Der FCS und Social Media – Version 2016

Die Pushmeldungen der FCS-App. Durchaus abenteuerlich.

Die Pushmeldungen der FCS-App. Durchaus abenteuerlich.

Bereits zum vierten Mal blicke ich auf die Aktivitäten des 1. FC Saarbrücken im Internet – mit besonderem Fokus auf die Sozialen Netzwerke, zu denen ich Webseiten wie Facebook, Twitter, Youtube, die Fotoapp Instagram, aber auch alte Vertreter, wie das offizielle Vereinsforum zähle. Ich vergebe dabei keine Noten, denn das würde zu sehr davon ablenken, dass es im Internet nicht auf eine Tagesform oder eine Bewertung ankommt, denn auf langfristige Tendenzen.

Wie auch das Blog sich gerne dem Wandel für Neues öffnet, sei es durch die stärkere Nutzung von Facebook und Youtube, kann auch der 1. FC Saarbrücken von sich behaupten, sich durchaus mit den einzelnen Spielarten von Social Media auseinander zu setzen und durchaus auch neue Schritte zu wagen. Deshalb ist der Social-Media-Auftritt des Vereins bei weitem nicht so schlecht, wie vielleicht einige denken. Nur leider bekommt der FCS weder altbekannte, noch ganz frische Probleme so wirklich in den Griff.

Webseite: www.fc-saarbruecken.de

Der ehemalige Vizepräsident Florian Kern hat noch den lang ersehnten Relaunch der Webseite ankündigen dürfen, auch der neue Geschäftsführer David Fischer ist von dieser Linie nicht abgerückt. Zeitlich befindet sich der Verein aber im Verzug. Das führt dann konsequenterweise dazu, dass die alten Probleme nicht gelöst werden. Redaktionell hat die Seite zwar Sprünge gemacht und auch die Webcam vom Stadionumbau integriert (wobei diese von der Stadt angebracht wurde), aber es fehlt noch etwa eine Sammelseite zur Vereinsgeschichte, eine gute Übersicht der einzelnen Social-Media-Kanäle. Und der Online-Fanshop ist und bleibt eine Katastrophe. Ein Beispiel gefällig? So wird mein Buch dort verkauft.

Vereinsforum:

Nichts Neues aus dem Forum, das wie ein Relikt der frühen 2000er wirkt. Längst finden viele Diskussionen um den FCS auf Facebook statt. Innerhalb von vier Jahren ist die Anzahl der durchschnittlichen Beiträge pro Tag von 250 auf 98 gesunken. Das wirkt auch auf Neumitglieder, die kaum Diskussionen vorfinden, wenig anziehend.

App:

Zunächst als Webapp angeboten, ist die Applikation für Fans des 1. FC Saarbrücken nun auch für Android- und iOS-Nutzer in den jeweiligen Stores kostenlos erhältlich. Inhaltlich ist die App ein Mix aus der offiziellen Webseite, nebst Facebook- und Instagram-Inhalten, die für mobilde Endgeräte optisch hübsch aufbereitet wurden. Die App ist auch die Rückkehr des Livetickers (den gab es schon einmal vor etwa zehn Jahren), was den größten Gewinn für die Nutzer darstellt. Leider läuft die App noch nicht ganz rund. Beim letzten Auswärtsspiel stürzte sie mehrfach ab und veröffentlichte auch falsche Pushmeldungen bei Toren (siehe Foto) – sowas ist leider nicht profireif.

Fanradio:

Ist inzwischen in die (Web-)App des 1. FC Saarbrücken integriert. Dadurch ist zwar die Registrierung für das Angebot überflüssig geworden, aber leider findet man von der Startseite der Webseite keinen direkten Link mehr zum Fanradio – eine Verschlimmbesserung, die dazu führt, dass Woche für Woche auf Facebook und im Gästebuch von ludwigspark.de Nutzer nach dem Direktlink fragen. Technischer Nachteil zudem: Hört man das Fanradio über sein Smartphone, kann man nicht einfach aus der App rausgehen oder den Bildschirm ausschalten, ohne dass sich die Übertragung auch abschaltet. Das ist extrem lästig – zumal dies so ziemlich jede Streaming-App beherrscht. Übertragungsprobleme gab es bereits zu einigen Spielen der laufenden Saison. Über die App sind erstmals Reaktionen von Facebook-Nutzern unterhalb des Fanradios eingebunden, ein Chat ist dies aber noch nicht. Ein Podcast-Angebot existiert nicht.

Das Blau-Schwarze Sofa:

Wartet auf seine Reaktivierung. In diese Lücke eines regelmäßigen Talkangebots zum 1. FC Saarbrücken ist allerdings bereits Radio Saarbrücken mit seinem FCS-Magazin gestoßen.

