Kommentar: Auch Ihr seid abgestiegen

Mitgliederversammlung am 19. November 2013

Mitgliederversammlung am 19. November 2013

Der 1. FC Saarbrücken ist sportlich genau eine Klasse abgestiegen. Medial scheint es kein Limit nach unten zu geben und Präsidium und Aufsichtsrat geben derzeit alles dafür, das Bild des Vereins, läge es nicht schon nach der Wintereinkaufstour und dem verpassten Klassenerhalt am Boden, noch zusätzlich durch den Dreck zu ziehen. Ohne Grund, denn hier geht es längst nicht mehr um die Frage des besseren sportlichen Konzepts, sondern um persönliche Eitelkeit.

Anfang der Woche übte Schatzmeister Dieter Weller Generalkritik am Präsidium des Saisonbeginns, die nach einer Lesart mutmaßlich bis zum sportlichen Abstieg warten musste, ob der bislang noch nicht der gesamten Öffentlichkeit bekannten Informationen über die vergeigten Vertragsverlängerungen von Manuel Stiefler und Sven Sökler. Eine andere Lesart sieht darin ein überflüssiges Nachtreten, auch gegen Jugend- und Frauenabteilung, zudem bewusst gewählt an dem Tag, den Präsident Hartmut Ostermann dazu auserkoren hatte, vor ausgewählten Journalisten sein Konzept für die kommenden Jahre vorzustellen. Worüber später nur der Saarländische Rundfunk plauderte.

Und im aktuellen bericht des Saarländischen Rundfunk setzte Aufsichtsratschef Michael Arnold den Schlagabtausch fort: „Der Aufsichtsrat hatte bislang nicht das Privileg, dass mit ihm das Konzept besprochen wurde.“ Arnold übte Kritik am Kommunikationsstil des Präsidiums. Zudem sprach er öffentlich an, dass Vizepräsident Harald Ebertz bei Entscheidungen des Präsidiums im sportlichen Bereich de facto entmachtet sei – worauf hin der aktuelle bericht spekulierte, ob demnächst Geschäftsführer Marketing Sebastian Pini neuer Vize wird.

Es mag ja durchaus auf beiden Seite zur eher generell gefassten These „Unsere Kommunikation ist derzeit große Kacke“ Gründe geben, zu sagen: Ja, stimmt. Aber liebes Präsidium, lieber Aufsichtsrat, dafür seid verdammt noch einmal Ihr alleine zuständig. Wenn die Kommunikation schlecht ist, dann seid Ihr schlecht. In Eurer Menschenführung, in Eurer Amtsausübung und konsequenterweise darf ich als Fan dann nicht von Euch erwarten, dass Ihr derzeit einen Fußballverein führen könnt.

Ein Vorschlag zur Güte: Jede Seite durfte sich diese Woche unter kräftiger Hilfe von BILD und SR öffentlich auskotzen. Jeder durfte mal ran und nun: Stopp! Eure Gesichter müssen nicht jeden Tag in der Presse zu lesen sein, Eure Kleinkriege müssen nicht seitenweise Zeitungen (oder mein Blog) füllen. Ein Verein sollte nach außen mit einer Stimme sprechen und dazu gehört eben, dass Ihr mal alle die Klappe haltet. Und vor allem auch keine Internas direkt an die Presse lanciert. Oder freut Ihr Euch dann, wenn es später als Halbwahrheit in Facebook-Kommentarspalten auftaucht? Und liebe Journalisten: Wenn Ihr auch so genervt seid, wie ich, dürft Ihr gerne dem nächsten Aufsichtsrat oder Präsidiumsmitglied, das Euch eine Wahnsinnsneuigkeit sagen will, über den Mund fahren und sagen: „Lass mich und geh das erst mit Deinen Kollegen besprechen und teilt es dann über die Presseabteilung mit!“

Haltet einfach mal die Klappe, aber redet – miteinander und nicht mit der Presse. Überlegt Euch, ob Euer Schatten wirklich größer ist als der des Vereins. Nein, ist er nicht! Springen Sie drüber, Hartmut Ostermann, Dieter Weller, Harald Ebertz, Michael Arnold und die anderen! Setzen Sie sich nächste Woche zum Wohle des Vereins an einen gemeinsamen Tisch und räumen Sie aus der Welt, was aus der Welt zu räumen ist. Sonst seid Ihr diejenigen, die einen bereits feststehenden Abstieg noch unerträglicher werden lässt. Für alle, die den Verein im Herzen tragen.

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