5 gute Gründe, am Samstag ins Ellenfeld zu gehen

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Das Ellenfeld, hier vor dem Derby Borussia – FCS im Jahr 2007

Borussia Neunkirchen geht es derzeit schlecht. Nach massenhaften Rücktritten (so etwas kennt man normalerweise nur von einem anderen saarländischen Verein), unter anderem hat der Vorsitzende Giuseppe Ferraro sein Amt aufgegeben, ist die Zukunft des ehemaligen Bundesligisten unklar. Auf der Mitgliederversammlung wurde dieser Ernst der Lage noch einmal klar: Marodes Stadion, ausstehende Spielergehälter, kaum Aussicht auf Besserung. Fans der Borussia, vor allem das Blog Stahlwerk NK, haben zur Aktion 1000 + X aufgerufen. Getreu dem neuen Vereinsmotto „Alte Liebe lebt“ sind alte und junge Neunkirchenfans, Fußballfans, und Menschen aus Neunkirchen und Umgebung dazu aufgerufen, ein positives Zeichen für die Weiß-Schwarzen zu setzen. Auch dieses Blog fordert: Auf nach Neunkirchen! Gerade für FCS-Fans gibt es fünf gute Gründe:

1. Borussia Neunkirchen spielt erst am Samstag um 14.30 Uhr im Ellenfeld gegen Saar 05. Sprich: FCS-Fans verpassen nicht die Regionalligapartie, die am Freitagabend zu Hause gegen Nöttingen stattfindet.

2. Sportlich hat die Begegnung – trotz zuletzt schwacher Auftritte der Borussia – dennoch etwas zu bieten. Saar 05 Saarbrücken, der Tabellenzweite der Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar, braucht dringend Punkte, um das angestrebte Ziel Regionalliga zu erreichen. Nach einer Schwächephase scheinen angeschlagene Borussen der richtige Gegner – aber auch die wollen nach zwei eher enttäuschenden Unentschieden gegen Saarvereine nun ihren Fans beweisen, dass sie noch lebendig sind.

3. Der Rücktritt des Vorsitzenden Ferraro, der zweite Vorsitzenden Cinzia Verga und des erst kürzlich verpflichteten Marketing-Managers Dirk Ex sind Symptome des vielleicht größten Problems im Amateurfußball: Der fehlenden Nachhaltigkeit. Provinzfürsten blasen einen Verein mit ihrem Geld auf, in der vagen Hoffnung, aus einem immer härter geführten Wettbewerb um wenige Aufstiegsplätze als Sieger hervorzugehen. Im Gegenzug erwarten sie Kritiklosigkeit und Gehorsam von Fans, Mitgliedern und Kleinsponsoren – und verlassen nach dem eigenen Scheitern oft ein Chaos. Ein Besuch im Ellenfeld ist auch ein Aufrütteln, dass es in dieser Hinsicht keinen nachhaltigen Erfolg geben kann.

4. Wer sich im Saarland mit Fußballkultur beschäftigt, kommt nicht an Borussia Neunkirchen vorbei. Vereinsarchivar Tobias Fuchs ist nicht nur für die Ausstellung „Kleines Land, großer Fußball“ verantwortlich, sondern hat auch mit Jens Kelm das beste Buch über den Saarfußball der letzten Jahre herausgegeben: „100 Jahre Ellenfeld-Stadion„. Um die heutige Zeit kümmert sich das Blog Stahlwerk NK, das neben Gründer Nicky mit Mirko einen weiteren Autor gewonnen hat, und derzeit vielfältig und exzellent über das runde Leder schreibt. Es braucht die Borussia, damit auch diese Autoren uns weiter mit Texten und spannenden Geschichten bereichern!

5. Zuletzt: Auch wenn es derzeit sehr marode ist, versprüht das Ellenfeld-Stadion einen ganz eigenen Charme und ist immer noch ein Stadion, das mit seinen Ecken und Kanten ein schönes Gesamtbild ergibt. Ein Besuch lohnt immer – selbst wenn manche Bereiche nicht mehr betretbar sind.

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