Fünf Duelle: 1. FC Saarbrücken – Wacker Burghausen

200px-Wacker_Burghausen.svg1. Jahn Regensburg gegen SV 07 Elversberg

Die Unerschütterlichen, die Optimisten, die Gläubigen, die Unverwüstlichen, sowie Fuat Kilic und Hartmut Ostermann haben noch den Rechenschieber draußen. Und der sagt bekanntlich, dass es noch die theoretische Chance auf den Klassenerhalt gibt. Theoretisch, weil es der 1. FC Saarbrücken eben nicht mehr in der eigenen Hand hat. Soll zum gefühlt zehnten Mal in der Rückrunde ein Funken Euphorie entstehen, muss der andere saarländische Drittligist, die SV Elversberg, gegen Regensburg verlieren.

2. SpVgg Unterhaching gegen VfL Osnabrück

Und natürlich muss auch Unterhaching verlieren.

3. 1. FC Saarbrücken gegen SV Wacker Burghausen

Und ja, auch der 1. FC Saarbrücken muss noch etwas dafür tun und gewinnen. Ich könnte jetzt an dieser Stelle auf einzelne Duelle eingehen. Etwa als der FCS Mario Basler aus dem Amt und die Burghauser vermeintlich aus der Liga schoss. Oder dass der ehemalige FCS-Stürmer Henrich Bencik auf den aus Scheidt stammenden Verteidiger Florian Ballas trifft. Und, und, und. Aber ist das wirklich wichtig? Wenn es wirklich noch um sportlichen Ehrgeiz geht, muss gewonnen werden. Selbst wenn es nur darum geht, sich mit Anstand aus der Liga zu verabschieden: Es muss gewonnen werden. Sollte nicht so schwer sein, in der Tabelle ist Burghausen die einzige Mannschaft, die wirklich als Außenseiter ins Saarland reist.

4. Der Saarfußball gegen den Bedeutungsverlust

60 Jahre Saarfußball heißt es derzeit in einigen Medien anlässlich des Jubliläums des Länderspiels zwischen der Saarauswahl und der späteren Weltmeistermannschaft Deutschland im Jahre 1954. Seither ist viel Wasser die Saar hinuntergelaufen und die Frage stellt sich, ob die Saar 2014 noch viel mehr als ein unbedeutender Nebenfluss im deutschen Fußball ist. Von einem Niedergang ist die Rede, bedingt dadurch, dass auf der Landkarte Saarvereine bald wohl nicht einmal mehr in der dritthöchsten Liga des Landes auftauchen. Es erscheint einigen unvorstellbar, dass einst Vereine wie Röchling Völklingen oder Borussia Neunkirchen in zweiter und erster Liga spielten.

Auf der anderen Seite scheint es so viele Saarfußballer in den ersten beiden Ligen zu geben, wie es schon seit vielen Jahren nicht mehr der Fall war. Und diese fristen auch kein Dasein auf der Ersatzbank wie Marc Ziegler, sondern sind Stützen ihrer Mannschaft und im Falle von Philipp Wollscheid oder Patrick Herrmann im Blickfeld der Nationalmannschaft.

5. Traditionsvereine gegen den Bedeutungsverlust

Aber vielleicht ist dieses schwierige Thema des Saarfußballs auch nur ein Abbild des Bedeutungsverlusts von Traditionsvereinen. Dass dabei nicht alleine festgefahrene Strukturen ein beträchtlicher Faktor des Erfolgs sind, sondern eben auch Fans und Umfeld ihren Anteil an der Misere beitragen, habe ich in einem Essay argumentiert. Natürlich stehen Zuschauer nicht auf dem Platz. Dennoch ist ihr Mangel an Selbstreflexion und dem Anerkennen von Realitäten eben ein unnötiger Nachteil und teilweise sogar ein beträchtliches Erfolgshindernis. Aber ist ja alles halb so wild – wenn wir absteigen, wird es halt eine geile Liga mit vielen Derbys. Auch schön.

