Die Sommerneuzugänge des 1. FC Saarbrücken

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Vorbereitungsauftakt in Quierschied

Der 1. FC Saarbrücken ist in der Sommerpause auf dem Transfermarkt tätig geworden. Altgediente Leistungsträger wie Sven Sökler und Peter Chrappan machen Platz für neue Gesichter – teilweise altbekannte aus der Regionalliga Südwest. Mit neun externen Neuzugängen und zwei Jugendspielern (Lukas Quirin, Kilian Staroscik) möchte der FCS den Angriff auf den Aufstieg starten. Das FCSBlog stellt die Neuen vor.

Daniel Batz – 26 Jahre – Torwart (zuvor SV Elversberg)

Im Tor hat sich die Idee der letzten Saison, einen Zweikampf zwischen Ricco Cymer und David Salfeld austragen zu lassen, nicht wirklich ausgezahlt. Statt einem kompletten Regionalligatorhüter hatte man das Gefühl, dass beide unterschiedliche Stärken besitzen und das schwächte den vorgesehenen Hohs-Nachfolger „Sali“ zu sehr, sodass er den Platz zwischen den Pfosten an den jungen Cymer verlor. Nun kommt Batz, der zuvor beim Ligameister und Lokalrivalen Elversberg die Bälle fing. Ein Wechsel der zwei Funktionen erfüllt: Die neue Nummer eins ist unumstritten und der direkte Transfer aus Elversberg schwächt einen Konkurrenten um den Aufstieg.

Pierre Fassnacht – 21 Jahre – Linksverteidiger (zuvor KSC/ausgeliehen an Ulm)

Fassnacht ist ein neuer Mann für die linke defensive Außenbahn und kann trotz seines jungen Alters auf zwei Vorzüge verweisen: Bei Ulm war er vergangene Saison Viertligastammspieler, beim KSC hat er eine gute Ausbildung genossen. Allerdings wird er es schwer haben, da vor ihm noch Mario Müller in der Rangordnung steht. In seiner Debütsaison war Müller eine beständige Größe und es gibt keinen Grund, ihn als Linksaußen abzusetzen. Allerdings ist Müller inzwischen auch mehrmals auf der linken offensiven Außenbahn eingesetzt worden, was Platz für Fassnacht dahinter ließe – sofern der FCS mal mit einer nominellen Viererkette in der Abwehr spielt. Fassnacht wird wohl eher die Rolle des Ergänzungsspielers einnehmen. Angesichts der Belastung durch Liga und Pokal wird er aber schnell zu Einsätzen kommen und dürfte auch den Konkurrenzkampf anheizen.

Marco Kehl-Gómez – 25 Jahre – Innenverteidiger (zuvor SV Elversberg)

Dieser Abgang schmerzt in Elversberg besonders: Kehl-Gómez war im vergangenen Jahr Teil der besten Abwehr der Liga und ist im besten Fußballeralter. Beim Saar-Konkurrenten konnte man immerhin mit Leandro Grech die zweite Bank in der Innenverteidigung halten, aber der wird im Herbst 37 Jahre alt. Beim FCS wird Kehl-Gómez die Qualität der Defensive heben und auch gesetzt sein.

Marlon Krause – 26 Jahre – Innenverteidiger/Defensives Mittelfeld (zuvor SG Sonnenhof Großaspach)

Krause, der beim letzten Test gegen Wuppertal fehlte, er zum ersten Mal Vater wurde, ist ein weiterer Neuzugang, der die Qualität der Defensive steigern soll. Der Mann aus dem Norden war Stammspieler in der 3. Liga wäre zuvor fast als Kapitän von Kiel in die 2. Liga aufgestiegen. Obwohl Krause sich auch im defensiven Mittelfeld auskennt, dürfte man mit ihm wohl eher für die Innenverteidigung planen.

Oliver Oschkenat – 23 Jahre – Innenverteidiger (zuvor HSV II)

Der gebürtige Berliner wurde später als seine neuen Kollegen verpflichtet. Grund hierfür war die längerfristige Verletzung von Dominic Rau, welche Sportdirektor Marcus Mann zum Handeln zwang. Oschkenat wird die Back-Up-Rolle in der Innenverteidigung einnehmen, ist aber auch durchaus regionalligaerfahren (46 Einsätze in zwei Jahren Regionalliga Nord).

