Auswärtsspiel: PSG Féminines – VfL Wolfsburg

DSCN3127Halbfinale im Europapokal. Und das für nur zehn Euro zum regulären Preis. Da blitzte auch der etwas amateurhafte Schwarzhändler ab, der mir ein Studententicket für eben den Vollzahlerpreis andrehen wollte, vor den Augen der eher mit der Menschenmasse beschäftigten Ordner. Ich drückte dem jungen Mann mit mangelnder Kenntnis von Angebot und Nachfrage seine Karte wieder in die Hand und löhnte am freien Schalter meine zehn Euro für das Spiel des Tages im Pariser Stade Charléty: PSG Féminines gegen den VfL Wolfsburg. UEFA Women’s Champions League. Weiterlesen

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Eil: Südwestverband verweigert Elversberg und Saarbrücken Aufstiegsspiele!

Fuat Kilic ratlos (Foto: Andreas Schlichter)

Fuat Kilic ratlos (Foto: Andreas Schlichter)

Eine satirische Glosse von Harry Glück (FCSBlog-Lokalkorrespondent)

Harte Entscheidung in Edenkoben! Schon vor dem letzten Spieltag der Regionalligasaison 2014/2015 müssen zwei saarländische Vereine den Aufstieg abhaken: Der Südwest-Fußball-Verband beschloss in einer spontanen Krisensitzung, dass weder der 1. FC Saarbrücken, noch die SV Elversberg in dieser Saison zu den Aufstiegsspielen zur 3. Liga teilnehmen dürfen. Anlass sind die Ergebnisse des 30. Spieltags: Der 1. FC Saarbrücken verlor bei den nun sicher qualifizierten Offenbacher Kickers mit 0:2, Elversberg verpasste mit einer 1:3-Niederlage beim SC Freiburg II den Sprung auf einen Qualifikationsplatz. Der Verband begründet seine Entscheidung mit dem nötigen Ernst, den beide Mannschaften im Aufstiegsrennen vermissen lassen.

Verband: “Zwei ganz alberne Vereine”

Ein Sprecher des Südwestverbands begründete das spontane Votum mit allgemeiner Enttäuschung: “Elversberg und Saarbrücken sind vor Saisonbeginn mit den höchsten Etats angetreten, spielen aber in den entscheidenen Spielen einfach nur Müll.” Dem 1. FC Saarbrücken fehlte gerade in Spielen gegen Mannschaften aus der oberen Tabellenregion der Biss: “Stattdessen beschäftigen sich die Saarbrücker mit Tonbändern, Stadionträumen und dem Schiedsrichter. Das ist albern.” Und auch an der SV Elversberg ließ der Verband kein gutes Haar: “Ohne Kaiserlinde können wir diese Mannschaft nicht als würdigen Vertreter des Südwestens betrachten.” Zudem sei es “peinlich”, dass man dem FCS noch nicht den zweiten Platz abgenommen habe, obwohl das selbst eine B-Juniorinnen-Mannschaft geschaft hätte, so Edenkoben.

SFV: “Uns interessieren Elversberg und der FC nicht”

Vor allem die Vertreter des Saarländischen Fußballverbands scheinen mit der Entscheidung zufrieden. Ein Vorstandsmitglied sagte: “Die arroganten Saarbrückener und die Elversberger denken, dass es nur sie im Saarland gebe. Aber wenn wir mal guten Fußball sehen wollen, müssen wir schon zum Betzenberg fahren. Was wir auch alle zwei Wochen machen.” Wer für die beiden Saarländer nun den zweiten Platz in der Aufstiegsrunde einnimmt, ist noch unklar. “Dieses Jahr sind wir alle sehr unzufrieden mit der Liga”, so ein Sprecher des Südwest-Verbands.

(Disclaimer für Menschen mit geringem Sinn für Humor und Mitarbeiter von regionalen Boulevardblättern: Dieser Beitrag ist eine satirische Glosse.)

