Zum 9. November

Heute ist der 9. November und zu diesen Tag und zu diesen Saarbrücker Platz möchte ich Euch nun einiges erzählen. Es hat nichts mit Fußball zu tun, aber wer den Verein 1. FC Saarbrücken und die Stadt und das Land lebt, sollte sich auch mit der Geschichte der Stadt Saarbrücken beschäftigten.

Ganz in der Nähe der FCS-Geschäftsstelle stehen diese Baumstämme. 40 an der Zahl und – alle aus Bronze, die natürlich gepflanzte Bäume kreuzen. Es ist „Der unterbrochene Wald“ ein Kunstwerk von Ariel Auslender. Die gefällten Bäume symbolisieren das jüdische Leben, das von den Nationalsozialisten brutal aus der deutschen Gesellschaft gerissen wurden. Menschen gehörten nicht mehr dazu, obwohl niemand wirklich anders war.

1933 lebten noch etwa 2.100 jüdische Menschen in Saarbrücken, mit der Saarabstimmung 1935 verließen bereits viele das Saarland. Der Nationalsozialismus war für die Saarbrücker Jüdinnen und Juden eben nicht nur ein Führer in Berlin, sondern auch der frühere Nachbar, der Arbeitskollege, die Bekannte von nebenan. Firmen mussten unter Wert verkauft werden, Gesetze schränkten das jüdische Leben ein. In den Pogromen des Novembers 1938 stürmten viele „einfache“ Saarbrückerinnen und Saarbrücker die Wohnungen jüdischer Familien, brannten die Synagoge nieder und trieben die jüdischen Männer der Stadt zum Gefängnis Lerchesflur.

Das Kunstwerk heißt „Der unterbrochene Wald“, um auch eine Chance auf eine Fortsetzung des Unterbrochenen zu geben. Saarbrücken hat wieder eine Synagoge und eine jüdische Gemeinde. Für uns kann diese Geschichte der Stadt nur Auftrag sein, um jedes Jahr nicht nur an den November 1938 zu erinnern, sondern auch zu sagen: Nie wieder.

Mehr zum Thema:

https://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/s-t/1713-saarbruecken-saarland

https://www.saarbruecken.de/media/download-55127bcdbccb8

https://de.wikipedia.org/wiki/Novemberpogrome_1938

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