Der einzige Neue

Dominik Rohracker, neu im FCS-Trikot (Foto: Andreas Schlichter)

Dominik Rohracker, neu im FCS-Trikot (Foto: Andreas Schlichter)

Zu Beginn des Jahres 2014 waren die Transferaktivitäten des 1. FC Saarbrücken Anlass einer kleinen Völkerwanderung. Zehn Spieler sollten dem Verein die Drittklassigkeit bewahren, andere wurden aufgrund vermeintlicher (oder tatsächlicher) Untauglichkeit weggeschickt. Anders gestaltet sich das Bild 2015: Nur Dominik Rohracker von Ligakonkurrent Elversberg ist neu in der Landeshauptstadt, mit Aleksander Pranjes verabschiedet sich nach nur einem halben Jahr ein Spieler, dessen Regionalligaeignung in diesem Blog mehrfach bezweifelt wurde. Doch was bedeutet der Rohracker-Wechsel für die Blau-Schwarzen? Das FCSBlog stellt drei Tendenzen fest.

Kein neuer Stürmer

Zunächst einmal bleibt Trainer Fuat Kilic nominell bei seiner Stürmer-Aversion. Der an dieser Stelle kritisierte Abgang von Patrick Schmidt wurde bislang vergeblich mit Rufat Dadashov versucht zu kompensieren. Statt des Ex-Zweibrückers sind in Matthew Taylors Schwächephasen wahlweise Sven Sökler oder Dennis Wegner als die Torjäger im rechten Zeitpunkt aufgetreten – freilich sind beide keine klassischen Stürmer. Nun vertraut der FCS-Trainer Kilic also auf die Rückkehr des Langzeitverletzten Felix Luz und dem Ausbessern einer anderen Schwachstelle: Dem rechten Flügel. Die für dort verpflichteten Patrick Zoundi und Marius Willsch erlebten Höhen und Tiefen, aber wenig Beständigkeit. Der offensiv „variabel einsetzbare“ (fc-saarbruecken.de) Rohracker soll das ändern.

Keine Transferwut

Dann ist der Wechsel Ausdruck einer umsichtigeren Transferpolitik als unter Trainer Milan Sasic. Das Strohfeuer aus dem letzten Winter, das Spieler wie Juri Judt oder Stefan Reisinger, sonder nicht unbedingt schlechte Akteure, zum falschen Verein brachte, soll nicht wiederholt werden. Stattdessen wurde mit wichtigen Bausteinen der aktuellen Mannschaft, Dennis Wegner und Marco Meyerhöfer, der Vertrag verlängert. Und eben eine gerechtfertigte Personalentscheidung vollzogen, welche den Kader qualitativ verbessern soll. Rohracker wurde in der Jugend des FC Bayern München ausgebildet, war Stammspieler bei Unterhaching und Elversberg in der Dritten Liga und hat in dieser Saison bereits vier Tore und vier Vorlagen in der Regionalliga vorzuweisen.

Keine Sonderbehandlung

Die letzte Tendenz ist vielleicht nicht die offensichtliche: Rohracker ist bei der Saarbrücker Spielerberaterfirma Soccer and more unter Vertrag, also ein Schützling des in Fankreisen umstrittenen Guido Nickolay. Viele werden ihm vor, aus Sasics Transferwut Profit geschlagen zu haben, ohne auf die Qualität der Spieler zu schauen. Er verteidigt sich stets gegen Vorwürfe dieser Art. Dieses Blog hier hat bereits vor einiger Zeit gefordert, den Umgang mit Herrn Nickolay zu normalisieren, sprich: Ihm nicht besser oder schlechter als andere Spielerberater zu behandeln. Dass nun wieder ein Spieler zum FCS wechselt, scheint dafür zu sprechen, dass sich ein zu Mitte des vergangenen Jahres angespanntes Verhältnis wieder entspannt. In der Diskussion um Spielerberater sollte nämlich nur eines im Vordergrund stehen: Ob ein Spieler zum Verein passt.

In der jetzigen Situation trifft dies auf Dominik Rohracker für den FCS sicherlich zu. Der in Elversberg aus disziplinarischen Gründen ausgemusterte Flankengeber wird, wenn er sein Können abspulen kann, den Fans der Blau-Schwarzen viel Freude bereiten können.

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