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Der Verband der Kleinen

Schiedsrichter Jens Anton zeigt auf den Punkt, David Salfeld ist fassungslos (Foto: Andreas Schlichter)

Schiedsrichter Jens Anton zeigt auf den Punkt, David Salfeld ist fassungslos (Foto: Andreas Schlichter)

Der Saarländische Fußballverband hat die Vorfälle beim Spiel Wiesbach – 1. FC Saarbrücken zum Anlass für ein ungewohnt hartes Urteil genommen. Der Verein darf in der kommenden Saison nicht am Saarlandpokal teilnehmen. Zudem muss er eine Strafe von 10.000 Euro bezahlen. Nach Spielende hatten Zuschauer den Platz gestürmt und waren gegen das Schiedsrichtergespann tätlich geworden, ein Schiedsrichterassistent musste ambulant behandelt werden. Unter dem Deckmantel des Schutzes der Unparteiischen fällt der Verband ein Urteil, das fragwürdige Züge aufweist. Weiterlesen

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Dinge, die mit dem Abmelden der U23 nun fehlen

leeressportfeldDer 1. FC Saarbrücken kündigt ein Dreivierteljahr nach der Ankündigung eines neuen Nachwuchskonzepts ein neues Nachwuchskonzept an. Anders ausgedrückt: Die U23-Mannschaft, aktuell in der Oberliga auf rasantem Kurs in Richtung Saarlandliga (trotz Starspieler Stefan Reisinger), wird zur kommenden Spielzeit abgemeldet werden. Stattdessen möchte der Stephan Kling, Sportkoordinator, einen besseren Übergang zum Profibereich schaffen: “Unsere Konzeption sieht vor, dass wir den leistungsstärksten Nachwuchsspielern aus unserer U19 direkt den Sprung zu den Profis ermöglichen, um ihnen bestmögliche Bedingungen zur Weiterentwicklung zu bieten.” Einen Übergang zum Profibereich haben zwei der Besten U19-Junioren übrigens schon geschafft: André Dalphin und Giovanni Runco, die zum FC 08 Homburg in die Regionalliga wechseln werden. Davon hatte Sportkoordinator Kling aus der Zeitung erfahren.

Was zu dieser Pressemitteilung des Vereins gesagt werden muss, steht im vorherigen Absatz – nicht mehr und nicht weniger. Aber lieber möchte das FCSBlog noch den verbleibenden Rest an Text dafür nutzen, um die Dinge zu würdigen, auf die wir mit Beginn der Spielzeit 2015/2016 mit dem Ende der U23, früher FCS-Amas, verzichten müssen:

  • Freier Eintritt für Dauerkartenbesitzer im Sportfeld bei Oberligaspielen
  • Das Ausweichen auf den ungeliebten Nebenplatz im Winter
  • Derbys gegen Borussia Neunkirchen
  • Robin Scheid im Tor des FCS
  • Raps’ Kommentare in Richtung der gegnerischen Spieler
  • Pressekonferenzen mit Werner Catarius im FC-Sportheim
  • Der vermutlich teuerste Oberligaspieler aller Zeiten in Diensten des FCS.
  • Und natürlich wird auch den anderen Vereinen der Oberliga ihr Aufbaugegner fehlen.

Macht es gut, Amas!

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Should I stay or should I go?

DSCN3040Mittendrin und nur dabei. Der Saar-Mosel-Schlager 1. FC Saarbrücken gegen Eintracht Trier war anlässlich des 112. Geburtstags des schlafenden Riesen ein Spiel von bemerkenswerter Bedeutung – so würde ich den Text normalerweise beginnen. Aber nein, bemerkenswert vielleicht als Erinnerung für den Dillinger/Pachtener Fanclub Blau-Schwarz ’13, der beim Halbzeitspiel antreten durfte. Von einem Mitglied bekam ich den nicht allzu verkehrten Rat, nur über das Elfmeterschießen zu schreiben. Aber vielleicht sollte ich trotzdem ein paar weiteren Beobachtungen meines Kurzbesuchs den nötigen Raum geben, da ich mich in einer persönlich dann doch besonderen Position befand: Anders als während meiner letzten langen Abwesenheit 2011/2012, in der ich wirklich nur aus der Ferne zuschauen durfte, habe ich einen Quasi-Boykott ganz persönlicher Art für einen kurzen Besuch unterbrochen und mich auf den 1. FC Saarbrücken eingelassen. Quasi als Fremder im eigenen Haus. Was mir von diesem Tag in Erinnerung bleibt:

