Fünf Wendepunkte in der FCS-Geschichte

De-de-de-de-de-dennis Wegner (Foto: Andreas Schlichter Fotogott)

De-de-de-de-de-dennis Wegner (Foto: Andreas Schlichter Fotogott)

Das vermutlich schwierigste Spiel der zweiten Jahreshälfte 2014 hat der 1. FC Saarbrücken vor enttäuschenden 5500 Zuschauern und dem Fernsehpublikum hinter sich gebracht. Erfolgreich! Gegen Jens Kiefers FC 08 Homburg (ohne Patrick Schmidt) und einen hilflos (in Anbetracht der Linienrichterleistung ist das hervorzuheben) überforderten Schiedsrichter Michael Kempter verteidigten zehn Spieler den Treffer von Dennis Wegner bis ans Spielende. Ein Spiel mit Kampf, Dramatik, Hektik und eben auch zwei Elfmetern, einen davon durfte David Hohs parieren. Ist das möglicherweise der Moment, in dem nach einer kleinen Schwächephase der FCS wieder auf Kurs kommt und der als „Wendepunkt“ angesehen werden kann? Ein paar Beispiele der jüngeren Vergangenheit:

1. Saison 2003/2004: 28. Spieltag, FCS – Hoffenheim 2:1

Nach einer 0:3-Niederlage beim FC Augsburg rutscht der 1. FC Saarbrücken auf den fünften Platz ab, es herrscht dicke Luft. In einem Akt der Verzweiflung oder aber aus purem Trotz gibt Trainer Eugen Hach auf einer Pressekonferenz bekannt, dass er glaube, auch noch „in drei Jahren“ Trainer des FCS zu sein. Am kommenden Morgen ist schon sein Vorgänger der Nachfolger: Horst Ehrmantraut. In einem packenden Spiel gegen die aufstrebende TSG Hoffenheim gewinnt der 1. FC Saarbrücken am Ende mit 2:1 – und steigt am Saisonende in die 2. Bundesliga auf.

2. Saison 2004/2005: 4. Spieltag, Burghausen – FCS 1:2

Fehlstart in der 2. Bundesliga! Nach nur einem Punkt aus drei Spielen befindet sich Saarbrücken in der Rolle, die es nicht spielen wollte: Abstiegskandidat. In Burghausen geht erst alles weiter wie bisher: Kurz vor Ende der ersten Halbzeit foult Vinn-Long Willemin Stefan Reisinger, Burghausens Ronald Schmidt trifft per Elfmeter für die Hausherren. Yilmaz Örtülü sieht nach einem Brutalo-Foul an der Mittellinie Rot und rastet aus. Doch in Unterzahl drehen die Blau-Schwarzen nach dem Seitenwechsel das Spiel, gewinnen dank der Tore von Bencik und Caruso. Eine Siegesserie startet.

3. Saison 2004/2005: 29. Spieltag, 1860 München – FCS 1:1

Nach einer miserablen Rückrunde droht dem FCS dann doch auf einmal der sofortige Abstieg in die Regionalliga. Zum Spiel im Stadion an der Grünwalder Straße mobilisiert sich die Fanszene, die Spieler wollen es mit Toren danken. Früh gehen die Münchner Löwen in Führung, die Saarbrücker Löwen kämpfen an, doch Bencik hat einen schwarzen Tag, verfehlt mehrfach aus guter Position. In der 89. Minute dann der Hammer von Örtülü, der den Ball aus 30 Metern unter die Latte knallt. Kollektiver Jubel, der auch Örtülü ansteckt – so sehr, dass er wegen Trikotausziehens und Jubel am Zaun erst Gelb und dann Gelb-Rot sieht. Horst Ehrmantraut regt sich öffentlich über Schiedsrichter Mike Pickel auf und erhält eine Geldstrafe. Der FCS hält die Klasse.

4. Saison 2009/2010: 24. Spieltag, FCS – Waldhof Mannheim 2:1

Der FCS liefert sich mit den Sportfreunden Lotte ein Fernduell um die Tabellenspitze. Gegen Waldhof Mannheim scheint der FCS Federn lassen zu müssen: In der 70. Minute liegen die Hausherren mit 0:1 zurück, dank besserer Tordifferenz zöge Lotte am FCS vorbei. Doch nach einem starken Einsatz von Gregory Strohmann drückt Velimir Grgic den Ball über die Linie – 1:1! Zur Schlussminute erhält der FCS einen Freistoß aus gefährlicher Position. Der Ball landet auf dem Kopf von Marc Lerandy – und im Tor der Mannheimer. Grenzenloser Jubel! Am Ende steigt der FCS in die 3. Liga auf.

5. Saison 2010/2011: 21. Spieltag, FCS – Kickers Offenbach 2:0

Unter Jürgen Luginger tut sich der FCS schwer, in der Hinrunde übersteht der Franke sogar eine Periode von zehn Spielen ohne Sieg. In der Rückrunde ist also Punktesammeln angesagt – doch eine peinliche Heimniederlage gegen Jena trübt die Stimmung. Gegen Dresden wird überraschend mit 3:2 gewonnen, doch die Wende gibt es im Nachholspiel gegen Aufstiegskandidat Offenbach. Die Kickers spielen stark, werden aber immer wieder vor dem Tor gebremst. In der 50. Minute sieht Olivier Occean zu Unrecht Rot – eine Karte, die heute Kultstatus hat – und der FCS ist im Vorteil. Zwei Zimmermann-Tore bringen drei Punkte, der FCS kommt bis Saisonende auf den sechsten Tabellenplatz.

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