From worst to best: Rückkehrer 2003/04 bis 2012/13 (Teil IV)

Nico Weißmann 2008 in Überherrn

Nico Weißmann 2008 in Überherrn

In unregelmäßigen Abständen listet das FCSBlog Spieler auf, die zwischen den Spielzeiten 2003/2004 und 2012/2013 beim 1. FC Saarbrücken aktiv waren – nachdem sie schon zuvor irgendwann mal für den Verein das blau-schwarze Trikot trugen. Wir nähern uns der Zielgerade – kaum verwunderlich also, dass im vierten Teil der Aufzählung vier Spieler auftauchen, die in der Ära Dieter Ferner den Weg zurück in den Ludwigspark fanden.

Platz 7 – Jonathan Zydko – Abwehr – 2006 bis 2008 und 2009 bis 2011 beim FCS

Jonathan Zydko ist keiner der Spieler, die einen in den Sinn kommen, wenn man an Rückkehrer denkt. Da fallen eher Namen wie Hutwelker, Akpoborie, Seel oder andere. Was Zydkos Rückkehr nach Saarbrücken auszeichnet, war eben die eher angenehme, fast ruhige Art und Weise, wie sie geschah. in der Winterpause 2005/2006 kam der gebürtige Metzer als Perspektivspieler vom VfR Aalen zum 1. FC Saarbrücken II. Unter Michael Henke kam er auf erste Einsätze in der ersten Mannschaft, war aber in der Regionalligasaison 2006/2007 eher Einwechselspieler. 2007/2008, das am Ende glücklose Jahr, wurde zum Durchbruch beim FCS, Zydko wurde als Stammspieler entweder in der Abwehrkette links oder rechts eingesetzt oder durfte als Sechser ran.

2008/2009 folgte ein Jahr in Luxemburg bei Käerjéng und eher unerwartet dann 2009 die Rückkehr nach dem Aufstieg des FCS in die Regionalliga. Den eigentlich als Linksverteidiger geholten Tim Bauer verdrängte Zydko spielend leicht. In der 3. Liga wollte Jürgen Luginger Neuzugang Maik Schutzbach auf dieser Position sehen – was auch nur mäßig klappte. Dennoch war hier auch Schluss für den Metzer, der eher als Kartensammler, denn durch Spielzeit auffiel, aber insgesamt – wenn er spielte – seine Sache ordentlich machte. Heute spielt Zydko wieder für Käerjéng.

Platz 6 – Marcel Rozgonyi – Abwehr – 2003 bis 2006 und 2008 bis 2010 beim FCS

Marcel Rozgonyi ist eine der umstrittensten Figuren der letzten Jahre – was nicht zuletzt an Gerüchten um eine entwendete Mannschaftskasse liegt und daran, dass Horst Hinschbergers Plan scheiterte, den Abwehrspieler nach seinem Karriereende als Marketingmanager zu installieren. Aus Cottbus in der laufenden Saison 2003/2004 verpflichtet, sah er gleich im ersten Spiel früh die Gelbe Karte und wurde von Horst Ehrmantraut zur Halbzeit ausgewechselt – ein Hitzkopf, der designierte Ersatz für Holger Greilich. In keiner seiner drei Saisons (2003 bis 2006) schaffte er es, auf mehr als 21 Ligaeinsätze pro Saison zu kommen. Unvergessen auch, wie Lukas Podolski vor den Augen des Live-TV-Publikums dem langsameren Innenverteidiger davon eilte und zum Tor des Monats einnetzte. Aber Rozgonyi hatte seine stärken schon damals weniger als moderner Innenverteidiger, denn als Lautsprecher auf dem Platz und Führungsfigur. Dies zeigte sich auch nach der gelungenen Umstellung von Rudi Bommer, der den Blondschopf eher im defensiven Mittelfeld sah.

Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga zog es Rozgonyi zurück nach Ostdeutschland, wo er in Leipzig anheuerte. Doch bereits 2008 ereilte ihn der Ruf aus dem Saarland: Der FCS, nun fünftklassig, braucht einen erfahrenen Leitwolf, um eine überwiegend talentierte, aber auch junge Truppe zu führen. Im Oberligajahr kam er auf 30 Einsätze und ein sehenswertes Freistoßtor gegen Mettlach. Nach dem Aufstieg rückte er ins zweite Glied – und wurde bislang bekanntlich noch nicht Marketingmanager. Seinen Teil zum Erfolg unter Dieter Ferner hat er immerhin beigetragen.

