Verwirrt: Kritiker wissen nicht mehr, was sie an Virage Est kritisieren sollen

Eine leere Virage Est - Kritiker bemängeln, dass die Zuschauer fehlen!

Eine leere Virage Est – Kritiker bemängeln, dass in diesem Bild die Zuschauer fehlen!

von Daniela Petri-Jünger (FCSBlog-Fan-Reporterin)

Mit einem überzeugenden 1:0-Sieg in Koblenz hat der 1. FC Saarbrücken die Diskussionen über das Sportliche verstummen lassen. Doch abseits des Platzes herrschen Frust und Wut. Grund dafür sind wie so oft die Ekel-Fans, gemeint ist die Virage Est. Waren früher endlos lange Gesänge in französischer Sprache noch Anlass für den Fan-Ärger, ist es heute die mangelnde Unterstützung der Fans. 19 Minuten und 3 Sekunden, in Anlehnung an das Datum auf Merchandisingartikeln des Vereins, schwiegen die Ekel-Ultras im Gästeblock, um gegen Ehrenmann Hartmut Ostermann zu protestieren. Schon beim Spiel gegen Nöttingen herrschten fast 20 Minuten Stille. Doch nicht alle freut das.

Wutfans: Wir brauchen einen klaren Feind!

Dietmar B. (45) aus St. Johann verfolgt das Geschehen um den FCS schon seit seiner Kindheit und klagt an: “Früher war die Stimmungsdiskussion viel besser!” Die Debatten im Internet über die Anfeuerung aus der Virage Est werden zunehmends öder und verwirrender. “Früher konnte man noch schreiben, dass die Sch*!x-Franzosen mit ihrem ‘Lalala’ und ‘Alleh Nongsie’ die Stimmung kaputt machen und den D-Block zerstört haben”, merkt B. an. Aber der zeitweise Stimmungsboykott erschwere zunehmends das Schreiben von Beiträgen: “Früher hab ich gefordert, dass die das Maul halten sollen und jetzt halten die auf einmal das Maul. Wenn ich dann fordere, sie sollen singen, kommt nur die miese Stimmung! Was soll ich denn jetzt bitte genau kritisieren???”

Sinkende Beitragszahlen im Social Web

Auch andere Internetnutzer trifft der Ekel-Protest. Kevin A. (29) kritisiert: “Gerade wurde mein zweiter Account auf ludwigspark.de gesperrt, weil ich die Virage beleidigt habe. Aber wenn die so weiter machen, weiß ich nicht, ob ich mir noch einen dritten zulegen soll!” Auch auf Facebook sorgt die Affäre für Unmut. Einige Fans haben angekündigt, eine böse Facebook-Nachricht an den Fanbeauftragten Peter Thielges schreiben zu wollen. Klar ist: Auch bei der Lösung gibt es unterschiedliche Ansichten. Dietmar B. gibt zu bedenken: “Eigentlich sollte jeder von den Wackesen ein Stadionverbot bekommen. Aber andererseits hab ich dann wieder Angst, dass ich hinterher nichts mehr zum meckern habe!”

(Disclaimer für Menschen mit geringem Sinn für Humor und Mitarbeiter von regionalen Boulevardblättern: Dieser Beitrag ist eine satirische Glosse.)

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Die Rechnung zahlen die Regionalligisten

Die U23 des FCS, 2014 beim Abstiegsendspiel in Waldalgesheim

Die U23 des FCS, 2014 beim Abstiegsendspiel in Waldalgesheim

Es ist die Meldung, die ein wenig zum Nachdenken anregen darf: Nachdem schon diverse Fußballvereine aus dem Profibereich ihre Zweitvertretung, auch genannt “U23″, zur Saison 2014/2015 aus dem Wettbewerb genommen haben, zieht auch die SG Dynamo Dresden ihre zweite Mannschaft zur kommenden Spielzeit zurück. Das berichtet der Kicker. Besonders an der Meldung: Dynamo-Sportdirektor Ralf Minge spricht in aller Deutlichkeit aus, was wohl auf viele U23-Mannschaften zutrifft: “Die U-23-Mannschaft brachte aus sportlicher Sicht einen zu geringen Mehrwert für die Entwicklung unserer Talente.” Stattdessen will Dresden künftig ein sogenanntes “Future Team” in einer Testspielserie gegen Chemnitz, Prag und andere praktische Erfahrungen sammeln lassen. Weiterlesen

