24 Tore in 59 Spielen und vereinslos

Damals noch im Team, heute außen vor: Gillian Jurcher

Mal ein, zwei Gedanken zu einer Personalakte, die fast schon vergessen ist. Und das trotz einer ordentlichen Bilanz in zwei Jahren für den 1. FC Saarbrücken: Gillian Jurcher.

Damals als fast schon Ex-Talent aus Halberstadt geholt, erlebte er zwei wahnsinnige Jahre, vor allem in seiner ersten Saison. Den Knackpunkt erlebte er im letzten Sommer, als er bereit war, eine neue Herausforderung zu suchen – was unter Fußballern durchaus normal und legitim ist, aber was offen ausgesprochen in Saarbrücken mit Liebesentzug bestraft wird.

Jurcher musste bleiben (denn schließlich hatte er einen Vertrag unterschrieben bis 2020) und lieferte eine durchwachsene zweite Saison ab, ließ aber gerade im Pokal immer wieder seine Stärken aufblitzen. Nun ist er ohne Verein und wurde zuletzt von Zweitligist Würzburg abgelehnt, für die er als Testspieler auflief.

Warum nun ein Text zu einem Spieler, der für uns Vergangenheit ist? Ich glaube, dass es trotzdem einen interessanten Gedankengang gibt: A) Es rächt sich in der Branche, in unteren Ligen sich aus dem Vertrag rauswinden zu wollen. Das können die Dembeles dieser Welt, aber nicht Leute, die mit 22 in der 4. Liga kicken. Denn von denen gibt es ein paar mehr als die wahren Ausnahmekicker.

Und B): Es wird spannend zu sehen, wie sich Corona auf die untere Profibranche des Fußballs auswirkt. Hier scheinen die Auswirkungen doch größer, denn im Normalfall müsste auch ein Jurcher nicht Ende August zum Vorspielen antreten, sondern hätte schon seit Juli einen neuen Klub. Zwar starten die Ligen alle später, aber Spieler, die jetzt noch wechseln, sind in der Regel weniger geplante Einkäufe als aus der Not geboren. Und ich schätze, dass wir Jurcher in der nächsten Saison bestimmt irgendwo sehen werden, wo die Not erst noch auftauchen muss.

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