Jäger des verlorenen Stürmers

Wer bringt die Bälle im neuen Ludwigspark ins Tor?

Die Luft über dem FC-Sportfeld ist für den ersehnten Aufstieg und das beste Abschneiden im DFB-Pokal seit 35 Jahren erstaunlich dick. Das mag vordergründig am blamablen Auftritt im Saarlandpokal liegen, aber eigentlich bestimmt die Angst die Gemüter: Angst, dass das System des Trainers in der Liga nicht erfolgreich ist. Angst, dass eine wichtige Baustelle in Kader nicht ausreichend besetzt ist. Entsprechend verkündet Sportdirektor Jürgen Luginger nun in der BILD-Zeitung: Wir suchen noch einen Mittelstürmer.

Tatsächlich scheint die Suche angebracht. Mit Sebastian Jacob hat der FCS einen klaren Stürmer Nr. 1, aber der hat eben auch eine Verletzungshistorie. Ohne die würde Jacob (19 Spiele/17 Tore in der letzten Saison) mutmaßlich nicht beim FCS, sondern eine Liga höher spielen. Zudem kann Jacob im offensiven Mittelfeld ran – dann bliebe aktuell aber kaum Spielraum. 

Rückkehrer Maurice Deville ist wie der bislang enttäuschende Timm Golley nicht unbedingt am Stärksten im Zentrum. Linksaußen José-Pierre Vunguidica kam eins als Stürmer, hat aber bei Trainer Kwasniok wenig Aktien. Mit Fabian Eisele und Gillian Jurcher haben zudem zwei Stürmer den Verein verlassen. Eisele kam einst als Notlösung, war als Back-Up-Stürmer vielleicht der Zuverlässigste der letzten Jahre. Im Gegensatz zu Namen wie Carl oder Zschusschen traf der nach Steinbach gewechselte Eisele oft in wichtigen Momenten, wurde aber nie Stammspieler. Dass sich nach Jurchers bizarrem Abgang eine Kehrtwende vollzieht mit dem neuen Sportdirektor, scheint ausgeschlossen.

Nun liegt es am Sportdirektor auf einem von Corona geprägten Markt, Ausschau nach einem Stürmer zu halten, der bezahlbar ist, sofort weiterhilft und erstmal kein Problem mit dem Platz auf der Bank hat. Bei Ligakonkurrent Waldhof Mannheim sind übrigens die Verträger zweier Stürmer ausgelaufen, die durchaus in dieses Profil passen würden: Mounir Bouziane (29) und Kevin Koffi (34). Beide sind zwar bei Waldhof noch nicht ganz abgeschrieben, aber zumindest Koffi kennt als ehemaliger Elversberger bereits das Saarland.

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