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Exklusiv: Hartmut Ostermann kauft Virage Est

Architekten des sonst sportlichen Erfolgs: Dieter Weller (Schmatzmeister) und Hartmut Ostermann (Präsident). Foto: Andreas Schlichter

Architekten des sonst sportlichen Erfolgs: Dieter Weller (Schmatzmeister) und Hartmut Ostermann (Präsident). Foto: Andreas Schlichter

von Dani El Angla (FCSBlog-Klatsch-und-Tratsch-Reporter)

Unerwartete Wendung im Streit zwischen dem Präsidium und den Fans des 1. FC Saarbrücken! Nachdem die bekannten Ekel-Fans der Virage Est am Donnerstagabend ankündigten, ein Ende der Ära Hartmut Ostermann zu fordern und künftig bei Spielen 19:03 Minuten zu schweigen, scheint am Freitagmorgen Entspannung in Sicht. Der Grund: Präsidium und Ultrafans haben sich auf eine Bezahlung geeinigt.

Demnach werden ab sofort Fans, die aus dem Block heraus 90 Minuten lang ihren Verein mit Gesängen unterstützen, nach dem Mindestlohn bezahlt. Außerdem wurde das finanzielle Engagement des Vereins mit Namenssponsorings verbunden. Die Virage Est heißt so ab dem Heimspiel gegen Nöttingen “Virage Best Western”, die Boys Saarbrücken wollen künftig als die “Schröder-Boys” auftreten.

Schatzmeister Dieter Weller zeigt sich vom Einlenken der Fans zufrieden: “Wir hatten es die letzten Jahre immer mit großen Namen und ausgewiesene Könner wie Juri Judt, Stefan Reisinger oder nun Milan Sasic und Fuat Kilic probiert. Aber es gab Dinge, die konnten wir nie kaufen. Bis jetzt.” Er lobte die guten und schnellen Verhandlungen mit den Fans: “Interessierte können nun eine Bewerbung an den neuen Fan- und Marketingmanager Sebastian Pini schicken.”

Kritiker gibt es dennoch. Aus dem Aufsichtsrat war zu hören, dass man das Geld doch besser in den Schiedsrichter aus der verlorenen Saarlandpokalbegegnung investiert hätte. Andere bemängeln, dass ein großer Teil der bisherigen Virage mit Stadionverboten belegt wurden und viele der neuen “Virage Best Western”-Mitgliedern aus Portugal stammen und als Altenpfleger arbeiten.

Fest steht bereits: Mit dem Kauf des Fanblocks werden auch neue Fangesänge in den Ludwigspark getragen. Das FCSBlog kennt bereits einige Auszüge der neuen Sangesfibel für FCS-Mitarbeiter:

  • Ohne Hartmut wär hier garnix los!
  • Ehrenmänner sind keine Verbrecher!
  • Fußball ohne Tore ist wie Würzen ohne Eppers!
  • L’homme de Pâques est un homme de bien ! (Für befreundete Supporter aus Nancy)
  • Klau de Burgard, unn bring ne nimmé mit!

(Disclaimer für Menschen mit geringer Humorblase und Mitarbeiter von regionalen Boulevardblättern: Dieser Beitrag ist eine satirische Glosse.)

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5 gute Gründe, am Samstag ins Ellenfeld zu gehen

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Das Ellenfeld, hier vor dem Derby Borussia – FCS im Jahr 2007

Borussia Neunkirchen geht es derzeit schlecht. Nach massenhaften Rücktritten (so etwas kennt man normalerweise nur von einem anderen saarländischen Verein), unter anderem hat der Vorsitzende Giuseppe Ferraro sein Amt aufgegeben, ist die Zukunft des ehemaligen Bundesligisten unklar. Auf der Mitgliederversammlung wurde dieser Ernst der Lage noch einmal klar: Marodes Stadion, ausstehende Spielergehälter, kaum Aussicht auf Besserung. Fans der Borussia, vor allem das Blog Stahlwerk NK, haben zur Aktion 1000 + X aufgerufen. Getreu dem neuen Vereinsmotto “Alte Liebe lebt” sind alte und junge Neunkirchenfans, Fußballfans, und Menschen aus Neunkirchen und Umgebung dazu aufgerufen, ein positives Zeichen für die Weiß-Schwarzen zu setzen. Auch dieses Blog fordert: Auf nach Neunkirchen! Gerade für FCS-Fans gibt es fünf gute Gründe:

1. Borussia Neunkirchen spielt erst am Samstag um 14.30 Uhr im Ellenfeld gegen Saar 05. Sprich: FCS-Fans verpassen nicht die Regionalligapartie, die am Freitagabend zu Hause gegen Nöttingen stattfindet.

