Should I stay or should I go?

DSCN3040Mittendrin und nur dabei. Der Saar-Mosel-Schlager 1. FC Saarbrücken gegen Eintracht Trier war anlässlich des 112. Geburtstags des schlafenden Riesen ein Spiel von bemerkenswerter Bedeutung – so würde ich den Text normalerweise beginnen. Aber nein, bemerkenswert vielleicht als Erinnerung für den Dillinger/Pachtener Fanclub Blau-Schwarz ’13, der beim Halbzeitspiel antreten durfte. Von einem Mitglied bekam ich den nicht allzu verkehrten Rat, nur über das Elfmeterschießen zu schreiben. Aber vielleicht sollte ich trotzdem ein paar weiteren Beobachtungen meines Kurzbesuchs den nötigen Raum geben, da ich mich in einer persönlich dann doch besonderen Position befand: Anders als während meiner letzten langen Abwesenheit 2011/2012, in der ich wirklich nur aus der Ferne zuschauen durfte, habe ich einen Quasi-Boykott ganz persönlicher Art für einen kurzen Besuch unterbrochen und mich auf den 1. FC Saarbrücken eingelassen. Quasi als Fremder im eigenen Haus. Was mir von diesem Tag in Erinnerung bleibt:

DSCN30421. Die Fans aus Trier mit gewohnt peinlichem Auftritt, von unkontrolliertem Feuerwerk bis hin zu Sprüchen mit Bezugnahme auf das #Pinigate, die nicht mal davon zeugten, das man das Thema verstanden hat.

2. Das Schweigen der Virage Est mit anschließender Geburtstagschoreo und der Bezug des D-Blocks auf das historische Datum des 18. Aprils: Danke, dass trotz der schwierigen Lage solch wesentliche Dinge nicht außer Acht gelassen werden!

3. Aber zurück zu den unangenehmen Themen des Tages: Trainer Fuat Kilic meinte, die Mannschaft zur Hälfte umkrempeln zu müssen. Durch einen kurzfristigen Ausfall von Mounir Chaftar musste dann auch noch Christian Sauter auf die linke Abwehrseite. Auf ungewohnter Position verursachte Sauter gleich den Elfmeter zur Gästeführung.

4. Hervorzuheben ist: Bei den vier Gegentoren, die der FCS in der Rückrunde kassiert hat, stand Abwehrchef Peter Chrappan nicht auf dem Platz. Ob man bei einem Heimspiel gegen Peter Rubecks Defensivspezialisten direkt die Abwehr so radikal ändern muss?

DSCN30295. Aber auch vorne nix Neues. Die angriffslustige erste halbe Stunde brachte aufgrund akuter Ladehemmungen beim FCS-Personal wenig ein.

6. Bei aller Liebe zur Kritik an einzelnen Fehlern des Schiedsrichters: Eine Niederlage gegen Eintracht Trier in dieser Phase der Saison resultiert allein aus einer Kombination von Formschwäche und taktischen Mängeln.

7. Peinlich wurde es nach Spielende zudem, als Trainer Fuat Kilic in der Pressekonferenz auf inhaltliche Fragen sehr verschnupft reagierte und Journalist Horst Fried nach der Lustigkeit seines Frühstücks fragte. Kann man machen, wirkt aber zickig.

DSCN3044Alles in allem kann der FCS froh sein, dass ein gleichzeitiges Remis der Elversberger gegen Homburg nicht schon jetzt zu größeren Unmutsbekundungen als lethargischen Kilic-raus-Rufen geführt hat. So wird die endgültige Entscheidung, ob der FCS das Format hat, diese Liga nach oben zu verlassen, erst in Offenbach geklärt. Mit den spielerischen Mitteln aus dem Spiel gegen Trier wird das schwer. Hat Kilic vielleicht gedacht, dass die alte Herberger-Taktik der verwirrenden Umstellung die Offenbacher in Sicherheit wiegen könnte? Oder gibt es auch im Trainerteam derzeit mehr Fragen als Antworten? Der Tendenz nach wird der FCS noch ein wenig länger dort bleiben, wo er ist: In der Regionalliga. Aber natürlich kann immer was Unverhergesehenes passieren – so wie einer, der plötzlich mal wieder vorbeischaut, obwohl er schon weg ist.

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