Vorberichte sind sowas von tot! Aber nur hier.

DSCN0729Vielleicht wundert sich der ein oder andere Leser, dass es für das Spiel in Homburg den „Survival-Guide“ gab und es am Montagabend im FCSBlog noch keinen Vorbericht für das morgige Spiel gegen den SC Freiburg II gibt. In den vergangenen zwei Spielzeiten gab es – wie im Vorgängerblog – verschiedene Formen einer Vorschau auf das jeweils kommende Spiel, ob als klassischer Vorbericht, Gegnersteckbrief oder zuletzt die Nennung von fünf wichtigen Teilduellen. Diese Saison lasse ich dies aber sein und der Vorbericht kommt in seiner standardisierten Form nicht mehr zum Einsatz. Aus, vorbei, tot.

Den hohen Stellenwert scheint der Vorbericht vor allem bei den stillen Mitlesern zu besitzen. Zumindest habe ich diesen Eindruck aus persönlichen Gesprächen, manchmal auch aus der zur Währung gewordenen Praxis des „Likens“ auf Facebook. Kommentare gibt es kaum und wer wirklich viele Kommentare zu einem Vorbericht haben möchte, sollte so klug sein, dass er im Vorfeld bereits genügend Fehler in einen Text einbaut. Denn Kommentare von Leuten, die ein Detail besser „recherchiert“ haben als der Autor selbst, sind im Zweifelsfall schneller geschrieben, als der FCS zwei Tore in Homburg erzielt hat.

Geschrieben habe ich meine Vorschau trotzdem immer. Um zu unterhalten, um auf die kuriosen Fakten am Rande des Spiels aufmerksam zu machen. Natürlich interessiert mich ein Spiel schon bereits vor Anbruch der 90 Minuten, aber ehrlich gesagt: Die meisten Vorberichte könnten auf die dröge Aufzählung der nicht einsatzbereiten Spieler reduziert werden und entsprechend den zu vermutenden Änderungen im taktischen Konzept der Trainer. Und meist kann das ein Autor auch nur über eine der beiden Mannschaften schreiben – für die Gastmannschaft muss in der Regel der Kenntnisstand der Lokalpresse der Gastmannschaft herhalten. Am Ende gibt es einen Text, der zwar relevant ist, aber oft auch ein Stück weit von der Spekulation, dem Ungewissen getragen wird.

Persönlich bin ich eher ein Fan von Spielberichten, der auch ein wenig die Historie des Gegners beleuchtet – große gemeinsame Spiele, kuriose Anekdoten und Spezialwissen. Spielt der eigene Verein einige Jahre in der selben Liga und trifft auf die selben Gegner, wird es schwierig, Neues zu erzählen. Ebenso in einer Liga mit vielen U23-Mannschaften oder rasant aufgestiegenen Vereinen. Leider sind die Geschichten der meisten so ähnlich, dass nur Ortsnamen und Branche des finanzstarken Hauptförderers ausgetauscht werden müssten.

Trotz allem stand hier vor den meisten Spielen am Ende ein Text, der vor allem so aussah, wie ich die Vorberichte in etablierten Medien gerne öfters hätte – nicht nur auf den Sport fokussiert. Natürlich ist das eine, als auch das andere eine Arbeit, die von Lesern leicht unterschätzt wird. Es mag zwar oft nur das Zusammenfassen von Wissen vieler Datenbanken oder Webseiten sein – aber es muss halt auch erst jemand die relevanten Daten suchen und aufbereiten.

Wie ich schon geschrieben habe, gehe ich in weniger als einem Monat ins Ausland, und verzichte deswegen schon jetzt auf Vorberichte. Gute Vorschauen auf FCS-Spiele gibt es an anderen Stellen – nicht immer so, wie ich sie auch machen würde, aber es gibt sie sowohl in den etablierten Medien, als auch auf Fanseiten. Das ist bei einem Viertligisten keine Selbstverständlichkeit. Sagt doch vielleicht das ein oder andere Mal – wenn Ihr die Gelegenheit habt – dem- oder derjenigen „Danke!“ für die Vorberichte. Sie werden es sicher so schätzen wie eine nette Fehlerkorrektur – aber es hinterlässt eben auch ein gutes Gefühl.

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