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Mittelmaß mit Tradition

Zuschauer - auch Teil der Mittelmäßigkeit vieler Traditionsvereine

Zuschauer – auch Teil der Mittelmäßigkeit vieler Traditionsvereine

Abstieg und nächstes Jahr wieder Regionalliga. Es hat sich seit Wochen abgezeichnet und obwohl es eigentlich genug Zeit gab, sich mental auf einen weiteren Ligenwechsel nach unten vorzubereiten, ist das Umfeld des 1. FC Saarbrücken befindet sich trotzdem in mentaler Auflösung. Und damit meine ich nicht die Profi-, sowie Jugend- und Amateurabteilung, die sich seit der Ära Sasic nur noch angiften zu scheinen. Oder einzelne Personen im Präsidium und Aufsichtsrat, die im stillen Kämmerlein Pläne schmieden und verwerfen. Heute spreche ich mal vom Umfeld im Sinne von: Zuschauer, Fans, Mama, Papa, Oma und all diejenigen, die meinen, sie sind nicht Teil der Misere. Sind sie aber. Es ist eine der Eigenheiten fast aller Traditionsvereine.

Tradition ist ein Klotz am Bein. “Du weißt selbst, dass das nicht so ist”, meinte ein anderer Blogger, auch Fan eines Traditionsvereins. Seiner ist gerade dabei von Liga fünf in Liga sechs zu verschwinden. Oder noch schlimmer. Vielleicht habe ich das polemisch formuliert. Es ist durchaus ein Kapital. Mit der Bundesliga verbindet jedes Kind noch Namen wie den FC Bayern München, Borussia Dortmund, Schalke 04 oder den Hamburger SV. Eben nicht in erster Linie 1899 Hoffenheim oder den VfL Wolfsburg. Wir denken an auch Mannschaften früherer Tage , große Erfolge, lassen diese vor unserem inneren Auge wieder aufleben. Gerade bei Mannschaften, die nun in der zweiten, dritten oder einer noch tieferen Liga spielen, ist das Schwelgen in Nostalgie verlockend. Aber wir vergessen dabei oft einige Dinge: Weiterlesen

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Die fünf wichtigsten Duelle: Preußen Münster – 1. FC Saarbrücken

200px-SC_Preussen_Muenster_Logo.svg1. Gründungsbundesligist gegen Gründungsbundesligist

Der Klassiker für die Print- und Fernsehjournalisten am Anfang und natürlich um zu zeigen, dass sich selbst ein FCSBlog 2.0 der Tradition verpflichtet fühlt – das Duell der beiden Gründungsmitglieder der Bundesliga des Jahres 1963, der SC Preußen Münster gegen den 1. FC Saarbrücken. Was war es für eine Zeit! Kein SkyGo als Bilderlieferant, sondern manchmal vielleicht gar keine Bilder! Der “Boss” Helmut Rahn spielte beim MSV Duisburg (damals noch Meidericher SV) die Rolle, die vor einigen Jahren Mustapha Hadji beim 1. FC Saarbrücken spielte. Und Köln Meister. Mittendrin, statt nur dabei waren eben auch die beiden heutigen Drittligisten Münster und Saarbrücken. Das erste Duell im Preußenstadion endete mit 2:1 für die Hausherren, beim Rückspiel im Ludwigspark trennten sich FCS und SCP mit 1:1-Unentschieden. Am Ende der Premierensaison dieser neuen Liga, damals Premiumprodukt des DFB, durften sich beide Mannschaften immerhin brüderlich den Titel teilen, als erste Mannschaften überhaupt aus der Liga abgestiegen zu sein. Weiterlesen

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111 Jahre Erster Fußball-Club Saarbrücken

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Alles Gute alte Skandalnudel, alter Fahrstuhlklub, alter Mailand-Besieger, alter Vizemeister und Ende von Beziehungen, Freundschaften, Hoffnungen, manchmal aber auch unser Ausgleich zu schwierigen Zeiten. Dank Dir haben wir einen Großteil der Freunde unseres Lebens gefunden, dank Dir haben wir gelernt, was Zusammenhalt in guten, wie in schlechten Zeiten heißt. Dank Dir haben wir gelernt, dass Namen kommen und gehen, aber zumindest im kollektiven Gedächtnis bleiben. Du hast uns beigebracht, dass es Dinge gibt, die man nicht mit Geld kaufen kann, darunter auch den Bundesligisten im Saarland. Dank Dir dürfen wir uns wie das gallische Dorf aus “Astérix” fühlen: Ein falscher Spruch und wir liegen uns alle in den Haaren, aber gegen andere können wir doch mal einer Meinung sein.

