Die Antwort der CDU

923px-Cdu-logo.svgVor einigen Wochen habe ich im Blog aktiv dazu aufgerufen, als FCS-Fan und Bürger aktiv zu werden und von den Stadtratsmitgliedern, die in einer Sitzung am 9. März beschlossen haben, den Umbau des Ludwigsparkstadions neu ausschreiben zu lassen, Antworten einzufordern. Mit einem Musterbrief, der von Kollegen des ehemaligen Fanmagazins Leuchtturm und mir formuliert wurde, haben wir verschiedene Themen auf den Tisch gebracht. Leider haben bislang erst wenige Fraktionen auf unseren Brief geantwortet. Hier die Antwort von Peter Strobel für die CDU-Fraktion im Stadtrat:

Sehr geehrter Herr Pilger,

die CDU-Fraktion unterstützt den Umbau des Ludwigspark-Stadions in eine moderne Spielstätte. Für uns ist klar, dass in unserer Landeshauptstadt ein modernes Fußballstadion genauso seine Berechtigung besitzt wie das Staatstheater, unsere Museen oder andere öffentliche Einrichtungen für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt und unseres Landes. Deshalb hat die Landesregierung auch die Fördersumme von 14,5 Millionen Euro zugesagt und bei den Saarländerinnen und Saarländern auch offensiv um Akzeptanz für den Stadionbau geworben. Die Oberbürgermeisterin versucht den Spagat, es den Stadiongegnern genauso recht zu machen wie den Befürwortern; das funktioniert nicht. Die CDU in der Stadt und im Land ist klar festgelegt und will das Stadion! Es ist für uns aber auch klar, dass der Kostenrahmen in Höhe von 20 Millionen Euro nicht deutlich überschritten werden kann und darf. Das Land darf aus beihilferechtlichen Gründen keinen höheren Zuschuss geben, Saarbrücken als überschuldete Kommune darf keine höheren Schulden machen. Deshalb haben wir auch der Aufhebung der Ausschreibung zugestimmt, da es rein rechtlich keine andere Möglichkeit gegeben hat.

Da bei einer Neuausschreibung des Projektes auf Grundlage der jetzigen Planungen keine wesentlich niedrigeren Preise zu erwarten sind, plädiert die CDU-Fraktion für eine veränderte Planung des Stadionumbaus. Deshalb sollten wir uns jetzt auf ein drittligataugliches Stadion mit 10.000 Plätzen konzentrieren; nach den uns vorliegenden Zahlen anderer Stadionbauten ist dies für 20 Millionen Euro zu realisieren. Dafür können die vorliegenden Planungen als Grundlage sicherlich verwendet werden. Nach einem Aufstieg in die 2. Bundesliga, der hoffentlich bald erfolgt, kann das Stadion dann durch den Ausbau der „Ecken“ auf 15.000 Plätze erweitert werden, dies wurde auch schon bei anderen Stadien so praktiziert.

Die bis jetzt verausgabten rund fünf Millionen Euro (u.a. für Planungen, Abriss- und Kanalbaumaßnahmen etc.) sind dabei Teil des Budgets, aber keineswegs verloren. Ursprünglich war geplant, dass die Stadtverwaltung verschiedene Möglichkeiten zum weiteren Vorgehen erarbeitet und das weitere Vorgehen in der Stadtratssitzung in dieser Woche beraten wird. Allerdings gab es lediglich einen kurzen Bericht der Verwaltung und uns liegen noch keine weiteren Informationen vor, so dass wir momentan leider nichts über den Zeitrahmen und das weitere Vorgehen (auch darüber, ob ein Spielbetrieb während des Umbaus möglich sein wird) sagen können. Wir plädieren dafür, in Ruhe eine vernünftige Entscheidung zu treffen, bevor es wieder zu Schnellschüssen kommt.

Ebenso können wir keine Auskünfte über das Bieterverfahren, die Zusammenarbeit mit den Stadionplanern sowie die Kommunikation zwischen Stadt und Land geben, da die CDU-Fraktion nicht im Aufsichtsrat der Stadiongesellschaft vertreten ist. Wir wurden, ebenso wie die Öffentlichkeit, am 16.02.2017 von der Stadtverwaltung über die Kostensteigerungen informiert. Zu diesem Zeitpunkt war der Stadtverwaltung schon zwei Monate klar, dass das Projekt teurer wird.

Die Westtribüne wurde aus Kostengründen nicht mit ausgeschrieben. Da es sich im Vergleich zur Haupttribüne um ein vergleichsweise „einfaches“ Bauwerk handelt, wollte die Stadt es nicht durch einen Generalübernehmer (GÜ) planen und bauen lassen, sondern selbst planen, um den GÜ-Zuschlag zu sparen.

Die CDU-Fraktion ist offen für die Einbindung von privaten Investoren und erschrocken darüber, dass die Stadtverwaltung in dieser Hinsicht noch nicht tätig geworden ist. Zeit genug wäre ja gewesen. Nach den uns vorliegenden Informationen ist ein teilweiser Verkauf oder eine Nutzungsüberlassung z.B. einer Tribüne an einen Investor nicht möglich, da dies schädlich für die Zuschüsse des Landes wäre. Ein „Verkauf“ der Namensrechte für das Stadion für eine gewisse Zeit wäre aber wohl möglich.

Zum Schluss darf ich mich ganz persönlich bei Ihnen für Ihr Interesse und Ihren Einsatz für den neuen Ludwigspark bedanken! Saarbrücken und der FCS brauchen das neue Stadion und wir werden alles daran setzen, dass der Park baldmöglich wieder Heimstätte unseres FCS sein wird.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Strobel MdL
Fraktionsvorsitzender

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