Der FCS und Social Media – Version 2015

Der FCS auf Facebook - Nähe zwischen Fans und Spielern.

Der FCS auf Facebook – Nähe zwischen Fans und Spielern.

Seit 2012 blicke ich jedes Jahr – meist im Oktober – in die Aktivitäten des 1. FC Saarbrücken in den sozialen Netzwerken. Natürlich stellen diese virtuellen Angebote für den Fan nur ein Beiwerk dar. „Fußball ist immer noch wichtig.“ Aber selbst Kreisliga-Vereine ziehen inzwischen einen Vorteil daraus, über die Möglichkeiten des Internet Nähe und Authenzität zu vermitteln. Auch große Vereine, bei denen die Fans schon in eine anonyme Masse verschwinden, wirken so erstaunlich greifbar. Ganz zu schweigen von den Möglichkeiten, über Social Media Sponsoren zu bewerben.

Was hat sich beim 1. FC Saarbrücken getan? Viel und doch wenig. Die bekannte Aufteilung aus den vorherigen Jahren wird beibehalten, zum Schluss gibt es aber noch einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen in der Zukunft.

Webseite: www.fc-saarbruecken.de

Stärken und Schwächen der Seite sind nahezu unverändert. Das Design ist geblieben und wer das FCS-TV sucht, muss Archäologe sein, sonst findet er nichts. Die Grafiken im Fanshop sind manchmal unansehnlich. Es gibt häufiger interessante redaktionelle Inhalte zu lesen, allerdings kaum außerhalb der sporadischen Geburtstagsglückswünsche. Keine Spielerinterviews und zum 112. Geburtstag wurde schlicht der Text zum 111. Geburtstag neu aufgelegt. Ist zwar zweckdienlich, aber eigentlich gehört so ein Artikel unter den Menüpunkt „Vereinshistorie“. Den es nicht gibt. Verschenktes Potenzial an allen Ecken und Enden – die Webseite bräuchte dringend eine Überarbeitung.

Vereinsforum:

Das Forum bleibt dem  Trend der Vorjahre treu. Die durchschnittliche Zahl an Beiträgen pro Tag ist erneut gesunken – statt 135 nur noch 112. Das liegt einerseits weiter an Ludwigspark.de, aber auch daran, dass Diskussionen über den FCS schlicht vermehrt auf Facebook-Seiten wie „Rund um den FCS“ oder auf der dortigen Vereinsseite landen.

Fanradio:

Trotz der Zunahme an Livestreams des Saarländischen Rundfunks bleibt das Fanradio in der Regionalliga Südwest eine Institution, hatte allerdings an einem Spieltag bislang einen Sendeausfall zu verzeichnen. Ein integrierter Chat oder ein Podcastangebot existiert immer noch nicht.

Das Blau-Schwarze Sofa:

Leider ist die Talkreihe wohl eingeschlafen und wartet auf Reaktivierung. Vor allem in Zusammenarbeit mit dem FCS-TV wäre das sicherlich ein qualitativer Gewinn für das Angebot des FCS.

Facebook:

Einen großen Sprung an neuen Fans hat es nicht gegeben (+1000), dafür bleibt Facebook der Teilbereich, auf dem der 1. FC Saarbrücken fast alles richtig macht. Es gibt viele Bilder unter einer Creative-Commons-Lizenz (CC BY-NC-ND 4.0), aktuelle Informationen. An Spieltagen gibt es regelmäßig die Aufstellungen zu sehen, zeitnah gibt es die Pressekonferenzen und auch das von Calypso gesponserte Halbzeitspiel. Das Hallenbad und Biersponsor Bitburger (wöchentliche Fansofa-Verlosung) werden als einzige Sponsoren regelmäßig erwähnt.* Eine besonders hübsche Idee: Die Spieler der A-Jugend werden in ausschließlich auf Facebook veröffentlichten Portraits vorgestellt. Ein Motivationsschub für die Jungs und ein Blick auf die Talente von morgen für die Fans.

Ausbaufähig wäre vor allem eine Stelle: Andere Vereine nutzen die Timeline-Funktion von Facebook, um ihre Geschichte zu erzählen. Eine Fleißarbeit wäre das für den FCS, die zumindest ein wenig die vernachlässigte Rubrik Vereinshistorie ausgleichen könnte.

