Werdet Schiedsrichter!

Ohne Schiri geht es nicht (Foto: Steindy, Lizenz CC BY-SA 3.0)

Ohne Schiri geht es nicht (Foto: Steindy, Lizenz CC BY-SA 3.0)

Entgegen vieler Artikel, die sonst auf diesem Blog erscheinen und die sich um den 1. FC Saarbrücken drehen, will ich dieses Mal bewusst für etwas werben: Die Schiedsrichter. Anlass ist ein Tweet vom Schiedsrichterpodcast Collinas Erben, der auf die neuen Zahlen im deutschen Schiedsrichterwesen Bezug nimmt, sich sich auch auf den Seiten des DFB abrufen lassen:

In absoluten Zahlen befindet sich der SFV damit nicht in der schlechtesten Position. 1097 Männer und Frauen sind an der Pfeife aktiv. Das Saarland hat sogar als einer der wenigen Verbände die Zahl der aktiven Schiedsrichter steigern können, es bleibt aber am unteren Ende der Tabelle, was die Zahl aktiver Schiedsrichter pro Mannschaft angeht.

Warum ist das wichtig?

Das bedeutet, dass die Schiedsrichterobleute, auf lokaler Ebene für die Besetzung der Spiele zuständig, eben oft eine Menge Arbeit haben, alle Spiele an einem Wochenende zu besetzen. Zu den vielen Bezirks- und Kreisligen kommen die Spiele der zweiten Mannschaften, sowie der Jugenden. Gerade jüngere Schiedsrichter sind noch selbst Spieler, alle müssen den Job an der Pfeife mit ihrem Beruf, der Ausbildung, der Schule oder dem Studium in Einklang bringen. Je mehr Schiedsrichter zur Verfügung sind, desto sicherer der Spielbetrieb. Am Ende haben auch die Mannschaften was davon.

Dass es eben keine Funktion wie jede andere, zeigt sich darin, dass nicht nur viele Jungschiedsrichter schnell die Pfeife wieder an den Nagel hängen und der Verband auch des Öfteren zu Image-Kampagnen greifen muss, um Spieler, Trainer und Zuschauer an den Respekt des Trainers zu erinnern. Gerade in dieser Saison sorgte ein Spielabbruch im Saarland bei der Partie Neuweiler – SF Saarbrücken für Schlagzeilen. Der Schiedsrichter wurde tätlich angegriffen.

Es ist nicht immer super!

Ich will hier selbst keine Schwarz-Weiß-Malerei der Situation betreiben. Zwischen 2005 und 2009 stand ich selbst an der Pfeife. Ich habe angefangen, weil ich selbst entscheiden wollte und mich vorher oft geärgert habe (und auch oft immer noch über Entscheidungen ärgere). Ich habe selbst erlebt, dass auch unter Schiedsrichtern nicht immer der erwartete Korps-Geist herrscht, sondern es einen Kampf um Einfluss, Karrieren und Aufstieg gibt – eben wie auch in allen Fußballvereinen. Aber ich habe auch gesehen, dass der Fußball nicht funktionieren kann, wenn man sich nicht auf dem Nenner des Respekts für einen Unparteiischen trifft. Es ist ein Spiel, das ein Einhalten der Regeln erfordert. Ohne Schiedsrichter, keine Emotionen.

Deswegen mein Aufruf, nicht nur im Saarland: Werdet Schiedsrichter! Traut Euch! Gerade die älteren, erfahrenen Spieler – beklagt Euch nicht über mangelnde Aufstiegschancen, sondern werdet aktiv, macht die Ausbildung, geht in die Gruppen, zeigt Engagement. Macht Euch für den Sport unentbehrlich und sorgt vielleicht dadurch dafür, dass sich auch im Schiedsrichterwesen manch festgefahrene Struktur ändert. Durch ein ständiges Gejammer, das ist ein ganz heißer Tipp, ändert sich in der Hinsicht reichlich wenig. Unterstützt alte, die an die Pfeifen wollen, genauso wie junge Fußballverrückte. Frauen wie Männer!

Für alle, die im Saarland mithelfen wollen, dass der Fußball auch künftig funktioniert, gibt es hier einige Infos. Oft sind aktuelle Termine auch in Zeitungen und Amtsblättern zu finden. Und wer jetzt nicht Schiedsrichter werden will, sollte wenigstens beim nächsten Spielbesuch daran denken, dass es ohne Mann in Schwarz keinen Breitensport Fußball geben kann – und dass jeder, der diese schwierige Aufgabe annimmt, Respekt verdient.

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2 Antworten zu Werdet Schiedsrichter!

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