Heimlich und unbemerkt…

Der FCS mit Rückenwind? (Foto: Andreas Schlichter)

Der FCS mit Rückenwind? (Foto: Andreas Schlichter)

…ist etwas passiert, was es schon lange nicht mehr beim 1. FC Saarbrücken gab: Drei Siege in Folge in einer laufenden Spielzeit. Das letzte Mal, dass der FCS (nicht saisonübergreifend) aus drei Spielen am Stück die volle Punktausbeute mitnehmen konnte, war in der Hinrunde 2011/2012. Vom neunten bis zum elften Spieltag drehte der FCS von Jürgen Luginger voll auf und weckte in den Fanköpfen die Hoffnung auf eine Rückkehr in die Zweite Bundesliga – drei Jahre später ist der FCS in die Regionalliga zurückgekehrt einzig die Vereinsführung lässt sich dazu hinreißen, das Wort „Bundesliga“ in einem anderen Zusammenhang als Frauen- oder Jugendfußball in den Mund zu nehmen. Drei Siege sind aber dennoch wichtiger als nur neun Punkte:

1. Kilic tankt Selbstvertrauen.

Einige sahen Fuat Kilic vor Saisonbeginn schon im Leichenhemd und selbst von Kilics Konzept überzeugte Vertreter aus dem Sportjournalistenkreis waren zuletzt skeptisch. „Kilic ist nervös“, war nicht nur ein häufiger Kommentar, sondern es sah auch oft genug so aus. Gerade nach der Niederlage gegen Elversberg war der FCS-Trainer extrem dünnhäutig, versuchte eine desolate Leistung schön zu reden.

Das einzige Mittel gegen das blanke Nervenkostüm im Fußball: Zählbares. Kilic hat sich punktgleich mit Elversberg in der Spitzengruppe der Liga gehalten, was auch der Anspruch des FCS ist. Dass sich der FCS von schmerzhaften Niederlagen nicht die Konzentration für Pflichtaufgaben nehmen lässt, spricht für die Mannschaft.

2. Die Mannschaft ist auch in schwierigen Momenten nicht mutlos.

In der Einzelbetrachtung werden die Spiele aber noch aussagekräftiger. In Baunatal hielt FCS-Schlussmann David Hohs – zu Saisonbeginn aufgrund seiner Schwäche in der Strafraumbeherrschung kritisiert – nach 20 Minuten einen Elfmeter und in der Folge den Sieg fest. Gegen Zweibrücken kassierte der FCS den Rückstand, glich aus, verlor seinen Kapitän nach Platzverweis und machte im Anschluss den Führungstreffer. In Nöttingen wurde erneut das Spiel nach einem Rückstand gedreht.

In diesen Momenten, vor allem gegen Zweibrücken, blieb die Mannschaft vom Nachteil unbeeindruckt und blieb auf der Siegerseite. Das kann und wird derzeit der Mannschaft auch für kommende Aufgaben von Vorteil sein, da man gelernt hat, mit Druck besser umzugehen. Gerade nach den Spielen gegen Homburg und Elversberg ist das eine der wichtigsten Lektionen für diese – noch junge – FCS-Elf.

3. Sven Sökler ist ins Mannschaftsgefüge integriert.

Der Sökler-Wechsel war – wie bereits geschrieben – durchaus mit sinnvollen Gedanken verbunden. Allein scheitern Neuzugänge in der Praxis oft sehr sichtbar, da es von Seiten der Trainer, Offiziellen und Fans sehr hohe Erwartungen gibt, die oft nicht direkt erfüllbar sind. Obwohl Sökler beim FCS ohne Schonpause in die Startelf geworfen wurde, scheint sich der Rückkehrer bestens einzufinden: Gegen Zweibrücken machte er bereits viel Wirbel und verband Mittelfeld mit Sturm. In Nöttingen bereitete Sökler beide Treffer von Taylor vor.

Das wird nun nicht zwangsläufig zum Dauerzustand mutieren, ist aber wichtig, um jeglichen Zweifel an diesem Wechsel die Grundlage zu entziehen. Außerdem verdeutlicht es, dass die Mannschaft die Qualität besitzt, auf Änderungen schnell reagieren zu können.

Diese drei Punkte sind die „Extras“ der neun Punkte für den FCS. Doch bei aller Freude darf nicht aus den Augen verloren werden, dass es jetzt darum geht, vorhandene Baustellen anzugehen – sei es der Sturm, der so lange vom Matthew Taylor abhängig sein wird, bis ein Neuzugang kommt oder Kilic endlich Patrick Schmidt eine größere Chance einräumt. Oder sei es die Chancenverwertung, die in Nöttingen die einzige Schwäche des FCS darstellte.

Anmerkung in eigener Sache:

Hier wird es – wie schon des Öfteren angekündigt – nun seltener Beiträge geben. Das liegt an meinem Paris-Aufenthalt, den ich an anderer Stelle verblogge: Link.

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