Nicht ganz sicher: Der neue FCS

(Foto: Screenshot SR-Livestream)

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FC 08 Homburg 2 1. FC Saarbrücken 2. Trotz allen vorherigen Wünschen, als Derbysieger aus dem Auftaktspiel der Regionalliga Südwest herauszugehen, hätten nicht wenige dieses Ergebnis vor Spielbeginn gerne akzeptiert. Nach Spielende und dann, wenn man den Spielverlauf kennt, ärgert man sich halt. Auch das gehört zu einem 2:2. Doch die eigentlichen Fragen lauten: Wie gut ist dieser neue FCS und lohnt es sich, dass man ihm trotz der Posse um Milan Sasic, den Schlammschlachten abseits des Platzes und der schlechten Bilanz von Fuat Kilic seit Amtsantritt eine Chance gibt?

Es fiel auf, dass Fuat Kilic zu Spielbeginn die deutlich defensivere Grundformation wählte und den wendigen Matthew Taylor als einzige Sturmspitze aufbot. Dahinter sollten es André Mandt, Lukas Kiefer, Jan Fießer und auf den Außenbahnen Marius Willsch und Dennis Wegner richten. In der Viererabwehrkette spielten wie erwartet Mounir Chaftar, Alexander Hahn, Peter Chrappan und Timo Kunert, dahinter im Tor David Hohs. Mit einer ähnlichen Formation war man in die Partie gegen Wattenscheid gegangen.

Kein Platz für Homburger Spiel

Es dauerte nicht lange, da bewies Matthew Taylor Übersicht und Feingefühl: David Buchholz, Torwart der Homburger, stand zu weit vor der Linie und ein Lupfer des Amerikaners segelte über ihn hinweg zur 1:0-Führung nach vier Minuten. Drei Minuten später klingelte es zum zweiten Mal: Nach einem Freistoß von Mandt machte Hahn per Kopf das 2:0. Ausnahmezustand in Homburg.

(Foto: Screenshot aus dem SR-Livestream)

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In der Folge zeigten die Saarbrücker, dass diese Führung nicht dem Glück geschuldet war, sondern einer guten Mittelfeldstrategie. Homburg wurde früh attackiert, konnte kein eigenes Spiel gestalten und wurde unter Druck gesetzt. FCS-Angriffe resultierten oft aus Fehlpässen des Gegners. Wegner stieß bei Angriffen dann oft in Lücken der Homburger Abwehr und machte das Spiel schnell. Der FCS hatte in der Folge weitere Chancen, konnte seine drückende Überlegenheit aber nicht ausnutzen.

Tore aus dem Nichts

Etwas überraschend kam die 28. Minute. Nach einer Ecke für den FC Homburg durch André Killian war Angelo Vaccaro am langen Pfosten frei und köpfte mit tödlicher Präzision ein. Ein Torwartfehler, da David Hohs nur halbherzig aus seinem Kasten kam. Allerdings müssen sich auch Abwehrchef Chrappan und Rechtsverteidiger Kunert die Frage gefallen lassen, wie sie bei einer Standartsituation Homburgs besten Stürmer stoppen wollen, wenn sie einen respektvollen Abstand einhalten. In der Folge war der FCH etwas aktiver und versuchte den Schwung des Tores zu Angriffen umzumünzen, allerdings hatten die Blau-Schwarzen das Spiel noch bis zur Pause im Griff und meldeten die FCH-Offensive ab.

Zweimal Abseits

Nach dem Seitenwechsel dauerte es dann allerdings nur fünf Minuten und schon war die Saarbrücker Führung egalisiert. Die erste Chance nach der Pause nutzte Kai Hesse zum Tor für die Gastgeber und in der Folge wandelte sich auch das Saarbrücker Spiel. Im Mittelfeld zollten die FCS-Spieler dem sehr kraftintensiven Pressing der ersten Halbzeit Tribut und konnten das hohe Tempo nicht mehr aufrecht erhalten. Zudem musste Wegner nach 60 Minuten angeschlagen vom Platz gehen und wurde durch den bemühten, aber wenig überzeugenden Aleksandar Pranjes ersetzt.

Homburg boten sich nun Räume, die auch genutzt wurden: Nach einer Schrecksekunde In der Endphase glaubte man den Ball schon von Angelo Vaccaro zum 3:2 verwandelt, doch der Schiedsrichter entschied auf Abseits. Auch der FCS erzielte noch seinen vermeintlichen Siegtreffer, doch erneut verweigerte das Gespann die Anerkennung aufgrund einer Abseitsstellung. Es blieb beim 2:2, das nun sowohl Homburger, als auch Saarbrücker derzeit versuchen, vor allem auf die positiven Seiten zu reduzieren.

Schwächen im Auge behalten

Auch das ist ein Reflex, der sich schon 2007 nach dem Eröffnungsspiel der Oberliga in Neunkirchen abzeichnete: Große Kulisse (über 10.000 Zuschauer in der vierten Liga), ein packendes Derby und in der anschließenden Analyse eher Euphorie als Tiefgang. Dieses Mal darf bei berechtigtem Lob für Ziemer-Nachfolger Taylor oder das starke Pressing nicht vergessen werden, auf die Schwachstellen zu schauen. Das waren die Chancenverwertung, die Abwehrleistung (Homburg machte aus zwei echten Chancen auch zwei Tore), sowie David Hohs, der zumindest beim 1:2 zu lange zögert. Natürlich ist es falsch, jetzt auf eine neu formierte Mannschaft einzuhauen, die bisher nur in einer von zwei möglichen Grundformationen gespielt hat und zudem erst eingespielt werden muss. Aber man darf sich ruhig Schwächen im Hinterkopf behalten, um sie nicht erst zu spät in dieser Saison zu erkennen.

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Eine Antwort zu Nicht ganz sicher: Der neue FCS

  1. Volker Rodewald schreibt:

    So war es doch schon immer bei allen Spielen, wenn der FCS vorne lag,dann dachte man schon man liegt auf der gewinner Seite ! Und dann kam wie immer die Klatsche !! So wird es auch immer weiter gehen.Der FCS wird auch einige Jahre in dieser Klasse bleiben !!

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