FCS – Waldhof – Ein Drama in 5 Akten

Prolog: Beruflich bedingt limitieren sich meine Spielbesuche derzeit auf die zwei bis drei Male im Jahr, in denen ich im Saarland bin. Zumindest bis der 1. FC Saarbrücken wieder in einer überregionalen Liga antritt. Derzeit Regionalliga und das heißt dann Region von Ulm bis Kassel. Aber eben nicht mehr. Was folgt, ist mein erster Spielbesuch seit fast anderthalb Jahren.

1. Akt

Der FCSBlogger geht mit FC-Schal durch Völklingen.

ÄLTERER HERR, DER AUS EINEM AUTO STEIGT: Heijt haue mir die weg!
FCSBLOGGER: Ei joo! Misse mer!

IMG_2649Der Weg zum Stadion verläuft ereignislos. Eine verwirrte Horde von Polizeikastenwägen rollt gemächlich die lange Allee Richtung Herrmann-Neuberger-Stadion entlang. Etwas scheint die Spezialeinheiten zu behindern. Das Auflösung des Rätsels: Eine Baustellenampel legt den Verkehr lahm.

Innerer Monolog:

FCSBLOGGER: Wie wollen die denn Mannheimer Rüpelhorden stoppen, wenn die schon am kleinen roten Ampellicht scheitern?

Es geht zum Kassenhäuschen. Der FCSBlogger zückt den Mitgliedsausweis und erwirbt zum reduzierten Preis von sieben Euro ein Stehplatzticket für den D-Block. Quasi wie früher im Ludwigsparkstadion (RIP 1953-2016). Nur in diesem Fanblock stehen eben jene Fans, deren Karriere als „aktive Fans“ (sprich: Gesang über 90 Minuten ungeachtet des tatsächlichen Spielverlaufs) der Vergangenheit angehört. Der FCSBlogger lässt sich auf dem Stammplatz nieder. Das heißt: Da stehen, wo die Leute stehen, mit denen er sonst immer stehend ein Fußballspiel verfolgt und versucht zu verstehen.

2. Akt 

IMG_2653Fachsimpeln mit Ex-Fanmagazinredakteur und Ex-Aufsichtsrat F.K. und Saarkast Rolf.

F.K.: Ei spielt de Schmidt?
FCSBLOGGER: Nää, der is verletzt. Isch wääs jo besser bescheid iwwer die Verletzte, obwohl ich weiter weg wohn! (kurze Pause) Wer issen dóó die 33?
F.K.: Die 23.
ROLF: De Müller
FCSBLOGGER: Ah. Jóó.

So geht das eine halbe Stunde, bis sie halbwegs die Namen der Spieler wieder im Kopf haben. Auf dem Platz beginnt es munter. Argwohn formiert sich gegen Schiedsrichter Michael K., dessen Name im Bezug zu einem bis heute nicht wirklich verstandenem Kapitel des Schiedsrichterwesens steht. Zur allgemeinen Überraschung zieht er bei einem harten Foul von Krause zu Beginn doch nur Gelb. Michael K. wird am Ende des Spiels den Titel „Bester Saarbrücker auf dem Platz sein.“

STADIONSPRECHER TAUTZ: Durchsage an alle Zuschauer, die eine Trillerpfeife mitgebracht haben. Bitte pfeift nicht! Das irritiert den Zuschauer und auch uns hier unten.

3. Akt 

STADIONSPRECHER TAUTZ: Wechsel beim 1. FC Saarbrücken. Raus geht mit der Nummer 10, Markus Obernosterer. Neu kommt mit der Nummer 17 Fenol Perdedaj.
FCSBLOGGER (zu sich selbst): Opa Nosterer.

Eine laue Stimmung macht sich breit. Grund dafür ist das Tor für Waldhof Mannheim in der 52. Minute. Jannik Sommer zieht humorlos ab, wir schauen einem jubelnden Gästeblock zu. Die Stimmung wechselt von lau zu mies-trotzig. Zumindest bei uns.

Zwischen dem Gästeblock und dem angrenzenden Heimblock links der Haupttribüne kocht die Stimmung etwas zu hoch. Bierbecher und deren Inhalt wechseln die Fanlager, zum gegenseitigen Missmut. Es wird am Sichtschutz gezogen und gegrölt.

SVW-BLOCK: SCHEISS FCS!!!
FCS-BLOCK: SCHEISS WALDHOF MANNHEIM!!!

Es ist peinlich für die meisten Umstehenden.

4. Akt

Kann sich der FCS noch retten? Auf dem Platz sieht es mau aus. Eine Bande fällt um.

BITBURGER-WERBEBANDE: *krach*

FCS-Geschäftsführer David F., in der Furcht vor einem sofortigen Platzen sämtlicher lukrativer Werbedeals mit der Brauerei aus der Eifel hechtet vor Block D und packt an. Gemeinsam mit dem ebenfalls herbei geeilten Fanbeauftragten Auge wuchten sie die wertvollen Werbeaufsteller wieder auf beide Beine.

BITBURGER-WERBEBANDE: BITBURGER.

Auf dem Platz hat Markus Mendler am langen Pfosten die Chance zum Ausgleich. Er tritt über den Ball.

5. Akt

IMG_2671Nach letzten Bemühungen zum Ausgleich seitens des 1. FC Saarbrücken hat Michael K. irgendwann ein Einsehen und pfeift ab. 0:1 verloren.

Epilog: Der FCSBlogger und F.K. gehen nicht niederschlagen, aber bedient Richtung Innenstadt. Auf dem Rückweg begegnen sie Mitgliedern des drittgrößten FCS-Fanklubs aus Eppelborn. Die Eppelborn-Fraktion nimmt den Blogger mit auf die Osterkirmes in Völklingen. Hier endet die Geschichte für den heutigen Tag. Ohne Happyend, aber mit Trostpreis an der Wurfbude.

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