Elf Beobachtungen zum Saisonauftakt im Sportlichen und Nichtsportlichen

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1. 4.799 offizielle Zuschauer, gefühlt waren die Ränge allerdings leerer.

2. Das Gefühl der Leere auch in vielen Fanköpfen. Der gemeinsame Nenner vieler HO-Anhänger und Oppositions-Befürworter: Es muss sich was ändern. Ohne in die Details des „was“ zu gehen.

Ein Platz ist freigehalten für den Vizepräsident der Opposition

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3. Bis auf eine Unterschriftensammlung der Virage Est für eine außerordentliche Mitgliederversammlung war im Stadion wenig von UNSERFC zu sehen. Warum die Strategie, die PR im Stadion allein den Ultras zu überlassen, nach hinten los gehen könnte? Gleich mehr.

4. Falko Götz mit der erwarteten 4-4-2-Grundformation mit einer doppelten Sechs/Acht, sowie den nominellen Außenverteidigern Alexandre Mendy und Filip Luksik auf den offensiven Außenpositionen. Mendy kam besser mit dieser Aufgabe zurecht, die linke Seite präsentierte sich noch nicht aufstiegsreif.

5. Die Virage Est mit 19:03 Minuten Protest wie in der vergangenen Rückründe 2015. Währenddessen maue Versuche, ein „Schalalalala, Saarbrücken FCS“ anzustimmen, sowohl im D-, als auch im F-Block. Klang eher nach dem Wandertag der 6. Klasse der Realschule am Ludwigspark, denn nach einem Samstag unter gestandenen Eff-Zeh-Fans.

6. Nach 19:03 Minuten stimmte die Virage Est das Vereinslied an. Kaum erklang „Wir sind vom FCS“, richtete sich vom restlichen Stadion ein gellendes Pfeifkonzert gegen die Virage Est. Nun, es ist keine Schande die Ultras ein wenig auf den Boden der Tatsachen zu holen und daran zu erinnern, dass es nicht „Die Fans des FCS“ gibt, sondern eine Meinungspluralität.

DSCN39647. Aber zum Wahl des Mittels, nämlich das Vereinslied auszupfeifen. Zunächst einmal ist die Symbolik beschissen. Kein FCS-Fan sollte das eigene Vereinslied auspfeifen, denn dazu gibt es einfach keine guten Gründe. Und dann war das einfach eine erbärmliche Vorstellung: Wenn ich der Virage Est die Stirn bieten will und beweisen will, dass eine gefühlte Mehrheit gegen sie ist, was mache ich dann? Richtig, ich nutze die 19:03 Minuten des stillen Protests, um die Mannschaft anzufeuern und das Signal auszusenden: Die Fanszene ist mehr als die Virage Est. Da hat das Stadion mächtig versagt. Statt geiler Stimmung Schweigen und Gesangsversuche im Stimmbruch und danach das Pfeifkonzert. Es hilft der Mannschaft nicht, es hilft nicht der Vereinskultur, es ist keine konstruktive Auseinandersetzung. Liebes Stadionpublikum, zeig bitte mehr Haltung, denn dieses Gewinsel war zum Fremdschämen.

8. Zurück zum Sportlichen: Die Mannschaft bot durchaus anderen Fußball als in der vergangenen Saison, stand in der Defensive gegen einen „erwartet schweren Gegner“ (Götz) meist solide. Das große Problem lag im Abschluss. Solomon Okoronkwo hatte beste Chancen, vergab aber im entscheidenden Moment. In seiner Karriere (16 Tore in 166 Pflichtspielen) hat er aber auch zu selten Knipserfähigkeiten unter Beweis gestellt. Das könnte zum Thema in dieser Saison werden.

9. Erster, kleiner, Ärger: Die Neigung zu Schwalben beider Mannschaften. Ein Lob an das Schiedsrichtergespann, das, unüblich für die Regionalliga, nicht darauf hineinfiel.

10. Zweter, großer, Ärger: In der Schlussminute kam es zum Konter für den FCS. Dominik Rohracker hätte den Ball in einer Überzahlsituation flach in den Lauf von Mendy spielen können, spielte den Ball aber hoch und unplatziert. Zwei Punkte verschenkt. Zukünftig bitte abgezockter auftreten! Es ist der erste Spieltag, da verzeihen das Fans und Trainer noch.

11. Fazit: Ja, es muss sich noch „was“ ändern. Um es genauer zu benennen: Ein sichereres Auftreten der Spieler vor dem Tor, mehr Konsequenz im Auftreten der Kritiker der Virage Est. Mehr Kommunikation auf allen Seiten und das immer.

