Was die FCS-Fans von Milan Sasic lernen können.

In der neuen Völklinger Heimat: Die FCS-Fans. (Foto: Andreas Schlichter)

In der neuen Völklinger Heimat: Die FCS-Fans. (Foto: Andreas Schlichter)

Dieser kurze Artikel muss etwas ausholen. Der 1. FC Saarbrücken hat ein 1:1 gegen die Topmannschaft der Liga, Waldhof Mannheim, erreicht. Und trotzdem sind viele FCS-Fans sauer. Ausnahmsweise nicht mit dem Vorstand oder mit Milan Sasic, sondern dieses Mal mit „den Ultras“ oder einfach „der Virage“. Der Grund: Im Spitzenspiel zeigte sich der Fanblock von seiner stillen Seite, was sogar bei der Fernsehübertragung aufgefallen ist.

Warum waren die Ultras still? Beobachter sagen, dass der Schweigeprotest dieses Mal weniger etwas mit den bekannten „Geht-den-FCS-frei!“-Herunterzählen der ersten 19 Minuten und drei Sekunden zu tun hat, sondern aufgrund der Stadtverbote ergangen sei, die gegen zahlreiche Fans im Vorfeld des Spiels ausgesprochen wurden. Ein Stadtverbot kommt einem „einmaligen“ Stadionverbot gleich, es ging anscheinend auch an Leute, die eben kein laufendes Stadionverbot haben.

Es gibt viele, teilweise gute, Gründe, anderer Meinung als die Virage Est oder andere Gruppierungen aus dem Ultrabereich zu sein. Die Haltung zu Pyrotechnik etwa. Man darf auch Gesänge aus der Virage Est zu modern/kindisch/französisch finden und sich darüber beschweren. Natürlich könnte man jetzt auch auf die Virage Est für ihr Schweigen gegen den Südwestrivalen Mannheim kritisieren.

Aber man könnte auch dieses eine Mal Rückgrat zeigen und die Virage Est nicht kritisieren.

Wieso?

Wer in den letzten Wochen permanent „Sasic raus!“ gerufen hat oder einen Wechsel im Präsidium forderte, aber jetzt meint, mit der Virage Est einen Sündenbock gefunden zu haben, tut Milan Sasic einen großen Gefallen. Er entsolidarisiert sich mit den Leuten, die im Stadion (dort wo Protest sichtbar ist und auch wehtut) konsequent fordern, dass Milan Sasic den Hut zieht.

Wer jetzt die Virage Est zum Hauptproblem des Vereins erklärt (und ich habe nicht wenige Kommentare im Netz gelesen, in denen sinngemäß steht „Die Ultras sind viel schlimmer als Sasic.“), gibt eine Steilvorlage für alle Aussagen in die Richtung, dass die Fans manipuliert seien. Wer nun die Debatte vom länger anhaltenden Problem der mangelnden Kommunikation zwischen Vorstandsebene und Mitgliedern/Fans verschiebt und sich mit Kleinigkeiten wie der Stimmung bei einem Regionalligaspiel beschäftigt, gibt Leuten wie Milan Sasic das Signal: Die Fanszene ist sich uneins. Es gibt keinen Veränderungsdruck.

In dieser Angelegenheit können die Fans durchaus sogar was von Milan Sasic selbst lernen. Der wäre nie so inkonsequent und würde öffentlich Hartmut Ostermann in den Rücken fallen. Denn auch er weiß (und das anscheinend besser als viele FCS-Fans), wann sich Zusammenhalt auszahlt.

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2 Antworten zu Was die FCS-Fans von Milan Sasic lernen können.

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  2. Amanda Michely schreibt:

    Stimmt. Muss dir in allen Punkten recht geben.

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