Kern will Fan- und Förderabteilung für FCS

Florian Kern mit Frank Grundhever

Florian Kern mit Frank Grundhever

Einige Zeit schien es – so zumindest die Kritiker im Internet – still um Florian Kern, jüngster Aufsichtsrat beim 1. FC Saarbrücken. Nach knapp acht Monaten im Amt hieß es von den meist anonym bleibenden Nutzern in Fanforen, dass Kern endlich mal auf den Tisch hauen müsse oder wenigstens seine Versprechen einzuhalten habe. Nun hat der Aufsichtsrat in seinem sechsten Informationsschreiben eine ganz konkrete Ankündigung gemacht: Die Gründung einer Fan- und Förderabteilung zur Mitgliederwerbung und „Stärkung der Fankultur“. Von dieser könnten derzeit alle profitieren. Nur Hartmut Ostermann hat das noch nicht erkannt.

Das Schreiben nennt einige Punkte, die ein Arbeitskreis, bestehend aus Mitarbeitern der Geschäftsstelle und dem Aufsichtsratsmitglied, seit Februar erarbeitet hat und die laut Kern Konsens sind. Sprich: Diese Punkte sollen umgesetzt werden: Eine Veranstaltung für Fans im Rahmen eines Sommerfest, eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Satzung beschäftigt, engere Zusammenarbeit mit Familien, Universität und Schulen. Und eben auch das Thema: Fan- und Förderabteilung.

Die Ziele der neuen Abteilung

Was genau in dieser passieren soll, wird zuerst in Zielen umrissen:

  1. Öffnung des Vereins seinen Fans und Mitgliedern gegenüber

  2. Aktive Mitgestaltung und Mitarbeit der Abteilungsmitglieder im Verein, Bindung der Fansund Mitglieder an den 1.FC Saarbrücken

  3. Wertschätzung und Stärkung der Fankultur des 1.FC Saarbrücken

Konkreter wird es später im Text. Dort heißt es dann, dass die Fan- und Förderabteilung etwa Gelder für den Verein erwirtschaften, bei der Organisation von Fanveranstaltungen mithelfen, neue Zielgruppen ansprechen und neue Mitglieder werben soll. Eine Reihe von ehrenwerten Zielen, bei denen es durchaus Möglichkeiten unterschiedlichster Art gibt, es sie anzugehen. Einige davon sind ehrenamtlich, andere kann man in professionelle Hände abgeben – sprich: Kosten gibt es in jedem Fall.

Doch was bedeutet dieses Schreiben zum jetzigen Zeitpunkt? Einerseits ist es die klare Botschaft von Florian Kern: Es wird gearbeitet, auch wenn das nicht für alle Wähler vom November sichtbar ist. Und: Dass es über einzelne Punkte Konsens gibt, heißt auch, dass es von Seiten der Geschäftsstelle Unterstützung für Kerns Projekt gibt. Das große „Aber“ versteckt sich in dieser Formulierung: „Eines dieser Projekte – die Gründung einer Fan-
und Förderabteilung im Verein – habe ich bzw. der Arbeitskreis soweit vorbereitet, dass dieses beim Präsidium zur Diskussion im Vorstand und dem Aufsichtsratsvorsitzenden zur Genehmigung im Aufsichtsrat eingereicht wurde.“

Warum zögern Präsidium und Aufsichtsrat?

Heißt soviel wie: Gern hätte Kern ein fertiges und von Präsidium und Aufsichtsrat abgesegnetes Projekt präsentiert – nicht die Beschlussfassung einer Arbeitsgruppe. Dies spiegelt einerseits die oft formulierte „Machtlosigkeit“ des einzelnen Aufsichtsratsmitglieds wieder, auf die gerne immer wieder süffisant verwiesen wird. Es ist aber auch ein Zeichen dafür, dass auch beim Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Arnold und bei Präsident Hartmut Ostermann derzeit das Interesse an einer Fan- und Förderabteilung gering ausgeprägt ist. Arnold beschränkt sich nach dem Abgang seines Vize Daniel Hager vornehmlich darauf, von der Gegenspielerrolle, die er zu Ostermann freiwillig oder unfreiwillig Anfang des Jahres aufbaute, abzurücken. Ostermann, der vor kurzem noch versprochen hatte, alles innerhalb des Vereins auf den „Prüfstand“ stellen zu wollen, macht das, was er bei nicht ganz bequemen Themen immer macht: Nichts.

Kontroverses Thema

Das Thema wird wohl – nachdem sich der Trubel um Weltmeisterschaft und Spielplanankündingung gelegt haben – kontrovers diskutiert werden. Klar ist, dass bei den Argumenten gegen eine Fanabteilung der HSV und sein Supporters Club herhalten werden müssen, die seit einem Ausschluss der Medien auf einer Mitgliederversammlung vor einigen Jahren der Hauch von Revoluzzern umweht. Eine Fan- und Förderabteilung würde natürlich auch bedeuten: Es gäbe eine eigene Teilbilanz für diese Abteilung, ein eigenes Vorstandsmitglied innerhalb des 1. FC Saarbrücken e. V., also eine Machtteilung.

Viele Vorteile für alle Vereinsmitglieder

Ob dies dem FCS unter Ostermann und Weller bekommt? Gerade der Schatzmeister war in der Vergangenenheit nicht zimperlich mit einzelnen Abteilungen umgesprungen. Zudem gibt es ein Beispiel, das nicht gerade Mut macht: In Kaiserslautern scheiterte jüngst die Einrichtung einer Fan- und Förderabteilung. Begründung des Vereins: Nicht überzeugend, der Vorschlag der Perspektive FCK. Trotz gelungener Beispiele von anderen Profivereinen wie Darmstadt, Frankfurt, Dortmund oder Bielefeld. Die Fanabteilungen sind eben nicht immer ein unkontrollierbarer Machtfaktor im Verein, sondern auch eine Entlastung für Fanbeauftragte, Mitgliedermagneten und steigern Fanartikelverkäufe.

Auch wenn die Gründe in Kaiserslautern, die zur Idee einer Abteilungsgründung führten, ganz andere waren, zeigt es, was für eine Kontroverse ausgelöst werden kann. Da könnte es Ostermann und Weller helfen, dass im neuen Spielplan der FCS der Auftakt beim Saarderby in Homburg stattfindet. Wird der Start in die neue Saison ein sportlicher Erfolg, könnte die Diskussion um eine Fan- und Förderabteilung leicht von einer Anfangseuphorie übertönt werden. Dabei profitieren von ihrer Einrichtung alle. Und das schließt am Ende auch Ostermann und Weller ein.

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