Florian Kern Vizepräsident, Franz J. Abel Aufsichtsratschef

Florian Kern - erst Fan, dann Aufsichtsrat, jetzt Vizepräsident (Foto: Andreas Schlichter)

Florian Kern – erst Fan, dann Aufsichtsrat, jetzt Vizepräsident (Foto: Andreas Schlichter)

Stühlerücken mit überraschendem Ausgang – auf einer gemeinsamen Sitzung von Aufsichtsrat und Präsidium des 1. FC Saarbrücken am Dienstag hat der Aufsichtsrat nach Informationen dieses Blogs den Rechtsanwalt Franz J. Abel zum Chef gewählt, sein Stellvertreter ist der ehemalige FCS-Spieler Egon Schmitt. Der Rat bestellte anschließend sein Mitglied Florian Kern zum neuen Vizepräsidenten. Gleichzeitig legte Kern sein Mandat im Aufsichtsrat nieder. Der neue Ostermann-Vertreter ist 25 Jahre alt und hat in weniger als zwei Jahren den Schritt von der Fankurve ins Präsidium vollzogen.

Nötig geworden waren die Neubesetzungen beider Ämter aufgrund der Turbulenzen, die den Verein seit Anfang des Jahres erschüttern. Sebastian Pini, erst Ende 2014 zum Vizepräsidenten bestellt, gab sein Amt ab, als er aufgrund der „Pinigate“-Affäre unter Druck geraten war. Ein Mitglied der Ultras warf ihm Erpressung und Nötigung vor, die Staatsanwaltschaft stellte das Ermittlungsverfahren gegen Pini allerdings ein.

Große Risse im Verein

Der vorherige Chef des Aufsichtsrats, Michael Arnold, war hingegen zurückgetreten, als bekannt wurde, dass zwei seiner Aufsichtsratskollegen (Horst Hinschberger und Claude Burgard) einen Antrag für eine außerordentliche Mitgliederversammlung zur Abwahl des Rats unterzeichnet hatten. Abel bezeichnete die beiden Unterzeichner daraufhin als „Krebsgeschwür„. Zusammengefasst: Die Risse, die durch den Verein gehen, sind tief.

Kern will auf Mitglieder zugehen

Nun bekommt also Hartmut Ostermann einen jungen Stellvertreter, dessen Wahl zum Aufsichtsrat dieses Blog hier bereits 2013 unterstützt hat. Kern, der gerade sein Lehramtsstudium erfolgreich beendet hat, ist sich der Kritik bewusst, die nun auf ihn hereinbricht: „Einige werden sicher sagen, dass ich zu jung bin, andere dass mir die Erfahrung im Fußballgeschäft fehlt.“ Andererseits habe er in seiner Amtszeit als Aufsichtsrat gezeigt, dass er für einen offenen und konstruktiven Dialog mit allen Mitgliedern einstehe. Er habe die Aufgabe auf aufgrund der gewachsenen Möglichkeiten angenommen: „Als Aufsichtsrat war meine Rolle eher passiv, nun habe ich die Gelegenheit, sowohl in der Fanarbeit, als auch in der Außendarstellung konkrete Ideen umzusetzen.“ Eine wichtige Aufgabe sei aber auch, die Risse zwischen Präsidium und Mitgliederbasis wieder zu kitten. Zu diesem Zweck will er auch regelmäßige Sprechstunden für Mitglieder und Fans auf der Geschäftsstelle anbieten.

Es wird spannend zu sehen, ob die Reaktionen auf Fanseiten zu dieser Umbesetzung auf Zustimmung oder Ablehnung treffen. Für die Fanszene bietet sich mit einem Vizepräsidenten, der aus der Kurve kommt, nun die Möglichkeit, sich auch auf höchster Vereinsebene Gehör zu verschaffen. Behalten alle Beteiligten nun einen kühlen Kopf und handeln im Sinne des Vereins, könnte sich dieser ungewöhnliche Schachzug am Ende für alle auszahlen.

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