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4 Antworten zu Elf Beobachtungen zum Saisonauftakt im Sportlichen und Nichtsportlichen

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  2. Spirit schreibt:

    Ich habe es nicht so empfunden, dass das Vereinslied ausgepfiffen wurde. Ich hatte eher das Gefühl, dass man die VE für einen gefühlten Missbrauch des Liedes und des Zwangs sich ihre sehr polarisierende Sicht der Dinge anzutun betrafen wollte. Das ist sicherlich hochemotional und sehr unfair gerade der VE gegenüber, allerdings haben die normalen Fans keinen Bock mehr auf Politik im Stadion. Deshalb gehen sie ja gerade hin, um mal vom Alltagsscheiß frei zu nehmen und dann geht’s mit dem politischen Gezänk weiter; das stinkt mittlerweile wohl den meisten, die einfach nur unterhalten werden möchten. Ich will es auch gar nicht rechtfertigen, nur mal darauf hinweisen, wie es auf mich wirkte, einschließlich der vor Ort Kommentare.

    Allerdings sollte sich die VE nun die Frage stellen, ob die Adressaten ihres Protestes überhaupt so noch erreicht werden können. Das Ziel war doch Sympathisanten zu finden und für die „Sache“ zu gewinnen, nun es scheint sich eher ins Gegenteil zu kehren.

    • Carsten schreibt:

      Das mag durchaus berechtigt sein, nur dann ist das Auspfeifen des Vereinslieds an symbolischer Dummheit nicht zu überbieten. Wer anderer Meinung als die Virage ist, hat dies meiner Meinung nach im Stadion dadurch auszudrücken, dass er etwa in den 19:03 Minuten Protest eine Alternative bietet – Anfeuerung, Support, Gesang. Oder anders gesagt: Wer hinterher Pfeifen kann, weil er die Mannschaft im Stich gelassen fühlt, könnte die Energie auch für Anfeuerung nutzen.

      Zustimmung hingegen für diesen Abschnitt: „Allerdings sollte sich die VE nun die Frage stellen, ob die Adressaten ihres Protestes überhaupt so noch erreicht werden können. Das Ziel war doch Sympathisanten zu finden und für die “Sache” zu gewinnen, nun es scheint sich eher ins Gegenteil zu kehren.“

  3. Spirit schreibt:

    Da bin ich ganz bei Dir, ein positiver Protest wäre das stärkere Signal. Aber das setzt wohl zu viel voraus. Zwar haben es inkl. mir immer mal welche über die 90 min außerhalb der VE versucht, wenn das allerdings nicht durch eine minimale Beteiligung von ca. 30-50 Leuten am Leben gehalten werden kann, erstirbt es auch sehr schnell. Und solch ein positiver Support muss organisiert werden, damit er trägt. Leider findet sich derzeit keine Gruppe außerhalb der VE die dies leistet, so bleibt leider nur noch der zeitlich begrenzte Wutausbruch, wie auch schon letzte Saison als der Unmut gegen Kilic genügend Mitmacher fand, trotz dem besten Abschneiden einer FCS-Mannnschaft nach einem Abstieg. Es ist vergleichbar der Hetze im Netz, es ist einfacher einen Shitstorm (Auspfeifen) zu initialisieren, als eine positiven Support (Anerkennen der auch vorhandenen guten Leistung).

    Zur VE: Bei Heimspielen hat man die Wahl zwischen Pest und Cholera, wenn sie den Protest in der bestehenden Form aufrecht erhalten. Entweder ernten sie wütende hasserfüllte Pfiffe oder noch schlimmer genervte Gleichgültigkeit. In beiden Fällen sind sie isoliert und daran teilweise auch selbst schuld. Ich nenn einmal die überzogene Kritik gegen Florian bei gleichzeitigem Mangel an Kritik gegen Addy und Claude. Das Plakat gegen Florian Kern war für mein Empfinden brutal unfair. Solch ein rechthaberischer negativ polarisierender Starrsinn erzeugt eben auch wenig Zuspruch und bringt bestenfalls viel Kopfschütteln. Sie haben sich selbst dorthin manövriert, ganz vorne auf dem 10 m Brett, alle schauen zu und es scheint zu spät um umzukehren. Ich bin mal gespannt, ob sie aus der Nummer ohne Spaltung der Gruppen in der Kurve raus kommen.

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