Adventskalender: 16. Dezember – Zahlenspiele

kernig_shirt_181_256Das 16. Türchen in diesem FCSBLOG-Adventskalender ist ein neuer Text von einem alten Bekannten. Florian Kern, der mit mir zusammen das Fanmagazin Leuchtturm gründete und seit einem Jahr im Aufsichtsrat des Vereins sitzt, hat schon öfters für dieses Blog als Gast Beiträge geschrieben. In seinem Essay für den 16. Dezember verbindet der angehende Mathe-Lehrer zwei seiner Interessen: Den Fußball und die Zahlen:

Analogien in der Regionalliga

Wir schreiben die Winterpause der Saison 2014/15. Fünf Jahre sind mittlerweile seit dem letzten großen Erfolg des 1.FC Saarbrücken vergangen, als Dieter Ferner mit seiner Blue-and-Black-Army überraschend den Meistertitel der Regionalliga West erreichte. In einigen Aspekten weisen die beiden Spielzeiten überraschend einige Gemeinsamkeiten auf, andere Parameter könnten unterschiedlicher nicht sein.

Besonders auffällig ist dabei der ähnliche Saisonverlauf vor dem Hintergrund gegensätzlicher Saisonziele. War es 2009 als Aufsteiger das Ziel, schnellstmöglich den Klassenerhalt zu schaffen, zählt für den Sommer 2015 nur das Erreichen der Aufstiegsspiele. Dementsprechend kritisch verhält sich in dieser Saison auch das Vereinsumfeld: Während 2009 auch während kritischen Phasen im Verlauf der Vorrunde keine Kritik am Trainer aufkam (was natürlich auch an der Vergangenheit von Dieter Ferner liegt), waren nach den diesjährigen Heimniederlagen gegen Elversberg und Worms durchaus vermehrte Rufe gegen den Trainer aufgekeimt (was auch an dem Verlauf der letzten Saison liegt).

Fuat Kilic (Foto: 1. FC Saarbrücken/Schlichter)

Fuat Kilic (Foto: 1. FC Saarbrücken/Schlichter)

Und doch sprechen die Zahlen – in dieser Saison – eine andere Sprache: Bis zur Winterpause erreichte Dieter Ferner mit seiner Mannschaft 38 Punkte aus 18 Spielen (entspricht 2,11 Punkte pro Spiel), Fuat Kilic hat nach 20 Spielen 43 Punkte auf dem Konto (entspricht 2,15 Punkte pro Spiel). Macht rein mathematisch keinen bemerkenswerten Unterschied.

Die „externen Gegebenheiten“ haben sich jedoch in den letzten Jahren stark geändert. Waren 2009 neben 8 Zweitvertretungen noch weitere namhaften Vereine (u.a. Münster, Essen) FCS-Konkurrenten in der (dreigleisigen) West-Regionalliga, so stellen wir in der fünfgleisigen Regionalliga heute fest, dass die Leistungsdichte über die Vereine stark abnimmt. Auch dies wird durch Zahlen belegt: Der erste sportliche Absteiger (Durch drei Insolvenzen/Lizenzentzüge gab es keine sportlichen Absteiger.), Gladbach II, erreichte 40 Punkte aus 34 Spielen. Bereits zur Winterpause können wir hochrechnen, dass die sportlichen Absteiger der Regionalliga Südwest zum Saisonende wahrscheinlich nichtmals in etwa einen Ein-Punkte-Schnitt erreichen werden.

Dazu kommt die zusätzliche Aufstiegsrelegation durch die vergrößerte Anzahl der Regionalligen, sodass zum Erreichen dieser selbst ein Zwei-Punkte-Schnitt zu wenig sein könnte. Auf der einen Seite ein Nachteil, da selbst der Beste der Regionalliga nicht aufgestiegen ist – auf der anderen Seite ein Vorteil, da Platz 2 mit den Meistertitel gleichzusetzen ist und der FCS nicht zwingend eine Aufholjagd Richtung Offenbach starten muss.

Wir halten fest: Obwohl vor Saisonbeginn beider Spielzeiten die Vorzeichen nicht unterschiedlicher hätten sein können, so sind einige Analogien zur Winterpause erkennbar. Mit der entsprechenden Vorbereitung dürfen wir bis Juni 2015 unser Ziel weiter verfolgen, welches heißt: möglichst mit dem gleichen Ergebnis wie vor fünf Jahren abzuschließen.

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