From worst to best: Rückkehrer 2003/04 bis 2012/13 (Teil V)

Enver Marina (Foto: Andreas Schlichter)

Enver Marina (Foto: Andreas Schlichter)

Ich räume ein, dass manche Blogidee auf den ersten Blick genial ist, dann aber mitunter nicht konsequenz zu Ende ausgeführt wird. Dies ist schließlich auch immer noch ein Weblog, das im Gegensatz zur Zeitung oder zur Nachrichtensendung ein klein wenig Spielweise abseits des Sportjournalismus sein darf – und will. So haben sich vielleicht einige auf die Auflösung der besten Rückkehr zwischen 2003 und 2013 gefreut – die letzten vier Plätze bin ich allerdings seit Mai schuldig. Hier die Auswahl.

Platz 4 – Enver Marina – Tor – 2006/2007 und 2008 bis 2013 beim FCS

Unumstritten wäre sicher das falsche Wort, um die Karriere des über Umwege in den Profifußball gelangten Albaners zu beschreiben. 2006 kickte er unter Dieter Ferner beim FC Kutzhof, galt als der herausragende Torwart der Verbandsliga Saar, aber auch als eine Art Amateurfußball-Lehmann, der mit Ausflügen von sich reden machte. Aus der Kutzhofer Konkursmasse kam Marina dann als dritter Mann zum FCS, sollte als zuverlässiger Rückhalt hinter Oldie Peter Eich und Marc Birkenbach Platz nehmen. Verletzungen sorgten für sein Debüt gegen Mainz im Pokal und zum Aufstieg als Held- ein Status, der nach einem kuriosen Gegentor in Stuttgart Wochen später wieder futsch war. Am Ende gab es den Abstieg, Marina wäre gerne geblieben, Manager Loos wollte lieber Pascal Formann.

Nach einem Jahr in Neunkirchen holte Dieter Ferner Marina zurück nach Saarbrücken – Loos war inzwischen weg, ebenso Formann. Als Nummer eins gesetzt, wären da nicht permanente Verletzungsprobleme gewesen. Spielte Marina, dann war er oft Retter in der Not. Gegen Ende seiner Zeit beim FCS häuften sich die Patzer und die Kritik. Was dabei nicht vergessen werden darf: 127 Spiele im Trikot des FCS, bei denen 43 Male die Weste von Marina weiß blieb.

Platz 3 – Nico Zimmermann – Mittelfeld – bis 2007 und 2009 bis 2011 beim FCS

Der gebürtige Zweibrücker wechselte in der Jugend vom 1. FC Kaiserslautern nach Saarbrücken, rückte zu Zweitligazeiten in den Kader der U23 auf und wurde dort eine feste Größe in der Oberliga (70 Spiele, elf Tore). Trotz der Misere des FCS 2005/2006 kam Trainer Rudi Bommer nicht auf die Idee, ihn mal hochzuziehen und auch seinen Nachfolgern Michael Henke und Didier Philippe fehlte der Mut, um den talentierten Freistoßschützen und Passgeber Zimmermann mal vor Platzhirsche wie Hadji oder Platzpatronen wie Lintjens zu setzen. 2007 wechselte der Enttäuschte „Zimbo“ nach Elversberg, um dort aufzublühen. Er blühte so auf, dass er auch für den FCS wieder interssant wurde.

2009 der Schritt zurück: Mit Manuel Zeitz und Nico Weißmann bildete er fortan ein geniales Trio im Mittelfeld. Auch nach dem Aufstieg in die 3. Liga behielt Zimbo sein Leistungsniveau – und drehte sogar noch auf. Acht Tore und 17 Vorlagen machten ihn zum besten Spieler unter Jürgen Luginger und attraktiv für andere Vereine. Am Saisonende wechselte er nach Braunschweig in die 2. Liga. Dort sollte er fulminant starten, aber auch irgendwann den Anschluss verlieren. Intermezzi in Aalen und Rostock blieben erfolglos, zuletzt wurde er von Elversberg nach Homburg ausgeliehen.

Platz 2 – Tam Nsaliwa – Abwehr – 2001 bis 2003 und 2004 bis 2006 beim FCS

Der Kanadier Tamandani Nsaliwa kam 2001 von der zweiten Mannschaft des 1. FC Nürnberg (damals ging das noch anders herum) zum FCS. In der Abstiegsrunde 2001/2002 fiel er kaum auf und war Ergänzungsspieler in einer heterogenen, überalterten Truppe. In der Folgesaison war Nsaliwa dann Stammspieler unter Horst Ehrmantraut. Meist wurde er im Mittelfeld eingesetzt und machte seinen Job solide – den angepeilten Aufstieg verpasste der FCS jedoch auch aufgrund einer insgesamt zu schwachen Offensive. Nsaliwa ereilte der Ruf aus Regensburg und 2002/2003 ging es in die 2. Bundesliga – 25 Einsätze.

Regensburg blieb nicht zweitklassig, aber Tam – der FCS klopfte frisch aufgestiegen 2004 wieder an. Dieses Mal wurde Nsaliwa meist in der Innenverteidigung eingesetzt. Unvergessen dürfte hierbei seine Leistung beim 2:0-Erfolg über den 1. FC Köln sein, als er im Alleingang Lukas Podolski abmeldete. Nsaliwa verpasste nur ein Spiel. In der Folgesaison hatte er es nicht mehr so leicht, der Abstieg folgte für den FCS. Nsaliwa wechselte in die erste griechische Liga und spielte bei AEK Athen zeitweise international, droppte sein erstes Album und steht aktuell bei Bucaspor in der Türkei unter Vertrag.

Das Blog-Fanfoto mit Freiburg-Mike

Das Blog-Fanfoto mit Freiburg-Mike

Platz 1 – Mike Frantz – Mittelfeld/Angriff – von 2000 bis 2004 und 2006 bis 2008 beim FCS

Der heutige Bundesligaspieler hat eine nicht unübliche Entwicklung hinter sich: In der Jugend war Frantz bereits beim FCS aktiv, wurde aber zunächst aussortiert, weil ihm die Verantwortlichen nicht den Sprung in die erste Elf zutrauten. Nach einer kurzen Zeit bei Borussia Neunkirchen, die beim FCS für erneutes Interesse und Schamesröte gesorgt haben dürften, ging es 2006 zurück in die Landeshauptstadt, zunächst natürlich in die zweite Mannschaft. In der Saison 2006/2007 durfte er erstmals Erfahrungen im Profikader sammeln, in der leider vergeigten Saison 2007/2008 war Mike Frantz dann nicht nur Fanliebling, sondern auch Stammspieler und Torjäger vom Dienst. Nürnberg war am Ende zu stark interessiert, als dass Frantz in der Oberliga zu halten gewesen wäre – heute ist der mittlerweile 28-Jährige im Breisgau angekommen.

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