Facebook:

Mehr als 15.500 Menschen gefällt der 1. FC Saarbrücken auf Facebook – ein kleiner Sprung zum Vorjahr. Hier macht der Verein weiter sehr viel richtig und es drängt sich der Eindruck auf, dass auch die Social-Media-Redakteure hier mit Spaß an der Sache schreiben. Die Ansprache an die Fans ist direkt, authentisch und gut, ohne aufgesetzt zu wirken. Es gibt viele Bilder unter einer Creative-Commons-Lizenz (CC BY-NC-ND 4.0), aktuelle Informationen. An Spieltagen gibt es regelmäßig die Aufstellungen zu sehen, zeitnah gibt es die Pressekonferenzen. Neue Sponsoren und Fanaktionen werden verkündet, Faneinsendungen inzwischen sogar auch einbezogen. Leider ist die Anzahl der Portraits von U19-Spielern spürbar zurückgegangen. Die Timeline-Funktion könnte zudem stärker zur Darstellung der Vereinsgeschichte genutzt werden.

Twitter:

Was hier passiert ist: Die Änderung des Nutzernamens von @1fcsaarbruecken in das einheitliche @ersterfcs. Die Follower-Zahlen sind erneut gestiegen und man folgt nun ein paar Accounts mehr als vorher. Sonst ist der Twitterauftritt des 1. FC Saarbrücken eine seelenlose Wiederholungsstelle für alte Facebook-Beiträge, die für aktive Twitter keinen Mehrwert bietet. Vereine wie Rot-Weiß Oberhausen oder Winsen zeigen dabei eindrucksvoll, wie Twitter geht. Auch die SV Elversberg ist hier aktiver als der FCS. Ganz ehrlich? In der aktuellen Form könnte der FCS seinen Twitterauftritt auch in die Tonne kloppen.

Instagram:

Innerhalb eines Jahres hat der FCS hier gut 1000 Abonnenten gewonnen – und zeigt hier eine gute Leistung. Die Qualität der Bilder hat stark zugenommen, auch da man viele Fotos von Andreas Schlichter nutzt. Die Motivauswahl ist auch besser geworden, auch wenn leider der Hang zu „Die Mannschaft beim Aufwärmen auf irgendeinem Platz“ besteht. Immerhin nutzt man die Fotoapp auch zum Erzählen von Nachrichten, was genau die richtige Art und Weise ist, Instagram zu nutzen.

YouTube:

Das FCS-TV hat sich bewährt und auf Youtube die 1000er Marke an Abonnenten geknackt. Die Qualität von Kameraführung und Bild hat zugenommen, mitunter gibt es Spielszenen aus mehreren Perspektiven zu sehen. Inhaltlich gibt es standardmäßig Spielberichte zu allen Pflicht- und vielen Freundschaftsspielen, außerdem die jeweiligen Pressekonferenzen. Dieses Mal haben sich die FCS-TV-Macher auch an Vorstellungen der Neuzugänge probiert, was leider viele handwerkliche und redaktionelle Schwächen offenbarte. Etwa irritiert der Wechsel zwischen Frage per Insert und Frage des Interviewers an Mario Müller. Oder das schlecht ausgeleuchtete Bild in der Vorstellung von Marwin Studtrucker. Die Idee ist nicht schlecht – aber an der Umsetzung muss noch viel gearbeitet werden.

Fazit:

Die Wahrnehmung von Verantwortlichen und Fans darüber, was im Internet Priorität besitzt und was nicht, geht oft auseinander. Gerade in Zeiten finanzieller Umstrukturierung muss das Argument, dass der sportliche Bereich Vorrang besitzt, dann herhalten, wenn sich Schwächen in den Sozialen Netzwerken oder auf der Webseite offenbaren. Betrachtet man allerdings die Quellen dieser Schwächen, so kann dieses Argument nicht in allen Fällen überzeugen.

Der Auftritt im Internet muss zeitgemäß werden. Das wäre nicht nur die optische Überarbeitung der Webseite und des Fanshops, sondern eben auch die Gewährleistung eines funktionierenden Fanradios und einer funktionierenden App müssen die oberste Priorität sein, denn diese Angebote werden am stärksten genutzt. Dies kostet möglicherweise auch eine Investition in bessere Gerätschaften. In anderen Fällen wäre eine qualitative Besserung des Angebots schon billiger zu haben – das vorhandene Potenzial muss nur genutzt werden. Das wäre etwa eine stärkere Einbeziehung von Fans in die Produktion von Inhalten.

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