Twitter:

Hier könnte gut der Text aus dem Vorjahr stehen. Die einzige Veränderung ist die gestiegene Followerzahl (über 3100), sonst bleiben die Fehler gleich. Da Facebook- und Twitter-Konto miteinander verbunden sind, gibt es viele abgehackte, unschöne Tweets. Kommunikation findet nicht statt, der Account folgt nur drei anderen: Christian Sauter, André Mandt und der Polizei von Pirmasens. Diese offen zur Schau gestellte Twitter-Ignoranz, auch wenn ich vielleicht etwas parteiisch bin: Ein einziges Unding!

Instagram:

Der Neuzugang auf dieser Liste. Etwas spät ist der Verein dorthin gegangen, wo vor allem viele Fußballprofis schon unterwegs sind: Das Fotoportal Instagram. Mit erst 622 Abonnenten ist der Zuspruch noch moderat, aber man ist auch erst einige Monate aktiv. Oft sind die Fotos ähnlich zu den Inhalten auf Facebook, aber hier ist das durchaus in Ordnung und wird sinnvoll angewendet. Eine Sache muss jedoch angesprochen werden: Einige mit der Smartphone-Kamera aufgenommene Bilder sind grauenhaft. In Motivauswahl und Bildqualität.

YouTube:

Das FCS-TV hat sich im Premierenjahr bewährt. Über 850 Nutzer sind bereits Abonnenten, das beliebteste Video war das Auswärtsdrama in Pirmasens, gefolgt vom Trailer der Spiele gegen Würzburg. Die Qualität von Kameraführung und Bild hat zugenommen, mitunter gibt es Spielszenen aus mehreren Perspektiven zu sehen. Das Video des Pirmasens-Spiel hat erstmals die Live-Reportage aus dem Fanradio über das Bild gelegt und erzeugt eine besondere Atmosphäre – leider war das nur eine Ausnahme und nicht die Regel. Ganz ohne Kommentar wirken die Spielzusammenfassungen, bei aller Liebe für die Regionalliga, weniger emotional. Berücksichtigt muss werden, dass FCS-TV als Projekt von Schülern gestartet ist. Dennoch wäre es wünschenswert, wenn das Angebot nicht alleine am Spieltag orientiert wäre, sondern vielleicht sogar alte Formate wie das Blau-Schwarze Sofa neu beleben könnte – oder etwa die Vorstellung der A-Jugendspieler in Videoform übernimmt.

Ausblick:

Wie der Neuzugang Instagram gezeigt hat, passt sich der 1. FC Saarbrücken seinen Fans an und geht auch auf eine neue Plattform, wenn dort Anhänger des Vereins oder Spieler aktiv sind. Vielleicht erklärt das auch die Twitter-Phobie – die FCS-Anhängerschar ist dort eher klein im Verhältnis zu Facebook, bekommt allerdings auch wenig Gründe geboten, nur für den FCS auf Twitter aktiv zu sein.

Die jüngsten Entwicklungen im Social-Media-Bereich deuten in die Richtung, dass das Live-Erlebnis größeren Stellenwert bekommt. Snapchat ist vor allem bei jüngeren Nutzern beliebt und bietet die Möglichkeit, Momentaufnahmen zu vermitteln, die nur eine bestimmte Zeit lang aufrufbar sind – Eindrücke aus dem Training oder von Spielen würden sich hierfür anbieten. Periscope ist hingegen ein Dienst, der Liveübertragungen von Videos ermöglicht. Mögliche Einsatzfelder: Pressekonferenzen, Interviews, Chatabende mit Spielern und Offiziellen.

Fazit:

Der 1. FC Saarbrücken ist seinen Stärken und Schwächen weitestgehend treu geblieben. Auf Facebook wird das Potenzial, den Verein sehr fannah zu gestalten, prächtig ausgenutzt. Das Fanradio und das FCS-TV sind auf einem konstanten Niveau geblieben. In allen anderen Bereichen lässt der Verein sein Potenzial allerdings vor sich hinvegetieren. Angesichts der rasanten Veränderung von Social Media und des nötigen Personalbedarfs, um alle Kanäle zu bespielen, erscheint es zumindest derzeit unwahrscheinlich, dass sich an diesem Zustand 2016 etwas ändern wird.

*In einen früheren Version stand, das Halbzeitspiel würde von Bitburger veranstaltet. Dem ist nicht so.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter 2015/2016, Internet, Rezension abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Der FCS und Social Media – Version 2015

  1. Pingback: Der FCS und Social Media – Version 2015 | re: Fußball

Kommentare sind geschlossen.