Enttäuschung kennt eine Liga

Ob es diesmal nur beim blauen Auge bleibt?

Ob es diesmal nur beim blauen Auge bleibt?

Eigentlich habe ich fast keine Lust, diesen Text überhaupt zu schreiben, da ich selbst bei der Mitgliederversammung am 24. Februar nicht anwesend war. Was eigentlich im Vordergrund stehen sollte, der Antrag von Meiko Palm, rückte in den Hintergrund als der führende Kopf der Ultras 01, Addi, dem Vizepräsidenten des 1. FC Saarbrücken, Sebastian Pini, vorwarf, ihn dazu animiert zu haben, Stimmen gegen Palms Antrag zu mobilisieren, im Austausch für die Erlassung eines fünfjährigen Stadionverbots. Palms Antrag sollte mit 54 prozentiger Zustimmung am Ende scheitern, doch das Thema bleibt die Frage, ob Pini Stimmen gegen seinen Einfluss bei der Stadionverbotsvergabe kaufen wollte oder nicht. Die Bewertung der Saarbrücker Zeitung liest sich so, Ludwigspark.de bewertet den Vorgang harscher. Der FCS schweigt sich aus.

Derzeit wird viel diskutiert, Fakten haben nur wenige beizutragen. Pini hat nach rechtsstaatlichen Grundsätzen als unschuldig zu gelten, bis bewiesen ist, dass er Addi genötigt haben soll. Stimmt die Darstellung, dass Pini gedroht habe, dem Fan die alleinige Strafe für ein Pyrovergehen aufzubürden, wäre er als Vizepräsident untragbar. Aber selbst wenn sich der Vorwurf der Nötigung nicht erhärten sollte und nur ein in Vereinskreisen oft nicht unüblicher „Kuhhandel“ durchgeführt werden sollte: Verloren haben bereits alle.

  • Sebastian Pini, der sich, sollten die Vorwürfe doch nicht stimmen, kaum vom Makel befreien wird.
  • Peter Becker, weil er noch vor dem ersten Spiel als Sicherheitsbeauftragter mit Rücktritt drohen muss.
  • Das Präsidium, dessen Energieaufwand, den Antrag von Meiko Palm abzuschwächen, nun wie ein Bumerang züruckgekommen ist und Schaden in der Außenwirkung anrichtet.
  • Die Mannschaft, die eigentlich das Spiel der Rückrunde vor sich hat und nun das unwürdige Spektakel verfolgen muss.
  • Die Mitglieder, weil sie nun allen Grund haben, die Aufrichtigkeit der Vereinsführung anzuzweifeln.

Wo der Kampf bereits vor dem Ende nur noch Verlierer hat, wird umso verbissener um die Deutungshoheit gekämpft werden. Dieses Spielchen möchte ich nicht mitmachen. Es ist keine Vorverurteilung, wenn ich mir das Recht herausnehme, schlicht enttäuscht zu sein. Ich habe Pinis Wirken und seine Wahl zum Vizepräsidenten hier im Blog kritisch begleitet, auch oft den Austausch mit ihm gesucht. Zuletzt hatte ich den Eindruck gewonnen, dass der FCS endlich wieder einen Vizepräsident hat, der zwar aus dem Umfeld von Hartmut Ostermann stammt, aber auch ein offenes Ohr für die Fans hat und den Dialog mit den Mitgliedern sucht, statt sich die Grabenkämpfe auf der Mitgliederversammlung zu liefern. Sollte sich herausstellen, dass Pini dazu bereit war, eine kontroverse Abstimmung durch einen Deal mit einer Fangruppe zu beeinflussen, wäre das ein tiefer Schlag in die Magengrube.

Es wäre der Rückfall in Zeiten, die ich eigentlich vorbei glaubte, die aber wohl nie enden werden. Mehrere Male hatte das Präsidium die Möglichkeit, den Antrag von Meiko Palm anständig zu behandeln. Es tat es nicht. In der Sommerpause hätte der Verein Milan Sasic offiziell als Sportdirektor vorstellen können. Er tat es nicht und kreierte im Wochentakt neue Bezeichnungen für den „Berater des Hauptsponsors“. Auch dass Vizepräsident Pini nicht sein Amt bis zur Klärung der Vorwürfe ruhen lässt, sondern schweigt, ist wieder die schlechtere Option. Die Führungsspitze des 1. FC Saarbrücken möchte stets den Weg des geringsten Widerstands einschlagen, unpopuläre und für Sponsoren irritierende Entscheidungen vermeiden. Die Entscheidungen, die dabei entstehen, sind Enttäuschungen, weil sie jegliche Aufrichtigkeit gegenüber Fans und Mitgliedern vermissen lassen. So schafft Hartmut Ostermann kein Vertrauen. Und das wird auch so bleiben.

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