DSCN30421. Die Fans aus Trier mit gewohnt peinlichem Auftritt, von unkontrolliertem Feuerwerk bis hin zu Sprüchen mit Bezugnahme auf das #Pinigate, die nicht mal davon zeugten, das man das Thema verstanden hat.

2. Das Schweigen der Virage Est mit anschließender Geburtstagschoreo und der Bezug des D-Blocks auf das historische Datum des 18. Aprils: Danke, dass trotz der schwierigen Lage solch wesentliche Dinge nicht außer Acht gelassen werden!

3. Aber zurück zu den unangenehmen Themen des Tages: Trainer Fuat Kilic meinte, die Mannschaft zur Hälfte umkrempeln zu müssen. Durch einen kurzfristigen Ausfall von Mounir Chaftar musste dann auch noch Christian Sauter auf die linke Abwehrseite. Auf ungewohnter Position verursachte Sauter gleich den Elfmeter zur Gästeführung.

4. Hervorzuheben ist: Bei den vier Gegentoren, die der FCS in der Rückrunde kassiert hat, stand Abwehrchef Peter Chrappan nicht auf dem Platz. Ob man bei einem Heimspiel gegen Peter Rubecks Defensivspezialisten direkt die Abwehr so radikal ändern muss?

DSCN30295. Aber auch vorne nix Neues. Die angriffslustige erste halbe Stunde brachte aufgrund akuter Ladehemmungen beim FCS-Personal wenig ein.

6. Bei aller Liebe zur Kritik an einzelnen Fehlern des Schiedsrichters: Eine Niederlage gegen Eintracht Trier in dieser Phase der Saison resultiert allein aus einer Kombination von Formschwäche und taktischen Mängeln.

7. Peinlich wurde es nach Spielende zudem, als Trainer Fuat Kilic in der Pressekonferenz auf inhaltliche Fragen sehr verschnupft reagierte und Journalist Horst Fried nach der Lustigkeit seines Frühstücks fragte. Kann man machen, wirkt aber zickig.

DSCN3044Alles in allem kann der FCS froh sein, dass ein gleichzeitiges Remis der Elversberger gegen Homburg nicht schon jetzt zu größeren Unmutsbekundungen als lethargischen Kilic-raus-Rufen geführt hat. So wird die endgültige Entscheidung, ob der FCS das Format hat, diese Liga nach oben zu verlassen, erst in Offenbach geklärt. Mit den spielerischen Mitteln aus dem Spiel gegen Trier wird das schwer. Hat Kilic vielleicht gedacht, dass die alte Herberger-Taktik der verwirrenden Umstellung die Offenbacher in Sicherheit wiegen könnte? Oder gibt es auch im Trainerteam derzeit mehr Fragen als Antworten? Der Tendenz nach wird der FCS noch ein wenig länger dort bleiben, wo er ist: In der Regionalliga. Aber natürlich kann immer was Unverhergesehenes passieren – so wie einer, der plötzlich mal wieder vorbeischaut, obwohl er schon weg ist.

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112

 

18. April 1903. Ein paar Jugendliche stoßen ein rundes etwas mit ihren Füßen nach vorne. Sie wenden sich von Turnvater Jahn ab, dessen Jünger den neuen, britischen Sport mit Argwohn betrachten. Die Fußballer des TV Malstatt legen den Grundstein für den FV Saarbrücken, heute bekannt als 1. FC Saarbrücken. Ein Ball, ein Spielfeld. Das Ziel: Die Torlinie des Gegners. Simpel, neu und zwangsläufig der Bruch mit den Turnern.

