5 Fanartikel, die dem FCS-Fanshop fehlen

Der Fanshop des FCS

Der Fanshop des FCS

Das Nörgeln, das Mäkeln, das schnaufende Ablehnen, das sind einfache Dinge. Aber der Einfachheit vieler Emotionsausbrüche wohnt oft etwas sehr Wichtiges und oft Übersehenes inne: Die Ehrlichkeit. Was scheiße ist, ist auch oft wirklich scheiße. Und was gut ist, wirklich gut. Beim Fanshop des 1. FC Saarbrücken denk ich mir das oft. Wie? Ich beschäftige mich mit so etwas Überflüssigem wie Schals, Trikots und Duschgel, während in den Stadien der 3. Liga der Abstiegskampf tobt? Komm mal runter von Deinem hohen Ross der Ausreden und lass mich doch mal erklären.

Der Fanshop hat viele Dinge im Programm, die ich nicht brauche. Wenn ich mir z.B. einen Koffer für die Reise kaufen will, mach ich das sicher nicht beim 1. FC Saarbrücken, der erst dann liefert, wenn vier andere Bekloppte den gleichen Einfall haben. Und ich brauch auch nicht zig Funktionsgegenstände mit dem Wappen von meinem Verein drauf. Aber mal so unter uns, lieber FCS: Es gibt da Dinge, mit denen könntest Du sogar einen Miesepeter wie mich locker einwickeln.

1. Nostalgietrikots.

Die saarländische Nationalelf

Die saarländische Nationalelf

Die Idee ist wirklich nicht neu. Zum 100-jährigen FCS-Jubiläum gab es den Anstoß vom Fanprojekt Innwurf und ludwigspark.de, eine Nachbildung des Trikots der 1950er Jahre anzubieten – mit Schnürkragen. Kurz darauf gab es vom darauf spezialisierten Hersteller Copa ein Langarm-Trikot im Stil der 1970er Jahre – mit Sponsor Jägermeister. Und zuletzt ein an den frühen 1960er Jahren orientiertes, schlichtes blau-schwarzes Hemd mit Schnürkragen. Doch warum nicht mehr?

Die große Stärke des 1. FC Saarbrücken, seine Geschichte, spielt der Verein kaum aus. Nachbildungen der Trikots aus dem Vizemeisterjahr 1952, vom 6:1 über Bayern 1977 oder vom DFB-Pokalviertelfinalsieg 1985 sind Fehlanzeige – dabei wären sie bei anderen Vereinen fester Bestandteil im Fanshop. Natürlich darf gerade über manch vergangenes Trikotmodell eine Diskussion in geschmacklicher Hinsicht geführt werden – gerade Aktionen wie der Trikottag 2012 in Karlsruhe zeigen aber, wie beliebt das Thema in Saarbrücken ist.

Besonders 2014 würde sich ein Retro-Trikot stark anbieten: Das der saarländischen Nationalelf von 1954, die in der WM-Qualifikation gegen Norwegen und Deutschland spielte. Der Verein könnte gerade hier in Kooperation mit dem Saarländischen Fußball-Verband einen echten Renner für den Fanshop anbieten, der besonders bei Saar-Nostalgikern und Lokalpatrioten sicher gut ankommen würde.

2. DVDs mit historischen Spielen.

Weiter geht es mit der Geschichte. Natürlich findet jeder Fan mit einer fünfminütigen Google-Suche Spielzusammenfassungen von Klassikern wie dem 6:1 über Bayern München oder anderen Filmen vergangener Tage. Im Vergleich zu anderen Fußballvereinen mit ähnlicher Tradition ist der geneigte FCS-Fan aber eher auf Gleichgesinnte angewiesen, die irgendwann mal ihr VHS-Archiv digitalisieren. Und dann kommen dabei auch nur allenfalls zehnminütige Clips heraus, losgelöst von jeglichem Kontext.

In Kooperation mit dem Saarländischen Rundfunk könnte der Verein mal das gesamte Archivmaterial dieser herausragenden Spiele in eine Sammlung (ob bis dahin die DVD noch der gängige Standard wäre?) bringen und das ganze mit Interviews mit den damals beteiligten Spielern und Trainern, vielleicht auch Fans und anderen Wegbegleitern, anreichern. Es wäre definitiv ein größerer Verkaufsschlager als die VHS-Kassette vom 6:1 über Bayern München, die es mal für fünf Euro im Fanshop zu haben gab. Die Länge: Zehn Minuten.

3. T-Shirts aus Fan-Wettbewerben.

Das hier ist nun wirklich auch nichts komplett Neues. Im Sommer 2013 startete die Fanbetreuung des 1. FC Saarbrücken einen T-Shirt-Wettbewerb auf Facebook. Es gab einen klaren Gewinner – aber davon, dass der Gewinnerentwurf im Fanshop hängt, scheinen Verein und Fanbetreuung noch weit entfernt.

Ob Facebook wirklich die passende Plattform für solche Wettbewerbe ist, darüber lässt sich trefflich streiten. Es gibt definitiv eine hohe Rückmeldung, aber natürlich werden Facebook-Ablehner ausgeschlossen. Aber wieso übernimmt man nicht einfach die Idee und macht einmal pro Saison – am besten natürlich in den Sommermonaten – einen großen Wettbewerb für T-Shirtmotive? Fans fühlen ihre Interessen beachtet, es gibt eine hohe Aufmerksamkeit und die Gefahr, dass sich der Fanartikel im Ladenhüter entwickelt, wird schon vorab eingedämmt.

4. T-Shirts/Kapuzenjacken mit ikonenhaften Spielszenen.

Wie schon bei den ersten beiden Punkten: Die Geschichte des FCS gibt allein schon genug Stoff her, aus dem sich vorzeigbare Fanartikel machen ließen. Das Kreieren von Textilware mit ikonenhaften und kultigen Szenen aus der Fußballwelt beherrscht zum Beispiel SpielRaum. Ob Dragoslav Stepanovic oder Eric Cantona, die T-Shirts sind sowohl für wöchentliche Kurvengänger, als auch für Fußball-Hipster zum Tragen geeignet.

Ob sowas nicht auch in Saarbrücken möglich wäre? Die T-Shirts der Virage Est mit stilisierten Aufnahmen vom Ludwigsparkstadion gehen in diese Richtung. Dabei gäbe es noch viel mehr Szenen und Legenden auf dem Platz, die hier passen würden. Eric Wynaldas Torjubel in der Bundesliga, Uwe Klimaschefski, Herbert Martin, Peter Eichs gehaltener Elfmeter gegen Schweinfurt.

5. Poster und Kunstdrucke.

Auch das ist zwar ein alter Hut, aber einer der gut sitzt: Poster und Kunstdrucke werden vom FCS-Fanshop gehörig unterschätzt. Es scheint so, als ob die Welt der Wandverschönerungen mit dem jährlichen Mannschaftsfoto in Saarbrücken aufhört – und selbst hier muss der FCS-Anhänger derzeit in Kauf nehmen, dass er eigentlich die Hälfte des aktuellen Mannschaftsfotos schon mit einem schwarzen Marker durchstreichen kann.

Warum nicht mal andere Motive? Ein ausverkaufter Ludwigspark etwa, historische Spielszenen, Mannschaften der 50er Jahre, alte Fanblöcke, Collagen aus alten Spielerfotos, Choreographien, Einzelfotos aktueller Spieler. Dass es 2014 schon einen Fotokalender des 1. FC Saarbrücken gab, macht zumindest etwas Hoffnung, dass die Fanartikelabteilung diese Möglichkeiten bald entdecken könnte.

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