Platz 5 – Sammer Mozain – Angriff – 2002 bis 2005 und 2008 bis 2010 beim FCS

Aus der Dillinger Jugend stammend ging der Deutsch-Syrer 2002 in die Jugendabteilung des FCS und kam kurz darauf in „Dieter Ferners Blue and Black Army“, so wie die Fans noch die zweite Mannschaft des FCS Anno 2004 bezeichneten. Zusammen mit Spielern wie Nico Weißmann, Christoph Holste und Nazif Hajdarovic wurden Derbys mit Mannschaften wie dem FC Homburg oder „die Klub“ aus Pirmasens ausgefochten. Nach dem Abgang von Ferner beim FCS II versuchte auch Mozain endlich mal den Schritt in höhere Ebenen zu wagen – allerdings bei der SV Elversberg. In einem eher mäßigen Jahr gelang ihm nur in der Hinrunde gegen Bayern München II ein Tor. In der Winterpause fiel er zudem einigen FCS-Fans bei Hallenturnieren unangenehm auf.

Schwamm drüber, 2008 stellte Dieter Ferner anhand seiner alten Kontaktlisten aus Amateur-Tagen den neuen FCS zusammen und kam so auch schnell auf Mozain. Mit 15 Toren im Oberliga-Jahr und immerhin noch vier Toren im Regionalliga-Jahr war Mozain Stammkraft unter dem Rückkehrer auf dem Trainerstuhl. Danach entschied er sich für die Oberliga und spielt seit 2010 für Röchling Völklingen. In der Saison 2012/2013 bewies er erneut, dass sein Torriecher für die Oberliga nicht eingeschlafen ist: 26 Treffer in 34 Spielen. In der laufenden Spielzeit hat Mozain, nun Kapitän, immerhin acht Treffer beigesteuert.

Platz 4 – Nico Weißmann – Mittelfeld – bis 2001, von 2002 bis 2005 und von 2008 bis 2010 beim FCS

Kaum ein Wappen aus dem Südwesten hat Nico Weißmann noch nicht auf der Brust getragen. Am häufigsten aber war es das des 1. FC Saarbrücken. Sein Debüt feierte Weißmann mit zarten 18 Jahren am 22. August 1998 für den FCS II gegen Eisbachtal (0:0). 2001 zog es ihn zum ersten Mal weg: Zum heutigen Drittligisten SV Wehen-Wiesbaden (damals SV Wehen-Taunusstein), wo er aber nach nur einer Saison die Segel strich und zurück zum FCS wechselte. Auch dort reichte es wieder nicht für mehr als die Rolle des Leistungsträgers in der Perspektivelf. Nach drei ordentlichen Jahren, in denen er sich aber nicht für höhere Aufgaben empfehlen konnte, ging er zum FK Pirmasens, wo er mit elf Toren in 30 Spielen unter Robert Jung zum Leistungsträger avancierte. Die Belohnung: Aufstieg in die Regionalliga und Wiedersehen mit dem frisch abgestiegenen FCS (2006/2007).

Nach einer Zwischenstation beim 1. FC Kaiserslautern II ging es 2008 zurück zum FCS und zu Dieter Ferner – diesmal erste Mannschaft. In beiden Jahren zeigte Weißmann zusammen mit Namensvetter Zimmermann und Manuel Zeitz glänzende Leistungen und war Teil des stärksten Mittelfelds der Oberliga Südwest/Regionalliga West. Unter Jürgen Luginger sollte dies abrupt enden, nach fünf Kurzeinsätzen in der 3. Liga ging Weißmann zum FC Homburg. Manch einer behauptet, es habe an persönlichen Differenzen zwischen Luginger und Weißmann gelegen, andere sahen Weißmanns Zenit in der 3. Liga überschritten. Nach einer Station in Neunkirchen ist der Mittelfeldspieler heute im saarländischen Innenministerium beschäftigt.

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