Zu wenig

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Der Antrag auf die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zwecks Abwahl von Aufsichtsrat und Präsidium ist gescheitert. Wie der 1. FC Saabrücken gestern mitteilte, habe der Antrag die notwendige Quote von 1/10 der stimmberechtigten Mitglieder nicht erreicht. Aktuell sind laut offiziellen Angaben 2.300 Mitglieder dem Verein angehörig (allerdings dürfte die Zahl wohl wieder geringer sein, angesichts des letzten Abstiegs), den Antrag hatten 263 Menschen unterzeichnet. Dass wohl nicht alle Vereinsmitglieder sind, vermeldten einige Medien bereits letzte Woche. Laut Ludwigspark.de erfüllen dieses Kriterium nur 185 der Unterzeichner.

Aufsichtsrat immer noch gespalten

Initiator Tobias Wittstadt, der bereits mehrfach auf vergangenen Mitgliederversammlungen Anträge einbrachte, gab ebenfalls per Pressemitteilung bekannt, dass auch treue Fans, die Nichtmitglieder sind, unterschrieben hatten. Trotz des gescheiterten Antrags sieht er sein Anliegen nach wie vor wichtig:

„Die Ereignisse nach Bekanntwerden des Antrags und die Reaktionen einzelner Aufsichtsräte der letzten Woche haben gezeigt, dass der Antrag in seinem Inhalt aktueller denn je ist.Ein konstruktives und zielführendes Miteinander ist, wie man in den Medien verfolgen konnte , im AR derzeit nicht möglich.   Jedoch bleibt die moralische Aufgabe beim AR eine Lösung zu finden, da die Meinung dieser vielen Mitglieder und Anhänger des FCS nicht ignoriert werden darf.“

Mit dieser Aussage hat er schlicht und ergreifend recht. Ein Verein, der wie ein Unternehmen auftreten will und das Ziel Aufstieg hat, benötigt einen einheitlichen Kurs, dem alle folgen. Dazu bedarf es aber zunächst der Einigkeit im Verein, also in den handlungsfähigen Gremien. Die ist derzeit nicht gegeben, der Aufsichtsrat befindet sich im offenen Konflikt. Zwei Aufsichtsräte haben den Fanantrag unterzeichnet, was den Aufsichtsratschef Michael Arnold zu einem Rücktritt veranlasste.

Opposition muss für sich werben – mit Offenheit

Nun wäre es jetzt wichtig, wieder den Verein 1. FC Saarbrücken wieder ansatzweise herzustellen. Allein: Was dazu von der Opposition oder den Oppositionsgruppen beigetragen wird, ist bislang noch zu wenig. Und damit sind nicht nur die Unterschriften für einen Antrag gemeint, aber auch. Will man Ostermann tatsächlich komplett ablösen, ist ein professionelles Auftreten gefragt – ein Antrag, bei dem auch Nichtmitglieder unterzeichnen, gehört nicht dazu. Auch wäre es an der Zeit, öffentlich als Oppositionsgruppe aufzutreten und klare Personenvorschläge und konkrete Pläne zu benennen. Namen wie Horst Hinschberger, Ex-Trainer und derzeit Saar-05-Sportdirektor Eugen Hach oder Ex-Sportfive-Mann Michael Haubrich kursieren bereits seit Wochen, ebenso wird über die Rückkehr von Sponsoren wie Marquardt und Hager spekuliert. Auf die Opposition angesprochen, wollten die Genannten dann aber nichts mehr davon wissen. Hinschberger verkündete gar, mit Ostermann weitermachen zu wollen. Wer Hoffnungen auf die Radikalopposition setzt, dürfte davon eher enttäuscht sein.

Wie bereits SZ-Sportchef Mark Weishaupt in einem Kommentar forderte, müssten so schnell wie möglich alle Karten auf den Tisch. Das bedeutet auch von Seiten der Oppositionsgruppen, ein Konzept vorzulegen, das Mitgliedern erklärt, was nach einem Ende der Ära Ostermann als Mäzen des FCS möglich ist. Oder man muss aber das Gespräch mit der Gegenseite suchen. Denn auch wenn es viel berechtigten Unmut gibt: Diejenigen, die zu Ostermann halten, gehören auch zum Verein. Und der Anspruch eines wirklichen Vereins muss es sein, unterschiedliche Meinungen zuzulassen.

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