Pflicht. Sieg.

IMG_6201Der 1. FC Saarbrücken ist innerhalb weniger Wochen vom hoffnungslosen Fall zum ernstzunehmenden Verfolger von Kiel Chemnitz, Elversberg und anderen entwickelt. Doch bis zum Klassenerhalt, dem fast nicht mehr für möglich gehaltenen Ziel, sind es noch elf Spiele. Siege wie das 3:2 über Jahn Regensburg mögen in der aktuellen Situationen nichts weiter als Pflichtsiege sein – und zwar nicht im abgegriffenen Sinne, dass der Sieg ja Pflicht sei, weil der Gegner so schwach ist. Aber sie sind so viel mehr.

Ohne den erkrankten Stefan Reisinger, die aus dem Kader gestrichenen Maurice Deville, Lukas Kohler, Artur Schneider und Jaron Schäfer und den gekündigten François Marque gab es für Fuat Kilic wieder einiges umzustellen. Vito Plut feierte seine Rückkehr in die Startelf, ebenso die in Heidenheim gesperrten Raffael Korte und Philipp Hoffmann. Auf der Bank mussten Taku Ishihara und Nils Fischer Platz nehmen.

IMG_6207Auch ohne Reisinger traten die Blau-Schwarzen selbstbewusst und spielbestimmend auf – eine Kopie der Anfangsphase gegen Unterhaching. Und auch wieder wurde der FCS für ein sehr intensives Spiel belohnt: Vito Plut holte gegen Torwart Bernhard Hendl den ersten Strafstoß für den FCS in dieser Saison heraus – bislang waren solche Standardsituationen eher den Gegnern des FCS vorbehalten. Marcel Ziemer verwandelte souverän – 1:0 für den FCS nach 10 Minuten.

IMG_6203Auch in der Folge blieb blau-schwarz die aktivere Farbe auf dem Rasen und hätte das Ergebnis hochschrauben können – stattdessen waren es aber die Regensburger von Thomas Stratos, die eine Fehlerkette in der FCS-Abwehr konsequent ausnutzten. Mehrmals hätte die FCS-Hintermannschaft den Ball weit raus aus dem Strafraum schlagen müssen, vielleicht zog der ein oder andere Spieler aus Angst vor einem weiteren Strafstoß zurück und am Ende landete der Ball im Tor von Timo Ochs: 1:1 durch Abdenour Amachaibou. Kurz vor der Pause kam es dann zur Aufregerszene des Spieles: Hendl war zu weit herausgelaufen und musste einen Heber von Ziemer an der Strafraumgrenze parieren. Die Vortribüne wollte partout ein Handspiel gesehen haben, der Schiedsrichter eben nicht. Die Fernsehbilder stützen letztlich die Version des DFB-Vertreters, der sich zu Unrecht bis Spielende als „Schieber“ titulieren lassen musste.

Zum Glück haben weder das Gegentor noch die vermeintliche Fehlentscheidung die Spieler aus ihrem Konzept gebracht. Ein Beweis für das neue Selbstvertrauen? In fußballerischen Aktionen ausgedrückt hieß das: 2:1 durch André Mandt in der 52. Minute. Der nicht immer geliebte, aber dafür dynamische Korte setzte sich auf rechts durch, legte flach an die Strafraumkante zurück und der aus Leverkusen gekommene Mandt durfte einnetzen. Er mag zwar eher wie ein C-Junior aussehen, gespielt war das aber mit einer Kaltschnäuzigkeit, die manch erfahrener Spieler in blau-schwarz gerne hätte.

100% Schweinegeil - Rouge von der Bliesgaubande in Faasendstimmung.

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Weiter ging es mit den FCS-Festspielen. Marcel Ziemer und Raffael Korte liefen zu Höchstform auf, fanden aber mehrmals ihren Meister im ebenso starken Jahn-Schlussmann Hendl. Dessen Vorderleute lieferten wenig Arbeitsnachweise. Den K.O. für die Stratos-Truppe setzte der eingewechselte Taku Ishihara nach einem mustergültigen Konter, eingeleitet von Korte, vorbereitet von Ziemer. Ab diesem Zeitpunkt wollte der FCS durchaus noch das eigene Torverhältnis aufbessern, es gelang ihm aber nicht. Dafür kassierte Timo Ochs in der Nachspielzeit das 3:2 – der erste Gegentreffer der Saison nach einem klaren Torwartfehler.

Der FCS ist damit runter vom letzten Tabellenplatz und gibt auch den zweifelhaften Titel der schwächsten Heimmanschaft an Wacker Burghausen ab. Fuat Kilic hat damit in dieser Saison schon so oft zu Hause in der Liga gewonnen wie seine beiden Vorgänger zusammen. Das sind immer noch erschreckende Zahlen und durch einen Platztausch hat sich objektiv wenig daran geändert, dass die Abstiegsgefahr noch immens ist. Aber warum scheint die Hoffnung so groß wie nie? Es ist das veränderte Gesicht der Mannschaft innerhalb eines kurzen Zeitraums.

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Eine Antwort zu Pflicht. Sieg.

  1. theHatta schreibt:

    Randnotiz: Die Vorlage zum 2:1 kam nicht von Korte (der leitete den Spielzug ein), sondern von Hoffmann.

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