Die fünf wichtigsten Duelle: Chemnitzer FC – 1. FC Saarbrücken

200px-Chemnitzer_FC_Logo.svg1. Kellerkind gegen Kellerkind

Sechs Punkte von Saarbrücken nach Chemnitz. Beim Gastspiel der Blau-Schwarzen bei den Himmelblauen geht es um den Verbleib in der 3. Liga – das viel zitierte „Sechs-Punkte-Spiel“. Der CFC hat dabei die leicht bessere Ausgangslage: Nach dem 2:1 bei Hansa Rostock ist die Mannschaft von Karsten Heine derzeit mit hauchdünnem Vorsprung auf dem 17. Tabellenplatz, dem ersten Nichtabstiegsplatz. Fuat Kilics Löwen schöpfen neuen Mut dank des Sieges über Jahn Regensburg, der auch eine spielerische Klasse offenbarte, die seit dem Sieg im DFB-Pokal über Werder Bremen nicht mehr zu sehen war. Die Voraussetzungen sind klar: Chemnitz kann sich mit einem Sieg von einem gefährlichen Konkurrenten absetzen, Saarbrücken kommt hingegen zwar nicht von Rang 19 weg, aber wieder näher ran an die Gegner.

2. Enttäuschung gegen Enttäuschung

Und bei genauer Betrachtung der Situation im Sommer 2013 werden sich nun viele – mich eingeschlossen – fragen, wie es denn dazu kommen konnte. Erinnert sich jemand, dass der FCS und der CFC vor Saisonbeginn sogar von Trainern der Drittligisten als Geheimfavoriten auf den Aufstieg gehandelt wurden? Saarbrücken mit vermeintlichen Topeinkäufen wie Andreas Glockner, Thomas Rathgeber und Maurice Deville, Chemnitz mit Ronny Garbuschewski, Anton Fink und einem der besten Trainer des Ostfußballs, Gerd Schädlich.

Ursachenforschung? Ist vermutlich zum jetzigen Zeitpunkt unerheblich, da nur noch Symptome bekämft werden können, sprich: Der sportliche Abstieg. In Chemnitz versuchen die Verantwortlichen mit dem Aufstiegstrainer von Holstein Kiel, Karsten Heine, ins Ziel zu kommen. Zwischenzeitlich kamen andere Probleme hinzu. Der Tiefpunkt war dabei die „Biernominierung“ des 18-jährigen Mittelfeldtalents Christian Mauersberger, der seinen alkoholischen Ausfall mit rassistischen Äußerungen garnierte. In diesem schwierigen Umfeld soll mit Stephan Beutel ein erfahrener Sportdirektor für Ruhe sorgen. Langjährige Engagements beim FC St. Pauli und in Erfurt sprechen für ihn. Vielleicht auch mal eine Idee in Saarbrücken, den vakanten Posten neu zu besetzen.

3. Ronny Garbuschewski gegen Manuel Zeitz

Zurück zu Ronny Garbuschewski. 24 Spiele, fünf Tore und neun Niederlagen sind der Arbeitsnachweis des in Grimma geborenen Spielers, der Anfang der Saison nach einem missglückten Intermezzo beim Bundesligaabteiger Düsseldorf nach Chemnitz zurückkehrte. Chemnitz, wo er sich zwischen 2009 und 2012 einen Namen machte und im Mittelfeld die Fäden zog. Bereits 2011 standen vermehrt die Abwanderungsgedanken auf der Tagesordnung, öffentlich kritisierte er, dass sein eigener Verein eine zu hohe Ablöse forderte. Mit 28 Jahren steuert Garbuschewski auf das Alter zu, in der die 2. Liga wohl eher ein Traum bleiben wird. Seinem Verein dankte er die Rückkehr bislang mit Leistung, fraglich ist allerdings, was mit ihm bei Abstieg geschieht.

