Beef des Tages: Diefflen gegen SV Saar 05

Philipp Mandla, im Winter noch Dieffler Held beim Hallenmasters (Foto: Andreas Schlichter)

Philipp Mandla (Mitte), im Winter noch Dieffler Held beim Hallenmasters (Foto: Andreas Schlichter)

Wer behauptet, die beiden kontroversesten Wechsel der Sommermonate sei die jeweilige Rückkehr von Mats Hummels nach München, respektive Mario Götze zu Borussia Dortmund gewesen, irrt gewaltig. Denn nirgendwo werden härtere Bandagen angelegt, als im saarländischen Amateurfußball, wo sich gerade zwei traditionsreiche Oberligisten einen Beef liefern, in dem nichts mehr heilig ist.

Die Akteure sind die beiden Oberligisten FV 07 Diefflen und SV Saar 05 Jugend, sowie die beiden Spieler Philipp Mandla (das FCSBlog berichtete bereits über den ehemaligen A-Jugendspieler des 1. FC Saarbrücken) und Lukas Feka. Beide Spieler standen am Sonntag noch beim 5:2-Sieg der Dieffler am Sonntag auf dem Platz, doch schon in der Nacht verkündete der Ligakonkurrent aus Saarbrücken, dass beide Spieler künftig für Saar 05 auflaufen würde. Schon in der Nacht bestätigte der FV Diefflen den Wechsel auf seiner Webseite. Und wie (Update 13:04 Uhr, 29.08.2016: Leider hat der Verein die ursprüngliche Meldung bearbeitet – und auch entschärft. Anbei dokumentiert ist die Originalmeldung):

Unverhofft kommt oft sowie Reisende soll man nicht aufhalten.
Ein einmaliger Vorgang in unserer Dieffler Vereinsgeschichte: Trotz mündlicher Zusage und schriftlicher Vereinbarung sind diese beiden Spieler quasi über Nacht zum Vorzeigeverein Saar05 Jugend gewechselt.
Diefflens Trainer Thomas Hofer wurde heute nach dem Spiel von den Spielern informiert – der ehrenamtliche Vorstand nicht!
Wir denken das man für unseren FV 07 Diefflen nicht nur Qualität braucht, sondern auch Herzblut, Vereinsliebe, Charakter und Identifikation.
Denn Stimmung schägt Geld und Qualität ohne Herzblut.
Der FV 07 Diefflen wünscht allen an diesem Wechsel Beteiligten, das was Sie verdient haben.
Wir sind Dieffler und halten mit unseren Fans zusammen > In guten und schlechten Zeiten > Jetzt erst Recht > Vorwärts FV 07 Diefflen.

Man darf wohl davon ausgehen, dass der laut Gedankenstrich nicht informierte ehrenamtliche Vorstand sehr gekränkt war und die für einen Fußballverein doch sehr einzigartige Nachrichtenmeldung so veröffentlicht hat. Möglicherweise auch nach einem doch längeren Abend im Vereinsheim. Richtig hochgekocht ist die Diskussion auch zwischenzeitlich in der Facebook-Gruppe der Dieffler, bis auch diese Kommentare im Laufe des Vormittags wieder gelöscht wurden. Man warf den Spielern Verrat an der „Philosophie von Diefflen“ vor, wünschte den Spielern „wie beim Skifahren Hals- und Beinbruch“ in Saarbrücken und dem dortigen „Vorzeigeverein“ das Verschwinden in der Versenkung.

Auf Seiten des aufnehmenden Vereins bleiben die Reaktionen entsprechend gelassen, vielleicht halten die Fans aber auch dort bewusst den Ball flach, um den vielleicht nicht zur Eskalation beizutragen. Oder vielleicht nimmt man auch den „Dillinger Vorstadtverein“, wie es ein Fan der 05er sagt, nicht ganz so ernst.

Dabei zeigt die Tabelle ganz andere Machtverhältnisse. Der FV Diefflen, der sich aus dem großen Schatten des großen VfB Dillingen hochgearbeitet hat, ist nach seiner kurzen Abstinanz aus der Oberliga fulminant zurück und belegt nach fünf Spielen den zweiten Tabellenplatz der Oberliga Rheinlandpfalz/Saar. Bei Regionalliga-Absteiger SV Saar 05, der eigentlichen Erfolgsgeschichte der Familie Seibert, scheint hingegen der Lack ab, man ist schwach gestartet. Vielleicht auch ein Grund, warum man gerade Mandla (5 Spiele/3 Tore) abgeworben hat. Für ein beefreiches und hitziges Derby am zehnten Spieltag in Diefflen ist damit gesorgt.

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