Personalplanungen Teil 2

Vom Bahnhof in Hendaye (mein Surfurlaub ist vorüber, leider) blogge ich mal einige weitere Eindrücke unserer Neuzugänge plus Zwischenfazit, da sich so langsam ein Muster abzeichnet.

Adam Straith (Abwehr): Ich weiß, dass einige Leser Adam Straith gewiss nicht als Neuzugang werten würden. Ich nehme ihn dennoch in diese Aufzählung mit rein, da er eigentlich zur kommenden Saison zu seinem eigentlichen Brötchengeber, dem FC Energie Cottbus, zurückkehren sollte. Die Lausitzer haben sich aber mit dem FCS auf eine Verlängerung des Leihvertrages geeinigt. Ein Modell, das in den vergangenen Jahren nicht zu selten zu beobachten ist: Ein Spieler wird ausgeliehen, kehrt aber aus den unterschiedlichsten Gründen nicht zurück (zu hohes Angebot auf Position, keine Perspektive meist).
Straith kam in der Winterpause und hat relativ schnell Fuß gefasst. Der Kanadier kann in der Abwehr sowohl innen, als auch auf der Rechtsaußenposition spielen. Vor allem letzteres könnte nach dem Abgang Forkels der Stammplatz von Straith werden, sollte hier nicht noch jemand geholt werden oder Lerandy auf diese Position rutschen, die er allerdings nicht immer fehlerfrei interpretierte. Da Straith den FCS bereits ein halbes Jahr kennt, dürfte er gute Karten haben – sollte allerdings auch wie Kai Gehring auf der Hut vor einem Leistungsabfall sein.

Tim Knipping (Abwehr): Der 19-jährige Innenverteidiger ist ein sehr interessanter Spieler. Bei Hessen Kassel in der Regionalliga Süd stieß er 2011 von der A-Jugend sofort in den Profikader, setzte sich durch und gehörte sehr schnell zur ersten Elf. Vor allem in der Innenverteidigung, wo junge Spieler oft gegenüber erfahreneren Spielern im Nachteil sind, ist das beachtenswert.
Fast noch beachtenswerter ist es, dass hier dem FCS ein kleiner Coup gelungen ist: Knipping galt seit seiner ersten Profisaison als großes Talent, stand als einer der besten Innenverteidiger der RL Süd auf dem Zettel anderer Vereine. Der FCS konnte ihn für zwei Jahre an ihn binden, was zumindest bedeutet: Bestätigt Knipping in der 3. Liga seinen Status und weckt das Interesse höherer Vereine, könnte diesmal der FCS selbst als Durchgangsstation noch von einer Ablöse profitieren.

Kevin Maek (Mittelfeld): Eine weitere kleine Überraschung im FCS-Portfolio: Der 23-jährige Kevin Maek von Zweitligaabsteiger Alemannia Aachen wird Blau-Schwarzer. Vorgesehen ist der Hüne (1,92 m), der bereits bei Werder Bremens U23 den FCS auf sich aufmerksam machte, dann aber nach Aachen ging, auf der Sechserposition. Den Niedergang Aachens erlebte Maek lange Zeit vom Krankenbett aus – eine Verletzung zwang ihn lange zum Zusehen. Beim FCS dürfte der Mann mit Drittligaerfahrung bei Verletzungsfreiheit gesetzt sein.

Mein Eindruck: In der zweiten Welle von Neuzugängen verstärken sich mehrere Muster. Zum einen stärkt man weiter die Abwehr. Das ist kaum verwunderlich, wenn man bedenkt, dass der FCS mit einer der besten Offensiven der Liga letztlich am Ende nur im Tabellenmittelfeld landete. Man hat mehrere Schwachstellen wie die Position des Linksverteidigers, zudem herrschte zu geringerer Konkurrenzdruck in der Verteidigung. Das ändert sich nun, sollte aber nicht zu lange in große Personalrochaden ausschweifen. Bereits 2009/2010 war Luginger zu Beginn der Saison nicht in der Lage, schnell eine Stammelf herauszubilden und variierte zu oft – extrem unterschiedliche Ergebnisse zu Saisonbeginn waren die Folge.
Zweitens verstärkt sich der Trend zu Spielern, die entweder aus der Regionalliga kommen oder aber bei gleich- oder höherklassigen Vereinen keine Perspektive besitzen. Die Transferaktivitäten unterscheiden sich von den jährlichen Aufstiegsaspiranten wie Offenbach und Wehen erheblich – diese schwächen bekanntlich gerne die Konkurrenz mit Transfers innerhalb der Liga. Allerdings zeigte diese Taktik in der Vergangenheit nicht immer den gewünschten Effekt.
Was beim FCS am Ende der Fall sein wird, lässt sich schwierig sagen. Man erkennt, dass man so langsam auf ein mittelfristiges Ziel arbeitet, das da lautet: Aufstieg. Dass dies bereits diese Saison zwingend passieren soll, geht für mich aus diesen Transfers aber noch nicht hervor. Dafür fehlen noch die Neuzugänge, die auch genügend Zweitligaerfahrung haben.

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