Klassenerhalt in Waldalgesheim

DSCN0673In dieser Saison habe ich meine frühere Begeisterung für den 1. FC Saarbrücken II, im offiziellen Sprachgebrauch die „U23“, bei vielen immer noch die „Amas“, etwas weniger ausgelebt als sonst. Dieses Jahr war auch kein einfaches, zumal die vermeintliche Perspektivmannschaft unter Bernd Eichmann lange mit der Perspektive Saarlandliga zu leben hatte. Das Endspiel führte den FCS II dann am letzten Spieltag der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar zurück dorthin, wo einst die erste Mannschaft eine der vielen Pflichtaufgaben der erfolgreichen, aber schmucklosen Fernerjahre zu bewältigen hatte: Waldalgesheim, Nachbarort von „Stromberg“.

Während zur gleichen Zeit die ebenfalls abstiegsbedrohte Borussia Neunkirchen herb gegen Hauenstein enttäuschte und nun auf den Aufstieg des FSV Salmrohr hoffen muss und Röchling Völklingen in schier unglaublichen zwei Minuten ihr Spiel in Ludwigshafen doch noch ausglich, lief es in Waldalgesheim auf dem Platz unspektakulär. Ein spielbestimmender, aber wenig cleverer FCS, der die sonst heimstarken Alemannen zwar in die Schranken wies, dem aber die großen Chancen fehlte. Das Unentschieden hätte gereicht, allerdings schaltete in der 75. Minute die Eichmann-Truppe schnell nach einer Heimecke auf Konter um und erwischte den Heimtorhüter auf dem falschen Fuß. Johan Talamona schob zum Siegtreffer ein.

Am Ende feierten knapp über 200 mitgereiste Fans mit den Spielern der Zweiten, darunter der spielende Fan und Ersatztorhüter Robin Scheid, der die Humba zum Besten gab. Unter den Zuschauern waren mit Florian Ballas und Philipp Hoffmann zudem zwei Vertragsspieler der Ersten – also der Mannschaft, der zuletzt Söldnertum und Desinteresse für den Verein vorgeworfen wurde. Ein Urteil, das gerade bei Spielern wie den genannten von völliger Blindheit dafür zeugt, was der FCS auch sein kann: In schlechten Tagen ein richtiger Scheißverein, der niemanden hinter dem Ofen hervorlockt. Aber auch mal ein grandioser Verein, bei dem selbst bei der U23, wenn es gegen den Abstieg geht, über 200 Fans auswärts ihre Spieler unterstützen. Auch das ist der FCS.

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