Die Neuzugänge im Überblick

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Neuzugang Feliciano Zschusschen mit Co-Trainer Roelofsen (Foto: Andreas Schlichter)

Der 1. FC Saarbrücken ist auf dem Wintertransfermarkt tätig geworden und hat drei Neuzugänge verpflichtet. In den vergangenen beiden Winterpausen 2014/15 (Dominik Rohracker) und 2015/16 (Kevin Behrens) wurde jeweils nur an einer Stelle personell nachgelegt. Kein Vergleich zur Kauforgie des Winters 2013/14, in dem fast eine komplett neue Startelf angeheuert wurde. Abgegeben hat der FCS keine Stammspieler. Der ehemalige A-Junior Sebastian Brenner, diese Saison noch ohne Einsätze, ging zu Oberligist Hauenstein. Trotz Abwerbungsversuche und dem Wunsch des bisherigen Langzeitverletzten Dennis Wegner (seit dem Aufstiegsspiel in Würzburg ohne Ligaeinsatz), den Verein zu verlassen.

Die Neuen

Steven Zellner – 25 Jahre – Defensives Mittelfeld – Neuzugang aus Sandhausen

Der gebürtige Waderner Zellner spielte in der Jugend beim VfL Primstal, kam über eine Kooperation in die Nachwuchsarbeit des 1. FC Kaiserslautern, wo er seine ersten Schritte als Fußballprofi unternahm. In der U23 gehörte er zum Regionalligastamm, wurde auch Juniorennationalspieler. Sein Bundesliga-Debüt: Acht Minuten gegen die Bayern im Februar 2012. Nach dem Lautrer Abstieg gehörte er sogar zum Stamm – doch ein Anriss des Syndesmosebandes warf ihn zurück. Es folgte ein Kreuzbandriss, der Wechsel nach Sandhausen, dann der zweite Kreuzbandriss, was für einen Fußballer fast schon existenziell bedrohlich ist. Diese Saison dann noch ein Muskelfaserriss und das Abrutschen in die zweite Mannschaft.

Mit Zellner hat Saarbrücken einen nominellen Mann für das defensive Mittelfeld verpflichtet, der als früherer Stürmer aber auch seine Rolle offensiver interpretieren könnte, als es die Stammspieler Manuel Zeitz und Marco Holz tun. Dass er bis 2019 unterschrieben hat, zeigt, dass der FCS langfristig mit Zellner plant – auch für einen möglichen Aufstieg also. Zellner ist hervorragend ausgebildet, dürfte in guter Verfassung auch sofort dem FCS weiterhelfen – das Risiko ist seine Krankenakte.

Tammo Harder – 23 Jahre – Offensivallrounder – Leihgabe aus Kiel

Harder hat schon in der Jugend ein Sakrileg für viele Fußballfans begangen: Er wechselte von Dortmund nach Schalke und zurück. In der U23 der Schwarz-Gelben blühte der Offensivmann dann auf: 100 Einsätze innerhalb von drei Jahren, 27 Tore und 20 Assists. Zum Sommer 2016 erst wechselte er zum Drittligakonkurrenten des BVB, zu Holstein Kiel. Im Norden lief es bislang noch nicht rund: Harder kam nur zu Kurzeinsätzen, erzielte zwar ein Tor, hat aber zu viel starke Mitbewerber im Sturm der Störche.

Harder ist ein Leihgeschäft, wird also den FCS wieder verlassen. Besonders dann, wenn er erfolgreich ist. Dabei wäre es gerade eigentlich sinnvoll, jetzt schon langfristig einen Nachfolger für Linksaußen Dennis Wegner, der den Verein im Sommer wohl verlässt (für diese Position im Kader ist Harder gedacht) zu suchen. So bekommt der Verein eher eine kurzlebige Lösung für ein Problem in der Breite – denn der andere Wegner-Ersatz, Markus Mendler, war bislang auch nicht verletzungsfrei.

Felitciano Zschusschen – 25 Jahre – Mittelstürmer – war vereinslos

Der überraschendste Neuzugang ist aber Zschusschen, dessen Schüsse laut Youtube keine Schüsschen sind. Der Nationalspieler Curaçaos besitzt auch die niederländische Staatsbürgerschaft und war in der Jugendabteilung des FC Twente lange als Talent gehandelt worden. Als Leihgabe an den FC Oss erzielte er in der vergangenen Saison noch zwölf Tore in der zweiten holländischen Liga, erhielt danach aber keinen Vertrag mehr von Twente – wohl auch aus Altersgründen. Der FCS hat ihn nach einem halben Jahr ohne Verein für den Rest der Saison verpflichtet.

Das Risiko für diesen Neuzugang ist überschaubar. Schlägt der Neuzugang nicht ein, ist er im Sommer wieder weg. Der FCS verbreitert sein Angebot im Sturm – dem Mannschaftsteil, wo es Schmidt und Behrens sei Dank bislang keine Probleme gibt.

Insgesamt hat der FCS also zweimal in den direkten Bedarf an mehr Optionen und einmal in die Zukunft investiert. Etwas verwunderlich ist dabei nur der Umstand, dass kein Verteidiger verpflichtet wurde – von den ersten vier Mannschaften der Regionalliga haben die Blau-Schwarzen die anfälligste Defensive.

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