2. Sportlich hat die Begegnung – trotz zuletzt schwacher Auftritte der Borussia – dennoch etwas zu bieten. Saar 05 Saarbrücken, der Tabellenzweite der Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar, braucht dringend Punkte, um das angestrebte Ziel Regionalliga zu erreichen. Nach einer Schwächephase scheinen angeschlagene Borussen der richtige Gegner – aber auch die wollen nach zwei eher enttäuschenden Unentschieden gegen Saarvereine nun ihren Fans beweisen, dass sie noch lebendig sind.

3. Der Rücktritt des Vorsitzenden Ferraro, der zweite Vorsitzenden Cinzia Verga und des erst kürzlich verpflichteten Marketing-Managers Dirk Ex sind Symptome des vielleicht größten Problems im Amateurfußball: Der fehlenden Nachhaltigkeit. Provinzfürsten blasen einen Verein mit ihrem Geld auf, in der vagen Hoffnung, aus einem immer härter geführten Wettbewerb um wenige Aufstiegsplätze als Sieger hervorzugehen. Im Gegenzug erwarten sie Kritiklosigkeit und Gehorsam von Fans, Mitgliedern und Kleinsponsoren – und verlassen nach dem eigenen Scheitern oft ein Chaos. Ein Besuch im Ellenfeld ist auch ein Aufrütteln, dass es in dieser Hinsicht keinen nachhaltigen Erfolg geben kann.

4. Wer sich im Saarland mit Fußballkultur beschäftigt, kommt nicht an Borussia Neunkirchen vorbei. Vereinsarchivar Tobias Fuchs ist nicht nur für die Ausstellung “Kleines Land, großer Fußball” verantwortlich, sondern hat auch mit Jens Kelm das beste Buch über den Saarfußball der letzten Jahre herausgegeben: “100 Jahre Ellenfeld-Stadion“. Um die heutige Zeit kümmert sich das Blog Stahlwerk NK, das neben Gründer Nicky mit Mirko einen weiteren Autor gewonnen hat, und derzeit vielfältig und exzellent über das runde Leder schreibt. Es braucht die Borussia, damit auch diese Autoren uns weiter mit Texten und spannenden Geschichten bereichern!

5. Zuletzt: Auch wenn es derzeit sehr marode ist, versprüht das Ellenfeld-Stadion einen ganz eigenen Charme und ist immer noch ein Stadion, das mit seinen Ecken und Kanten ein schönes Gesamtbild ergibt. Ein Besuch lohnt immer – selbst wenn manche Bereiche nicht mehr betretbar sind.

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Ideen für einen besseren Fußball 2022

5.0M DigitalCAMDer Fußball boomt. Aber der Fußball ist auch in der Krise. Boom, weil ich immer mehr Menschen für den Sport interessieren. Krise, weil sich auch immer mehr Menschen wirklich für den Sport und seine Entwicklung interessieren. Ein gefährlicher Trend, der die Fußballfamilie zu entzweien droht und die Strahlkraft des Sportes, also den Cashflow, beschädigt. Das Institut für Fanforschung, Fußball und Fähnchen im Stadion, powered by Copa Cola, ist in diesem Zusammenhang stolz, einige Studienergebnisse als Vorschläge in den Raum zu stellen, um den Fußball, effizienter, fanfreundlicher und noch gewinnbringender zu gestalten:

