Warum die Reisinger-Rückkehr unspektakulär ist

Zurück aufgrund der Rechtslage: Stefan Reisinger (Foto: Andreas Schlichter)

Zurück aufgrund der Rechtslage: Stefan Reisinger (Foto: Andreas Schlichter)

Die schier unendliche Geschichte um die vergebliche Stürmerhoffnung des Jahres 2014, Stefan Reisinger, hat ihre vermeintlich spektakuläre Fortsetzung erhalten. Nachdem der Spieler seine Kündigung aufgrund eines Vorgangs, der unter dem Schlagwort „Klofoto“ nationale Aufmerksamkeit erhielt, vor Gericht erfolgreich angefochten hatte, hat er in der vergangenen Woche erstmals in der U23-Mannschaft von Martin Forkel mittrainiert, die in der Oberliga antritt. Reisinger ist nun wohl der Großverdiener besagter Liga, in Fankreisen wird über eine Rückkehr Reisingers in die erste Mannschaft spekuliert und auch die BILD Saarland bläht Reisingers erste Trainingseinheit mit Fragen auf: Beeinträchtigt dies das Berufungsverfahren des Vereins gegen den Stürmer? Oder tut sich vielleicht ein Comeback auf?

Kündigung wegen Klofoto

Was in allen Berichten zu kurz kommt und gerade einmal bei der Saarbrücker Zeitung korrekterweise in einem Satz abgehandelt wird: Die Rückkehr ist völlig vorhersehbar gewesen und ziemlich unspektakulär. Denn beide Parteien handeln einfach nur so vor, wie es ihnen das Gesetz im aktuellen Fall vorschreibt. Verständlich wird es, wenn man sich noch einmal den kompletten Vorgang anschaut.

Im Sommer herrscht – so berichten einige Beobachter – ein Stimmungstief zwischen Stürmer Reisinger und Trainer Fuat Kilic, das wohl darauf beruht, dass sich Reisinger nicht in die bestehende Hierarchie einfindet. Der Verein stellt Reisinger eine Kündigung zu, beruft sich dabei auf den berichteten Vorfall in der Kabine. Der Stürmer, mit einem sehr komfortablen Vertrag bis 2016 ausgestattet, klagt. Die Richterin am Arbeitsgericht befindet, dass besagter Vorfall nicht für eine Kündigung ausreiche. Nun geht der FCS in Berufung.

Der Vertrag besteht weiter

Was ist folglich in der Winterpause passiert? Reisinger hat zunächst versucht, einen neuen Verein zu finden und blitzte unter anderem bei Preußen Münster ab. Das dürfte einerseits mit der sportlichen Vorgeschichte, als auch mit Reisingers Gehalt in Saarbrücken zusammenhängen. Nun findet Reisinger also keinen neuen Verein – was heißt, dass sein Vertrag in Saarbrücken weiterhin gültig ist. Und das bedeutet, wie es die Saarbrücker Zeitung richtig formuliert, dass „er seine Arbeitskraft dem FCS zur Verfügung stellen und der Verein ihm einen Arbeitsplatz anbieten“ muss. In anderen Worten: Wenn Reisinger nicht zum Training erscheint, liefert er dem Verein einen (guten) Kündigungsgrund. Wenn der Verein Reisinger nicht das Training in der U23 anbieten würde, könnte das den Strafbestand der Untreue erfüllen.

Die aktuelle Lösung, dass Reisinger in der Oberliga mittrainiert (und vielleicht auch von Martin Forkel mal aufgestellt wird) ist also keine Niederlage für Fuat Kilic, kein Zeichen für die wundersame Rückkehr des Zwei-Tore-Stürmers. Es ist schlicht das, was beide Parteien im Angesicht des Gesetzes tun müssen.

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Eine Antwort zu Warum die Reisinger-Rückkehr unspektakulär ist

  1. Spirit schreibt:

    So sieht’s aus. Und wenn die Yellowpress jetzt meint der Vorstand kusche, so ist das der dummdreiste Versuch Unruhe zu schüren. Kilic ist der sportliche Boss, Ho und Weller sind für die Verträge und Finanzen zuständig, Pini bemüht sich ums Image – und – keiner pfuscht dem anderen rein. So handeln Profis. Alles andere führt ins Chaos, siehe die Panikentlassung Lugingers und nachfolgender Aktionismus. Und Kilic macht es genau richtig. Er sucht sich die Spieler aus mit denen die Mannschaft funktioniert und von denen das Trainerteam überzeugt ist. Reisinger passt einfach nicht und dabei ist es unerheblich welche Qualitäten er hat. Denn Kilic muss mit vollem Einsatz und glaubwürdig zu seinen Entscheidungen stehen sonst verliert er an Respekt und das Vertrauen der Spieler. Die Folge: Ein Team zerfällt in Grüppchen und seine ganze Aufbauarbeit wär für die Katz. Deshalb ist Reisinger verbrannte Erde und ein vergifteter Spieler. Und wie er sich jetzt verhält, schadet ihm mehr als ihm nutzt. Reisinger steht aufgrund seiner eigenen Handlungsweise jetzt als Versager und Unruhestifter da. Keiner wird ihn mehr haben wollen. Hätte er rechtzeitig die Eskalation verhindert, hätte er schon längst einen neuen Verein. Er hat das Machtspiel mit Kilic gewollt und verloren. Zum Glück.

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