Der Rückkehrer beim 1. FC Saarbrücken heißt Manuel Zeitz. In Bad Breisig ins (im wahrsten Sinne des Wortes) kalte Wasser geworfen, reifte er in Saarbrücken zum Führungsspieler und sollte dies auch zunächst in Nürnberg, dann in Paderborn, werden. Vielversprechende Ansätze in der Zweiten Bundesliga wichen der Bank und dem frühen Gedanken an Rückkehr. Nun ist „de Manu“ wieder zurück in der Heimat und hatte mit der wenig populären 48 auf dem Rücken einen holprigen Start, mit Tiefpunkt in Osnabrück. Seit drei Spielen ist Zeitz allerdings Herr der Lage im defensiven Mittelfeld und zeigt dort sowohl Abräumerqualitäten, als auch einen guten Spielaufbau. In Chemnitz darf der 23-Jährige seinen Rückkehrerkollegen Garbuschewski auf dem Platz stellen.

4. Anton Fink gegen Florian Ballas und Kevin Pezzoni

Die zweite Lebensversicherung der Chemnitzer heißt Anton Fink. Eigentlich müsste ich ihn nicht vorstellen, denn Fink ist die lebende Legende der Dritten Liga. Mit 65 Treffern in 132 Spielen hat der Bayer mit Abstand die meisten Treffer der noch jungen Liga erzielt. Zum Vergleich: Marcel Ziemer kommt in 140 Spielen auf 48 Tore – immerhin der vierte Platz. Vor Fink kann nicht genug gewarnt werden, denn nach einer Formschwäche analog zum gesamten CFC erlebt der 26-Jährige derzeit ein kleines Hoch, erzielte in den letzten beiden Spielen jeweils ein Tor.

Stoppen sollen ihn Florian Ballas und Kevin Pezzoni. Die Innenverteidigung ist unter Fuat Kilic – trotz zweier Aussetzer beim Sieg gegen Regensburg – zu einem wichtigen Mannschaftsteil geworden und strotzt geradezu vor Selbstvertrauen – was im Falle des Rückkehrers Ballas mit einer Berufung in die Kicker-Elf des Tages belohnt wurde. Im Duo mit Pezzoni nimmt der Scheidter die Rolle des modernen Schöngeists ein, der Situationen spielerisch lösen möchte. Der erfahrenere Pezzoni ist dagegen der „Harte“, dem auch die klassischen Tugenden wie das Grätschen liegen. Gegen Anton Fink müssen sie wohl beide ihr gesamtes Repertoire aufbieten.

5. Fernduell: Elversberger Marketing gegen Saarbrücker Öffentlichkeitsarbeit.

Es gibt sie doch noch, die klassischen Fernduelle im Saarland. Im direkten Vergleich steht es zwar Unentschieden (bei Anwendung der Auswärtstorregel sogar Sieg für den 1. FC Saarbrücken, 2:0 im Heimspiel, 1:3 auswärts), aber neben dem Rasen findet bekanntlich seit Erfindung der Fußballkultur (durch wen? Die Ultras? Die Kutten? Die 11 Freunde) wöchentlich der Schwanzvergleich statt. Bei der SV Elversberg, so die Kenner, wird vor allem an der Außendarstellung gefeilt. Das Bild ist einheitlich, gerade auf der eigenen Webseite, modern und sauber und mit dem Start des SVE-Ticker.TV gab es auch aus der Saarbrücker Fanszene zu hören, die zumindest die gute Qualität des produzierten Produktes bestätigten.

Beim 1. FC Saarbrücken ist eher Stillstand angesagt. Dieser kommt dabei gewiss nicht aus Reihen der Fans, wie etwa der Fanbetreuung, die zeigt, wie man eine ansprechende und aktuelle Facebook-Seite gestaltet und – Extralob hierfür – die CC-Lizenzen entdeckt hat (aber lasst doch irgendwann mal Bearbeitungen zu!). Auch Aufsichtsrat Florian Kern, der sich immerhin mit Ideen und Konzepten für die Öffentlichkeitsarbeit zur Wahl gestellt hatte und dann auch gewählt wurde, hat nun seine Offensive zur Außendarstellung angekündigt. Fanideen werden gesucht, ein Arbeitskreis soll entstehen. Alleine sind viele Fans bei all dieser Aufbruchsstimmung der Meinung, dass die Geschäftsstelle – und auch der Präsident – in dieser Angelegenheit nun mehr Enthusiasmus und Engagement zeigen müssen.

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