1. Die neue Premium D-Com-Bundesliga powered by Red Pull

Aufstieg und Abstieg verspricht Spannung, sind aber nicht mehr zeitgemäß in einer Zeit, in der es um Millionen und Existenzen im Sport geht. Nach amerikanischem Vorbild werden zur Saison 2016/2017 Auf- und Abstieg abgeschafft (sollte RB Leipzig zu dieser Spielzeit nicht in der Bundesliga spielen, wird die Frist um ein Jahr verlängert). Nach einer Ligaphase spielen die beiden Erstplatzierten der Liga an wechselnden Endspielstätten (New York, Shanghai, Doha, München) die neu geschaffene “German Champion Trophy designed by Thomas Shabo” aus. Die 2. Bundesliga wird in “Volkswaggon Erste Liga” umbenannt, die 3. Liga in “Adadis Liga Deutschland”. Zweite Mannschaften haben künftig ein Aufstiegsrecht bis zur “Volkswaggon Erste Liga”.

2. Mehr Gerechtigkeit – für Spieler, Fans und Firmen!

Wembley, Hand Gottes – für die einen Anekdoten, die das Spiel ausmachen, für andere Ärgernis, das Millionenverluste mit sich bringt. Deshalb wird zur Saison 2019/2020 der Videobeweis eingeführt. Pro Spiel bekommt eine Mannschaft fünfmal das Recht, das Spiel zu unterbrechen, um eine strittige Entscheidung vom neuen Mercidos-Super-Ref (früher: Schiedsrichter) anschauen zu lassen. Innerhalb von 120 Sekunden muss dieser sein Urteil fällen. Für den Fernsehzuschauer wird die kurze Wartezeit mit einigen nützlichen Werbehinweisen überbrückt. Nutzt eine der Mannschaften nicht die vollen fünf Videobeweise, muss eine Strafzahlung an die Firmen, die Werbung gebucht hatten, erfolgen. Finanzkräftige Vereine können zusätzliche Beweisminuten kaufen.

3. Der Stadionbesuch – das besondere Erlebnis

Der dramatische Anstieg der Fangewalt in Stadien droht das Ansehen des Sports zu belasten. Deshalb wird der Stadionbesuch künftig wieder zum besonderen Erlebnis: Mit der Skyy-Receiver-Brille. Spiele der Premium D-Com-Bundesliga powered by Red Pull werden ab 2021 nicht mehr per Fernsehen, sondern per 3D-Übertragung auf diese Brille gezeigt (Monatsabo: 55,99 Euro). In den ehemaligen Bundesligastadien werden die Begegnungen von bis zu 450 Kameras gleichzeitig aufgezeichnet, um eine möglichst authentische virtuelle Realität zu erschaffen. Die Ränge bleiben dabei leer – um den Spielern eine möglichst freie, positive Atmosphäre ohne Beschimpfungen von gegnerischen Fans zu garantieren. Einmal alle zwei Wochen wird ein Spiel ausgelost, das vor Zuschauern als “Heritage Game” ausgetragen wird – bewerben können sich Fanclubs aus aller Welt – ob die BVB-Freunde Blackpool, die Bielefelder Wölfe 2016 (Wolfsburg-Fanclub) oder die Dubai-Schickeria München.

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Braucht der Fußball Typen?

Mario Basler (Foto: Andreas Schlichter)

Mario Basler (Foto: Andreas Schlichter)

Udo Lattek ist gestorben, Wolfram Wuttke auch. Zwei Namen, die allen Fußballfans ab einem gewissen Alter etwas sagen und deren Tod nicht wenigen die Tränen in die Augen getrieben hat. Nicht nur, weil etwa bei Wuttke der Abgang von der großen Bühne des Lebens viel zu früh gekommen ist. Sondern auch, weil im Jahre 2015 der Fußball mitunter so geglättet und künstlich erscheint. Anders die Zeiten, in denen die Lippens, die Maiers, die Netzers, später auch noch die Baslers und Effenbergs die Liga beherrschten. Heute tauchen sie oft nur noch als TV-Experten in Sendungen wie dem “Doppelpass” auf und sind Randfiguren des Spiels geworden. Fehlen der Bundesliga die Typen? Oder gibt es sie noch irgendwo? Weiterlesen

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Lieber Felix Luz,

Felix Luz (Foto: Andreas Schlichter)

Felix Luz (Foto: Andreas Schlichter)

bei Deinen zwei Toren gegen Baunatal bist Du explodiert, im Interview nach dem Spiel vor den Kameras des Saarländischen Rundfunks warst Du weiter explosiv. Den Rundumschlag bekamen vor allem die Fans ab, die zu diesem Spiel einen Boykott veranstaltet haben und Unterschriften für eine außerordentliche Mitgliederversammlung gesammelt haben. Du fühlst Dich im Stich gelassen, forderst, dass es mal wieder um Fußball geht. Immer nur die Forderung von Köpfen in Saarbrücken lassen den Sport in den Hintergrund treten.

