eben auch eine Verletzungshistorie. Ohne die würde Jacob (19 Spiele/17 Tore in der letzten Saison) mutmaßlich nicht beim FCS, sondern eine Liga höher spielen. Zudem kann Jacob im offensiven Mittelfeld ran – dann bliebe aktuell aber kaum Spielraum. 

Rückkehrer Maurice Deville ist wie der bislang enttäuschende Timm Golley nicht unbedingt am Stärksten im Zentrum. Linksaußen José-Pierre Vunguidica kam eins als Stürmer, hat aber bei Trainer Kwasniok wenig Aktien. Mit Fabian Eisele und Gillian Jurcher haben zudem zwei Stürmer den Verein verlassen. Eisele kam einst als Notlösung, war als Back-Up-Stürmer vielleicht der Zuverlässigste der letzten Jahre. Im Gegensatz zu Namen wie Carl oder Zschusschen traf der nach Steinbach gewechselte Eisele oft in wichtigen Momenten, wurde aber nie Stammspieler. Dass sich nach Jurchers bizarrem Abgang eine Kehrtwende vollzieht mit dem neuen Sportdirektor, scheint ausgeschlossen.

Nun liegt es am Sportdirektor auf einem von Corona geprägten Markt, Ausschau nach einem Stürmer zu halten, der bezahlbar ist, sofort weiterhilft und erstmal kein Problem mit dem Platz auf der Bank hat. Bei Ligakonkurrent Waldhof Mannheim sind übrigens die Verträger zweier Stürmer ausgelaufen, die durchaus in dieses Profil passen würden: Mounir Bouziane (29) und Kevin Koffi (34). Beide sind zwar bei Waldhof noch nicht ganz abgeschrieben, aber zumindest Koffi kennt als ehemaliger Elversberger bereits das Saarland.

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Stilkritik: Die Trikots der Saison 2020/21

Alle Jahre wieder erscheint der heiß begehrteste aller Fanartikel: das neue Trikot. Der sagenumwobene Stoff, der die Helden der kommenden Saison einkleidet und (so zumindest vor Corona) Bierbäuche geschickt kaschieren soll, steht nun fest und das FCSBlog übt sich in einer Stilkritik der neuen Hemden aus dem Hause Adidas. Los geht’s!

Foto: fc-saarbruecken.de

Nichts Überraschendes, aber für den Fan gäbe es kaum etwas Schlimmeres, als allzu große Experimente mit dem Heimtrikot. Blau-Schwarze Längsstreifen, das Adidas-Logo mittig – da kann keiner meckern. Etwas dunkler als im Vorjahr, aber dadurch noch gefährlicher! Wie jedes Trikot seit 2005 (mit Ausnahme der Rückrunde 2013/2014) begleitet der Victor’s-Schriftzug den Verein – auch hiermit haben die Fans ihren Frieden gefunden. Der Drittliga-Aufbügler wirbt für einen Sportwettenanbieter – das ist ungefähr so seriös wie wenn Fußballweltmeister für Chips und Zuckerbrause werben, aber dafür gibt es ein Comeback der 3. Liga auf dem Trikot. Mehr wollten wir auch nicht. Abzüge für das nicht gestickte Vereinswappen – das hat Nike selbst in der fünften Liga hinbekommen.

7/10 Punkte

Foto: fc-saarbruecken.de

Der weiße Auswärtsarbeitsanzug weckt Erinnerungen an die Jahre, als Adidas dem 1. FC Saarbrücken noch einige der schönsten Trikots spendierte. Aber auch eine Verwandtschaft zu Nike-Trikots der Ferner-Luginger-Jahre, in denen wir ja jetzt wieder angekommen sind, ist nicht zu verleugnen. Neu ist die Saarbrücker Skyline, die dem Trend folgt, dass jede Stadt die eigenen Sehenswürdigkeiten irgendwie zu einer Skyline zusammenfasst. Ein Trend, den wir sogar leider erst nach Paderborn aufgegriffen haben. Was die Skyline der Landeshauptstadt noch trauriger macht, ist die Tatsache, dass sie sich beim Trikot in dem Bereich befindet, den der Spieler zumindest vor dem Schiedsrichter oder Jugendtrainer ja wohl noch in der Hose zu tragen hat. Quasi am Arsch.

6/10 Punkte

Foto: fc-saarbruecken.de

Jeder gute Verein hat nicht ein, sondern zwei Ausweichhemden – auch wenn er eins davon vielleicht für ein Spiel im Jahr trägt und beim FCS zumindest dank Lukas „Pep“ Kwasniok ein weiterer Auftritt im DFB-Pokal frühestens 2021 erfolgt und bis dahin haben die Strategen bei Adidas sicher bereits einen Nachfolger für das „Adidas Prime Blue“. Vom Hersteller als „schnell trocknendes Trikot für Spieltage“ angepriesen, das mit einer „Allover-Grafik“ punktet, sieht man darin halt aus wie jemand, der auf dem Bau arbeitet und dabei zu viel Spaß mit der Spachtelmasse hatte. Für diesen kühnen Designer-Dress zahlt man dafür auch fünf Euro mehr als für die anderen Trikots.

5/10 Punkte

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