Kader im Lot

Jan Fießer im Testspiel gegen Köln (Foto: Andreas Schlichter)

Jan Fießer im Testspiel gegen Köln (Foto: Andreas Schlichter)

Die Saison 2014/2015 endete für den 1. FC Saarbrücken mit Tränen auf einem Rasen in Würzburg. 2015/2016 soll nun trotz des unsäglichen Aufstiegsmodus zur 3. Liga der Aufstieg geschafft werden. Dazu muss in 36 Spielen vollste Konzentration herrschen – und das geht nur mit einem in der Breite gut besetzten Kader. Ist die Mannschaft des neuen Trainers Falko Götz auf die kommende Spielzeit vorbereitet? Ein Blick in die Mannschaftsteile.

Tor:

Obwohl es nicht mehr die Nummer 1 und die Nummer 2 im Tor gibt, sind die Rollen klar verteilt: David Hohs ist einer der besten Torhüter der Liga und Fans dürften sich wohl kaum noch an seine Lautrer Vergangenheit erinnern, zu oft rettete er in der vergangenen Spielzeit Punkte. Dass David Salfeld offiziell die „Nummer 1b“ ist, liegt an seinen ebenfalls ausgezeichneten Fähigkeiten, die er letztes Jahr als Hohs-Vertreter einige Male zeigen durfte.

Abwehr:

Abwehrchef Peter Chrappan wird in der Innenverteidigung ergänzt vom torgefährlichen Alexander Hahn (fünf Tore in der letzten Saison) und Steffen Schäfer. Der Neuzugang aus der eigenen Jugend, Ivan Sachanenko, fällt mit einem Kreuzbandriss aus. Auf der Linksverteidigerposition wird es spannend. Neuzugang Filip Luksik scheint seinen Platz in der Startelf zu bekommen, aber eher auf offensiverer Position. Sportabteilungsleiter Milan Sasic schwärmte nach dem Test vom Ex-Auer, der sich gut nach vorne einzuschalten weiß. Dahinter könnte Hassan Amin zum Zuge kommen – nach langer Verletzungspause wirkt er fast wie ein Neuzugang im Kader. Im Wartestand ist der verletzte Mounir Chaftar. Auf der rechten Seite dürfte auch viel von der Frage abhängen, ob Falko Götz Alexandre Mendy, der gesetzt sein wird, für den defensiven oder offensiven Part einplant. Marco Meyerhöfer könnte häufiger in die Abwehrreihe gehen. Von dem ebenfalls starken Defensivallrounder Daniel Döringer sind Auftritte als Linksverteidiger oder aber Sechser möglich.

Mittelfeld:

Dass die Nummer 10 nicht mehr der in der vergangenen Saison enttäuschende Patrick Zoundi trägt, sondern Sven Sökler, unterstreicht die Rollenverteilung. Im (mit Unterbrechung) vierten Jahr beim FCS will Sökler erneut das Spiel gestalten, muss sich aber noch einfinden, da Götz bislang ein Spiel mit zwei zentralen Schaltstellen bevorzugt und Kapitan Jan Fießer als defensiven Part gesetzt sieht. Es warten auf Einsätze der zentrale Lukas Kiefer, der eine wechselhafte erste Saison erlebte, sowie der kroatische Neuzugang David Puclin, der Götz in der Vorbereitung überzeugt hat und Sökler den Platz streitig macht. Obwohl André Mandt und Christian Sauter bereits als Abgänge gehandelt wurden, bekommen auch sie eine neue Chance. Perspektivspieler sind U19-Neuzugang Jordan Steiner und Maximillian Rupp. Auf den Flügeln die Qual der Wahl: Der im Winter aus Elversberg gekommene Dominik Rohracker ist nun eingespielt, muss also zeigen, ob er auf dem Leistungsniveau des FCS angekommen ist, da es mit Luksik und Marius Willsch links Alternativen gibt und Publikumsliebling Dennis Wegner nach überstandener Verletzungspause wieder angreifen wird. Auch rechts wird Patrick Zoundi zeigen müssen, dass er nicht nur eine starke Vorbereitung spielen kann, sondern auch noch Regionalliganiveau besitzt. Sonst könnte Götz Alexandre Mendy als nominellen Rechtsaußen bringen.

Sturm:

Der Oldie-Sturm bekommt Zuwachs. Der zuletzt immer wieder kriselnde Matthew Taylor und Lautsprecher Felix Luz werden von Solomon Okoronkwo ergänzt. Der 28-Jährige genießt viel Vertrauen von Falko Götz, der wohl mit zwei Stürmern spielen lassen wird. Ob sich diese Entscheidung auch in der Saison durchsetzt, liegt weniger an den Stürmern, als an der Stärke des Mittelfelds. Dennoch verspricht die Konstellation mehr Einsatzzeiten für alle Stürmer und hoffentlich keinen zweiten Fall Patrick Schmidt. Der dritte interne Neuzugang, Jens Meyer, steht mit Verletzung erst einmal hinten an, wird aber wohl im Saarlandpokal seine Chancen bekommen.

Eindruck:

Die Entscheidung, bereits im Sommer 2014 die Spieler fast durchweg mit Verträgen von zweijähriger Laufzeit auszustatten, hat sich bezahlt gemacht. Nur zwei Abgänge (Rufat Dadashov, Timo Kunert) von Ergänzungsspielern und sechs Neuzugänge (davon drei aus der eigenen Jugend) sprechen für eine gesunde Kaderplanung. Die Stammspieler der vergangenen Saison sind alle noch an Bord und genießen auch unter dem neuen Trainer Vertrauen. Diese für den FCS sehr ungewöhnliche Kaderplanung bringt den Vorteil, dass die Mannschaft von Beginn an eingespielt ist – während in Offenbach Leistungsträger den Verein verlassen haben oder etwa in Elversberg Kapitän Timo Wenzel seine Karriere beendet hat. Das sind konsequente Entscheidungen, will man dieses Jahr den Aufstieg erreichen.

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