Danke an die paar Verrückten des TV Malstatt, die am 18. April 1903 dem “Engländersport” Fußball in Saarbrücken eine Chance gegeben haben.

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From worst to best: Rückkehrer 2003/04 bis 2012/13 (Teil III)

Sambo Choji (Foto: FC-Magazin)

Sambo Choji (Foto: FC-Magazin)

In unregelmäßigen Abständen listet das FCSBlog Spieler auf, die zwischen den Spielzeiten 2003/2004 und 2012/2013 beim 1. FC Saarbrücken aktiv waren – nachdem sie schon zuvor irgendwann mal für den Verein das blau-schwarze Trikot trugen. Nachdem es in den ersten beiden Ausgaben jeweils um vier Spieler ging, deren Rückkehr meist nicht erfolgreich verlief (oder wie bei Michael Müller bislang von Verletzungen ausgebremst wurden). Nun kommen vier, deren Rückkehr keineswegs als Scheitern zu bezeichnen ist – aber von der Spitze sind wir noch entfernt. Weiterlesen

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Unberechenbar

fcshfc3Den 1. FC Saarbrücken der Saison 2013/2014 beschreibt der Titel der “Überraschungsmannschaft” der Liga ganz treffend. Anfangs sollte es überraschend nach oben gehen, es ging für manche mehr – andere weniger – überraschend ans Tabellenende, überraschenderweise ging dann auch noch der zweite Trainer. Und ohne, damit jemand noch damit gerechnet hätte, besteht nach dem 34. Spieltag der Dritten Liga weiter die rechnerische Chance auf den Klassenerhalt. 3:0 heißt das Endergebnis gegen defensiv anfällige Hallenser auf einem Betriebsausflug nach Saarbrücken. Und plötzlich schauen noch einmal alle Beteiligten auf die Tabelle: Bei sechs Punkten Rückstand auf das rettende Ufer und noch zwölf Punkten, die zu vergeben sind, darf wenigstens gehofft werden. Was bleibt einem sonst?

Freikarten. Das war zumindest die Antwort von Präsidium, Sponsor Hager und dem Aufsichtsrat auf die noch nicht ganz verlorene Hoffnung, auch 2014/2015 zum erlesenen Kreise der 20 Drittligisten zu gehören. Eine Antwort, die eben von der Rückständigkeit zeugt, die in Teilen der Gremien leider noch vorhanden ist – eine gut gemeinte, aber zu diesem Zeitpunkt eben nicht gute Aktion. Warum Freikarten? “Ei weil mir das halt friejer aach immer so gemacht hann”, schien die Antwort der Verantwortlichen zu lauten. Freikarten = Fans = Stimmung, so die Mathemathik. Weiterlesen

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Die fünf wichtigsten Duelle: 1. FC Saarbrücken – Hallescher FC

200px-Hallescher_FC.svg1. Hallenser gegen Halloren gegen Hallunken.

Das Wichtigste an erster Stelle: Sind’s Hallenser oder Halloren oder gar Hallunken? Die deutsche Ausgabe der Journalismus-Bibel Wikipedia stellt dazu fest: “Heutzutage werden Halloren jene genannt, die Mitglieder der Bruderschaft der Salzwirker im Thale zu Halle sind. Hallenser bezeichnet die in Halle geborenen Menschen, während die Zugezogenen scherzhaft „Hallunken“ genannt werden. Ein Hallunke kann niemals ein Hallore werden, ein männlicher Hallenser aber schon, wenn er nachweisen kann, dass ein Mitglied seiner Familie einmal in der Salzgewinnung tätig war.”

Das heißt in aller Kürze für das Spiel am Samstag: Außer dem gebürtigen Hallenser Toni Lindenhahn sind alle HFC-Akteure Hallunken und werden zu Halunken, wenn sie am Samstag dem 1. FC Saarbrücken auch nur einen Punkt stibitzen. Einfach, oder? Weiterlesen

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