Gedanken zum internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie.

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Dieser Text erschien zuerst am 17. Mai 2020 auf Facebook.

Heute ist der 17. Mai – der internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie. Ich möchte jetzt mit dem Text mal ein paar Dinge dazu aufschreiben, die eigentlich auch im Fußball selbstverständlich sein sollten, es aber leider immer noch nicht sind und auch nicht morgen plötzlich werden.

Als Fan stand ich oft in der Kurve und hab Gegner als „schwul“ bezeichnet, auch mich über die „Homoburger“ lustig gemacht, weil es ja darum geht, irgendwie besser, stärker und cooler als der Gegner zu sein. Also ihn möglichst kreativ zu beleidigen.

Aber das war von mir nicht kreativ oder stark. Sondern Scheiße gegenüber allen Schwulen, Lesben, Bi-, Inter- und Transsexuellen. Weil ich denen mit meinen Worten vermittelt habe: Ihr seid nicht Teil unserer Fußballwelt.

JEDE UND JEDER von uns hatte irgendwann mal im Leben einen Moment, wo wir auf der Arbeit, in der Schule, in unseren Familien oder in der Beziehung nicht genug Rückhalt und kein Verständnis bekamen. Und oft war dann unsere Fußballfamilie beim FCS im Stadion die, die zu uns gestanden hat. Weil bei uns nur zählt, dass Du am Wochenende gemeinsam für den FCS bist, ein paar gute Stunden im Stadion, in der Kneipe oder auf der Fahrt haben willst. Sollte es da eine Rolle spielen, ob ein Mann Männer oder eine Frau Frauen mag? Oder sich nicht in Geschlechterrollen einzwängen will? Spielt das überhaupt eine Rolle für die Werte, die unseren FCS ausmachen?

Fankultur ist etwas gewachsenes, aber sicher auch etwas, was sich immer verändern wird und kann. Deshalb finde ich: Wenn sich was verändern darf, dann dass wir alle überlegen, ob wir nicht den Gegner auch etwas kreativer beleidigen können, ohne dass wir gleich allen Fußballfans, die nicht heterosexuell sind, ein schlechtes Gefühl dabei geben, das gleiche Hobby zu haben wie wir.

Ich weiß, dass da vielleicht viele eine andere Meinung dazu haben und das hier „zu politisch“ für ein Blog zum 1. FC Saarbrücken ist. All denjenigen sage ich: Denkt mal darüber nach, ob wir nicht eine FCS-Fangemeinde FÜR ALLE sein wollen? Oder halt nur eine für richtige Betonköpfe.

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