Adventskalender: 13. Dezember – Thesen für 2015

Erneut verbirgt sich hinter dem Türchen im Adventskalender nichts zum kurz mal Schmunzeln, sondern ein kleiner Text zur aktuellen Lage beim 1. FC Saarbrücken. Die ist natürlich nicht immer bierernst, aber das Wesen des FCS-Fans, mal feurig und voller Elan, mal träge und und lahm, trägt meist neben den sportlichen Aufs und Abs dazu bei, dass sich der Verein an 365 Tagen im Jahr mal nahe am Abgrund oder wieder in der Nähe der Bundesliga aufhält – je nach akuter Stimmungslage. Erschwerend kommt ein Präsidium hinzu, dem meist der Blick für eben diese Befindlichkeiten vollkommen abhanden geht. Was sollten Fans und Vereinsbosse tun? Ein Vorschlag:

Der 1. FC Saarbrücken glich 2014 wieder einer Achterbahnfahrt. Beim Start ging es erst einmal runter und Milan Sasic wurde schnell herausgeschleudert. Kurz ging es wieder nach oben, doch auch der nächste Fall wurde nicht verhindert. Auf einmal stellten die Mitfahrenden fest, dass Sasic doch nur in einen der hinteren Wägen geschleudert wurde. Es folgten kleinere Aufs und Abs und eigentlich sind alle Beteiligten voll sehnsüchtiger Erwartung des Ziels – das womöglich im Sommer 2015 nur den nächsten Ritt bedeutet.

Auf Seiten der Fans ist man trotz des zweiten Platzes zur Winterpause weiter über viele Dinge im Verein mal mehr, mal weniger enttäuscht: Der lautstarke Abgang von Daniel Hager, die Verschleierung von Milan Sasics genauen Tätigkeiten beim Hauptsponsor Victor’s, die Wahl von Sebastian Pini zum Vizepräsidenten und die Migliederversammlung im Dezember, die im Streit, statt in der Versöhnung endete. Aufsichtsrat Florian Kern hat das Präsidium zuletzt von seiner Fan- und Förderabteilung (die ich auch unterstütze) überzeugt, den Rückzug seines Satzungsänderungsantrags zu spät und für einige Unterstützer missverständlich kommuniziert. Der Ex-Fanbeauftragte Meiko Palm erzwang eine außerordentliche Mitgliederversammlung, in der es um den Passus zur Ausgliederung der Profifußballerabteilung gehen wird.

Dass der Jahreswechsel 2014 mit neuen Herausforderungen und neuen, verhärteten Fronten auf Seiten der aktiven Fans und des Präsidiums vollzogen wird, darf dabei nicht über drei wichtige Fakten hinwegtäuschen:

  • Auf sportlicher Ebene hat sich trotz entscheidener Verletzungen im Kader die Arbeit von Fuat Kilic bewährt.
  • Mit der Fan- und Förderabteilung werden künftig Fans und Fanclubs ein neues Forum innerhalb des Vereins haben.
  • Mit dem Wechsel auf der Position des Sicherheitsbeauftragten von Charly Mai zu Peter Becker hat der Verein signalisiert, künftig auch bei den aktiven Fans auf mehr Dialog zu setzen.

Zwischen vielen Ereignissen, deren Interpretation je nach Gruppenzugehörigkeit unterschiedlich ausfallen, sind das drei „harte“ Fakten für das kommende Jahr. Und auch der Ausgangspunkt für meine Thesen für das kommende Jahr, die ich als Ergänzung und als Erweiterung meiner Thesen aus der Sommerpause sehe. Diese wurden zwar öfters in diesem Jahr zitiert, aber meiner Meinung nach nicht unbedingt gelebt. Auf ein Neues:

  1. Streit erfordert Streitkultur. Streitkultur bedeutet, dass Auseinandersetzungen aller Art offen, fair und sachlich geführt werden. Bei allen Themen, die 2015 anstehen: Stadion, Fanarbeit, Fanabteilung.
  2. Das Präsidium muss lernen, mit den Fans offen und ehrlich zu reden und dabei auch versuchen die unterschiedlichen Interessen innerhalb der Fanszene näher kennenzulernen und zu verstehen. Dazu gehört mehr, als nur auf einer Mitgliederversammlung das Vereinslied vom Zettel abzusingen.
  3. Das Schreiben in Internetforen kann keinen realen Dialog mit Vereinsvertretern ersetzen. Es gibt Foren zum Austausch, es muss weitere Foren zum Austausch geben – diese müssen aber auch von allen Interessierten tatsächlich genutzt werden.
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