Im Grunde verstehe ich Dich ja: Dich macht einer dann in der Stadt oder per E-Mail für etwas dumm an, das Du nicht zu verantworten hast. Ist Scheiße und nicht angenehm. Ihr habt das Ziel Aufstieg, die Fans sehnen sich nach Aufstieg, da soll eigentlich sowas nicht vorkommen.

Aber mal eine Frage, Felix: Gerade war Winterpause, Wochen haben die Fans auf Fußball in der Liga, Jubel, Tore, Gesänge und Leidenschaft verzichtet. Sie haben wochenlang nur den leeren Ludwigspark gesehen. Ein Stadion, in dem die meisten von uns in Sachen Fußball auf den Rängen aufgewachsen sind und dass wir mutmaßlich bald gegen mehrere Jahre Elversberg eintauschen sollen. Ein Stadion, um das uns in seinem Zustand sicher keiner beneidet, aber in dem viele sich eben zu Hause fühlen. Denkst Du, dass es da diesen Fans, die sich für das Mittel des Boykotts entschieden haben, wirklich leicht gefallen ist, zu dieser Entscheidung zu stehen? Die Situation findet kein Fan toll!

Denkst Du, dass es den Fans und Mitgliedern gefällt, dass sie von ihren gewählten Amtsträgern im Aufsichtsrat und den Mitgliedern des Präsidiums nicht mit vollster Aufrichtigkeit behandelt werden? Ich meine, Fußball ist sicher letztlich nur der Sport um das runde Leder, aber ab dieser Klasse eben auch eine besondere Art von Unternehmen, in dem viel Emotionalität zusammenkommt.

Der 1. FC Saarbrücken als Verein hat sich verändert. Und wenn Mitgliedern nicht mehr zugetraut wird, über einfache Anträge abzustimmen (ob jetzt ein Anwalt falsche Prozenthürden präsentiert oder ob Leute bei Abstimmungen anders manipuliert werden)? Und wenn Fans nicht mehr zugetraut wird, zu akzeptieren, dass wir einen unpopulären Ex-Trainer als Sportdirektor haben? Sollen Fans wirklich immer diejenigen sein, denen mit Misstrauen und Verdächtigungen begegnet wird?

Oder brauchen wir eine neue Vereinskultur? Ich weiß, laut Deinem Torwart David Hohs macht Ihr ja keine Vereinspolitik. Abgestimmt über Meiko Palms Antrag habt Ihr aber komischerweise trotzdem. Auch das ist Politik.

Deswegen wäre einfach meine ganz persönliche Bitte an Dich, dem ich die Erstenttäuschung verständnisvoll nachsehe: Du, als Spieler, mit Deinen Kollegen als Mannschaft, könntet als Vermittler auf dem Platz zwischen einer Vereinsführung, die die Bodenhaftung verloren hat, und Fans, die sich einfach nicht mehr verstanden fühlen, auftreten. Ihr könntet die Vereinsführung zu mehr Aufrichtigkeit, weniger Intrigen untereinander und mehr Ruhe auffordern. Ihr könntet Euch vor alle stellen und sagen: “Vertraut Euch und behandelt Euch fair!” Ihr seid viele, auf Euch schaut man. Auf Fans schaut man nicht immer – außer sie machen sich eben durch Boykottaufrufe und Plakate bemerkbar. Und selbst das ändert oft erst einmal nicht viel.

Im Fußball wurde zuletzt immer wieder beklagt, dass es keine Typen mehr gebe. Typen sind die genialen Fußballer, die nicht nur für ihre Mannschaft wichtig waren, sondern auch mal den Mut hatten, aufzustehen und unpopuläre Dinge zu sagen. Auch ohne Angst vor ihrem Brötchengeber. Bist Du noch so ein Typ, Felix? Oder doch nur einer, der halt sagt, was der Chef hören will?

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