Die fünf wichtigsten Duelle: Preußen Münster – 1. FC Saarbrücken

200px-SC_Preussen_Muenster_Logo.svg1. Gründungsbundesligist gegen Gründungsbundesligist

Der Klassiker für die Print- und Fernsehjournalisten am Anfang und natürlich um zu zeigen, dass sich selbst ein FCSBlog 2.0 der Tradition verpflichtet fühlt – das Duell der beiden Gründungsmitglieder der Bundesliga des Jahres 1963, der SC Preußen Münster gegen den 1. FC Saarbrücken. Was war es für eine Zeit! Kein SkyGo als Bilderlieferant, sondern manchmal vielleicht gar keine Bilder! Der „Boss“ Helmut Rahn spielte beim MSV Duisburg (damals noch Meidericher SV) die Rolle, die vor einigen Jahren Mustapha Hadji beim 1. FC Saarbrücken spielte. Und Köln Meister. Mittendrin, statt nur dabei waren eben auch die beiden heutigen Drittligisten Münster und Saarbrücken. Das erste Duell im Preußenstadion endete mit 2:1 für die Hausherren, beim Rückspiel im Ludwigspark trennten sich FCS und SCP mit 1:1-Unentschieden. Am Ende der Premierensaison dieser neuen Liga, damals Premiumprodukt des DFB, durften sich beide Mannschaften immerhin brüderlich den Titel teilen, als erste Mannschaften überhaupt aus der Liga abgestiegen zu sein.

2. Ralf Loose gegen Fuat Kilic

Als Anfang September 2013 Jürgen Luginger nach über drei Jahren zum Bälleaufpumpen in die Wüste (sprich: Leverkusen) geschickt wurde, hatte der 1. FC Saarbrücken plötzlich über 50 Bewerbungen auf dem Schreibtisch liegen, manche kurios, manche schon fast frech und dann doch auch noch ein paar ernstgemeinte. Auch Ralf Loose, ehemaliger Nationaltrainer Liechtensteins und stolzes Anbetungsobjekt eines eigenen Fanblogs, schielte auf den Trainerstuhl in Saarbrücken. Obwohl heiß gehandelt, landete Loose bei Preußen Münster, der Posten des Trainers dort ebenfalls vakant. Seither erreichte er in 27 Spielen einen Schnitt von 1,44 Punkten pro Spiel – ganz ordentlich für einen Neuankömmling in der laufenden Saison.

Fuat Kilic hat nach zehn Spielen im Amt einen Punktedurchschnitt von 1,20 und muss einerseits mit Kribbeln im Bauch in die letzten vier Spiele der Saison gehen. Denn mit dem Überreichen der Roten Laterne an Burghausen ist der Klassenerhalt weiter ein Thema, über das geredet wird. Auch dank der laufenden Wasserstandsmeldungen aus den Lizensierungsverfahren der Zweit- und Drittligisten. Dennoch kann er sich etwas entspannen, wurde sein Vertrag kürzlich um ein weiteres Jahr bis 2016 verlängert. Eine Entscheidung, die mancherorts kritisiert wurde, da bislang noch der Name für den Sportdirektor in Saarbrücken feststeht. Böse Zungen behaupten, dass Milan Sasic eine Rückkehr feiern könnte. Kommentar eines leidgeprüften Zeitgenossen: „Stell Dir das Schlimmste vor, dass Du Dir vorstellen kannst und denke daran, dass der FCS das immer noch toppen kann!“

3. Soufian Benyamina gegen Tim Knipping

Soufian Benyamina ist vielleicht nicht der erste Name, an den man denkt, wenn man sich über die besten Torjäger der Dritten Liga Gedanken macht. Dabei ist der 24-jährige Berliner mit 35 Toren in 129 Spielen für Carl Zeiss Jena, den VfB Stuttgart II und nun Preußen Münster einer besten Torschützen der Ligageschichte – auch wenn ihm die Beständigkeit von Kollegen wie Marc Schnatterer oder Anton Fink sicher fehlt. Sein Ausflug in die Zweitklassigkeit zu Dynamo Dresden war nicht von Erfolg gekrönt, weshalb es ihn im Januar auf Leihbasis nach Münster zog. Im vergangenen Sieg bei Hansa Rostock (4:2) steuerte er zwei Treffer für seinen neuen Verein bei.

Endlich auch in der Dritten Liga angekommen scheint Tim Knipping. Auf dem Papier scheint es das Jahr des 21-Jährigen zu sein: 29 Spiele, die längste Einsatzzeit auf dem Platz nach dem Trio Ochs, Korte Hoffmann. Aber Zahlen sind trügerisch: Innenverteidiger Knipping wirkte in der desaströsen Hinrunde oft zu unerfahren und überfordert, verlor Anfang des Jahres unter Milan Sasic dann seinen Stammplatz, da mit Florian Ballas und Kevin Pezzoni neues Personal eingekauft wurde. Seit einigen Spielen ist Knipping aber zurück. Was ihm an spielerischer Klasse fehlt und was einfaches „Rausbolzen“ ist, macht er derzeit mit läuferischer Leistung wett. Und eben seiner Stärke bei hohen Bällen, wie er bei seinem Treffer zum 2:0 gegen Halle zeigte.

4. Amaury Bischoff gegen Philipp Hoffmann

In Bestform ist Amaury Bischoff eine der Attraktionen der Dritten Liga. Der im Elsass geborene Ex-Juniorennationalspieler Portugals wechselte einst aus der Jugend von Werder Bremen zum FC Arsenal nach London und landete nach dem Scheitern auf der großen Fußballbühne im Münsterland, um künftig für Drittligapublikum zu Zaubern. In der Saison 2013/14 ist dieser Zauber allerdings etwas verflogen: Seine letzten beiden Tore erzielte Bischoff am dritten Spieltag der Saison, schon zwei Rotsperren musste der Mittelfeldspieler absitzen. Beim Sieg des SCP in Rostock war Bischoff nicht im Kader, Wechselgerüchte (der 1. FC Heidenheim soll interessiert sein) machen die Runde. Möglicherweise hofft Loose, dass mit Abstiegskandidat Saarbrücken der richtige Aufbaugegner für den Starspieler ins Preußenstadion kommt.

Beim FCS ist es zuletzt auch etwas ruhiger um einen Mittelfeldakteur geworden: Philipp Hoffmann, der vermutlich schon jede Position unter Jürgen Luginger spielen musste und mit einigen Toren in der Hinrunde auf sich aufmerksam machte. Er wurde im Grunde schon fast lieblos hin- und hergeschoben. Fuat Kilic setzt nun aber auf Hoffmann als Flügelflitzer und schien zumindest gegen Halle alles richtig zu machen: Der junge Spieler lieferte zwei Torvorlagen.

5. Heimstärke gegen Auswärtsschwäche

Wer entscheidet das Spiel des 1. FC Saarbrücken? Vielleicht eines seiner zwei Gesichter. Da wäre zum einen der langsam zumindest in Heimspielen erstarkende Verein, der sich – wie jetzt gegen Halle – doch noch gegen den drohenden Abstieg wehrt. Zumindest in der Heimtabelle ist der FCS damit auf dem 17. Platz – zwar immer noch beschämend, aber etwas besser als zuvor. In der Auswärtstabelle sind die Blau-Schwarzen nicht nur Vorletzter, sondern haben auch seit dem 7. Dezember 2013 (2:1 in Erfurt) keinen Dreier mehr in der Fremde erreicht. Aber Serien sind auch bekanntlich deswegen Serien, da sie irgendwann ein Ende finden. Vielleicht in Münster.

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