18. April 2015. 112. Zwischen Ex-Turnern und Ex-Bundesligisten liegen Jahrzehnte des Wachsens. Des Fallens und Aufstehens. Und der erneute Fall. Fußball ist nicht mehr nur das Spiel mit dem runden Ball. Es ist Droge, Religion, Geschäft, Politik und Familie. Der Verein bringt uns zusammen, wie wir uns im Verein auseinandertreiben. Die einen sagen, dass der Verein nicht mehr die zeitgemäße Form des höherklassigen Fußballs ist und dass ein Verein ja dennoch immer weiter bestünde. Leben sie den Verein und wollen sie ihn akzeptieren? Andere glauben, dass der Verein im Sterben liegt, ob mit oder ohne Ausgliederung. Weil der Geist früherer Tage fehlt. 112 Jahre. 112, auch ein Notruf. Und am Ende geht es doch nur darum, einen Ball über die dämliche Linie zu bekommen.

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10 Gründe, am Samstag mal wieder in den Ludwigspark zu gehen!

fcsrwe01Der Hamburger SV stürmt in Richtung 2. Bundesliga, Borussia Dortmund beendet die Ära Jürgen Klopp – doch fernab des Glamours der Schönen und Reichen im deutschen Soap-Fußball weht noch der Geruch von Schweiß und Männertränen durch ein karges Betonrund – die Rede ist von der Regionalliga Südwest. Zehn Gründe, warum der Saar-Mosel-Schlager 1. FC Saarbrücken gegen Eintracht Trier einen Besuch wert ist.

1. Das Wetter wird ganz angenehm: Sonne, kein Regen, aber doch nicht so warm, dass bei einem Ansturm auf die Getränkestände gleich die Mineralwasserversorgung zusammenbricht.

2. Der Ludwigspark! Wird in nicht allzu ferner Zeit, also ganz bestimmt vielleicht mal bald saniert und sein Erscheinungsbild ändern. Zeit für Abschiedsselfies und Aufnahmen mit nettem Instagram-Filter!

3. Der Geburtstag des 1. FC Saarbrücken! Am 18. April 2015 wird der FCS ganze 112 Jahre alt. Oder wie man in manchen Orten sagt: “So alt wird kéé Kuh vom Owwerlimbersch!” Auf zur Geburtstagsparty!

4. Saarbrücken und Trier – das war mal eine nette Fanfreundschaft, dann eine nette Fanfeindschaft und heute ist es irgendwas dazwischen. Zwar nicht mehr ganz so brisant, aber etwas, was man sich mal angucken kann.

5. Es besteht die (theoretische) Chance, Zeuge eines seltenen Naturschauspiels zu werden: Matthew Taylor könnte wieder ein Treffer gelingen.

6. Das Fernduell mit Elversberg: Der Drops in Richtung Aufstiegsspiele ist zwar für den OFC gelutscht, aber für FCS und SVE geht es weiter. Wer das echte 90er-Jahre-Konferenz-Feeling haben will, bringt statt Smartphone einfach das Radio mit und lauscht den Zwischenständen vom Spiel Elversberg – Homburg.

7. Der FCS ist seit März ungeschlagen. Das darf ruhigen Gewissens mal mit mehr als einem Facebook-Like belohnt werden.

8. Wen das Nicht-Sportliche weniger interessiert: Während des Spiels lässt sich genau beobachten, wer neben wem sitzt. So werden Personenkonstellationen im #Pinigate etwas nachvollziehbarer – bevor die Saarbrücker Zeitung ihren wöchentlichen Artikel darüber veröffentlicht.

9. Mal im Ernst: Trotz allem ist die Mannschaft ja doch eine “geile Trubbe” (Jürgen L.)!

10. Und zu guter Letzt: In der Bundesliga gibt es am Samstag kein wirkliches Topspiel, also gibt es keine Ausrede für Skyabonnenten!

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