Ein Offener Brief an Gillian Jurcher

gili9717

Lieber Gillian Jurcher,

ich will Dich nicht aufgeben für den 1. FC Saarbrücken. Das klingt absurd, denn auch ich habe die Pressekonferenz vor dem Endspiel morgen gesehen, habe die Worte von Deinem Trainer gehört und könnte irgendwie gut verstehen, wenn Dir jetzt einfach danach ist:

Sachen in den Koffer werfen und einfach weg.

Die Situationen kennt jeder und manchmal hat man einfach kein Bock mehr auf „Tschüß“, obwohl man das ja normal in Deiner Heimatstadt Hamburg sagt.
Lieber Gillian, Du hast in dieser Saison einen geilen Fußball gespielt und wenn es Fans gibt, die jetzt rufen „Soll er doch abhauen! Reisende soll man nicht aufhalten“, dann ist da auch vermutlich viel verletzte Liebe dabei. Auch die wissen, dass in vielen Spielen, in denen Deine Nebenleute vielleicht nicht ihre besten Ideen am Start hatten, einfach mal gerannt bist. Einfach mal den Ball am Fuß und im Tor unterbringen.

So einfach wie schön. So wie Fußball sein soll.

Vielleicht ist das, was zwischen dem Trainer und Dir oder anderen und Dir auch irgendwie verletzter Stolz. Verletzungen fühlen sich immer Scheiße an. Und gerade in einem der tollsten Berufe der Welt, also Deinem, passt das nicht. Ich weiß es nicht und es geht mich eigentlich auch nix an. Trotzdem bitte ich Dich als Fan einfach mal:

Steh drüber. Sei stark. Lass Dich fordern, aber nicht provozieren.

Wir Fans haben viele Fußballer kommen und gehen sehen. Vor allem gehen. Und manch einer hätte eine große Karriere machen können, ist aber am Ende an sich selbst gescheitert. Weil er sich selbst mal falsch eingeschätzt hat oder auch er andere falsch eingeschätzt hat.

Ich will nicht, dass Du einer von denen wirst. Ich weiß zwar, dass Du irgendwann gehen wirst. Leider vielleicht schon bei einem entsprechenden Angebot in diesem Sommer. Aber Dein Vertrag geht bis 2020 und wenn Du bleibst, möchte ich den Gillian sehen, der in dieser Saison fantastisch aufgetreten ist. Stark, unbekümmert, leicht. Der ein Teamplayer ist, ein Profi auf dem Platz und der mit 22 Jahren auch noch mal anerkennt, wo sein Platz ist.

Mach es bitte nicht Deinem Verein schwer.
Mach es bitte nicht Deinen Mitspielern schwer.
Und auch, wenn’s schwer fällt:
Mach es nicht Deinem Trainer schwerer als es sein muss.

Mach es nur Deinen Gegnern auf dem Platz schwer.

Ich hoffe, wir haben noch nicht alles von Dir gesehen. Und ich hoffe, dass wir Dich noch in Blau-Schwarz sehen und gemeinsam Deine Tore bejubeln.

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