Tobias Jänicke – 28 Jahre – Rechtes Mittelfeld (zuvor Hansa Rostock)

Ein kleiner Coup ist die Verpflichtung von Jänicke. Das Hansa-Rostock-Idol verbrachte bei seinem Heimatverein viele Jahre, war sogar Zweitligastammspieler. Nach Gastspielen in Dresden und Wiesbaden kehrte er 2015 in die Heimat zurück und erst in der letzten Spielzeit wurde es für den Publikumsliebling hart. Im Frühjahr 2017 wurde er aus dem Kader gestrichen und zur Oberliga-Mannschaft verband, danach im April begnadigt. Die Gründe dafür wurden nie bekannt, sollen aber nicht nur auf seine sportliche Leistung zurückzuführen sein. In Saarbrücken bekommt Jänicke die Chance zum Neustart im besten Fußballeralter. Er dürfte gesetzt sein, wenn die Leistung stimmt und könnte möglicherweise den inzwischen 33-jährigen Mendy langsam ins zweite Glied drängen.

Martin Dausch – 31 Jahre – Mittelfeldallrounder (zuvor MSV Duisburg)

Der älteste Neuzugang der Saison ist ein für den FCS typischer Neuzugang: Immer wieder verpflichtet der Verein Spieler jenseits der 30er-Grenze, um den mehrheitlich jungen Spielern einen erfahrenen Mann an die Seite zu stellen, der auch auf dem Platz anführen kann. Zwar ist diese Rolle dem Saarländer Manuel Zeitz als Kapitän und Vereinsidol auch überlassen, allerdings ist Unterstützung sicher nicht verkehrt. Sportlich dürfte es etwas schwieriger für den Neuzugang werden, da er im Gegensatz zu anderen nicht als jemand kommt, der auch im vorherigen Jahr Stammspieler seines Vereins war. Stattdessen dürfte Dausch, der im Mittelfeld alle Positionen spielen kann, dort aushelfen, wo er gebraucht wird.

Markus Obernosterer – 27 Jahre – Offensives Mittelfeld (zuvor SV Elversberg)

Obernosterer ist der Wechsel zwischen den beiden großen Saarklubs, der Elversberg am wenigsten schwächt, aber vielleicht am meisten schmerzt. Zwar kam der Österreicher in seinem Premierenjahr auf sagenhafte 20 Torvorlagen an der Kaiserlinde, aber in der abgelaufenen Spielzeit war er – zum Unverständnis vieler SVE-Fans – zwischenzeitlich auch mal vom damaligen Trainer Michael Wiesinger aussortiert worden. Den FCS freut es, denn er bekommt einen Mann, der hinter den Spitzen Bälle serviert und auch selbst für Torgefahr sorgt.

Christoph Fenninger – 22 Jahre – Mittelstürmer (zuvor FC Ingolstadt II)

Der Neuzugang für den Sturm wird vor allem als Back-Up den Platz auf der Bank einnehmen und im Saarlandpokal zu Einsätzen kommen. Vor ihm sind Torschützenkönig Patrick Schmidt und Sturmtank Kevin Behrens gesetzt.

PROGNOSE:

Die Transferpolitik von Marcus Mann weckt sehr hohe Erwartungen. Zentrale Schwächen der vergangenen Saison, allen voran die Defensive, wurden erkannt und Mann hat es geschafft, für diese Stellen keine Bankdrücker höherklassiger Vereine mit gut dotierten Verträgen zu locken, sondern geschickt Spieler verpflichtet, die voll im Saft stehen und mit dem Selbstvertrauen eines Stammspielers kommen. Im Falle der drei Ex-Elversberger schwächt man einen direkten Konkurrenten.

Fast alle Positionen (bis auf das Tor und die Position von Patrick Schmidt) sind nun doppelt von potenziellen Stammspielern besetzt, zudem gibt es Akteure wie Steven Zellner oder Martin Dausch, die zwischen mehreren Rollen wechseln können. Angesichts der anstehenden Belastung und dem klaren Ziel 3. Liga, ist diese Kaderplanung nur folgerichtig.

Spannend wird die Frage, wie sich die Eigengewächse in dieser Situation schlagen. Jens Meyer hat den Verein nach einem eher frustrierenden Jahr nach Homburg verlassen. Ivan Sachanenko und Jordan Steiner hingegen haben gerade zum Ende der Saison hin ihre Einsatzzeiten erhöht. Dass beide nun starke Konkurrenz auf ihren Positionen bekommen haben und die Option einer U23 vom Tisch ist, heißt für sie: Jetzt ist das Jahr in dem es um ihren Platz im Kader geht.

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