From worst to best: Rückkehrer 2003/04 bis 2012/13 (Teil III)

Sambo Choji (Foto: FC-Magazin)

Sambo Choji (Foto: FC-Magazin)

In unregelmäßigen Abständen listet das FCSBlog Spieler auf, die zwischen den Spielzeiten 2003/2004 und 2012/2013 beim 1. FC Saarbrücken aktiv waren – nachdem sie schon zuvor irgendwann mal für den Verein das blau-schwarze Trikot trugen. Nachdem es in den ersten beiden Ausgaben jeweils um vier Spieler ging, deren Rückkehr meist nicht erfolgreich verlief (oder wie bei Michael Müller bislang von Verletzungen ausgebremst wurden). Nun kommen vier, deren Rückkehr keineswegs als Scheitern zu bezeichnen ist – aber von der Spitze sind wir noch entfernt.

Platz 11 – Tobias Rott – Torhüter – 2003 bis 2006 und 2009 beim FCS

Der gebürtige Neuwieder Tobias Rott hatte schon die Nachwuchsabteilungen des 1. FC Köln, von Eintracht Braunschweig und des MSV Duisburg von innen gesehen, als der FCS 2003 einen Nachfolger für Vahid Spago als dritten Torhüter hinter Erol Sabanov und Peter Eich benötigte. Der damals 22-Jährige heuerte unter Horst Ehrmantraut an, kam in seinen ersten drei Jahren in blau-schwarz aber nur im Testspiel gegen den Hamburger SV zum Einsatz für die Profis. Meist durfte er in der zweiten Mannschaft des FCS ran.

Nach dem Abstieg aus der zweiten Bundesliga war Rott erst einmal ohne Beschäftigung, heuerte aber kurz darauf in Hamm an, wo er in der Oberliga Westfalen zum Einsatz kam. Es folgte ein Jahr beim VfB Lübeck, wo er immerhin zu sieben Einsätzen in der drittklassigen Regionalliga kam, aber auch nie zur Nummer eins wurde. Etwas überraschend zog es ihn 2008 zurück ins Saarland zum SV Mettlach, der in der Oberliga-Saison 2008/2009 unter anderem Rotts Ex-Verein Saarbrücken gegenüberstand. Und dieser hatte nach einer Verletzung von Enver Marina Anfang 2009 dringenden Bedarf nach einem Torhüter.

So kam Tobias Rott doch noch zu seinem Debüt für die erste Mannschaft des FCS – drei Ligen tiefer als gedacht. Er vertrat am Ende Marina in 14 Spielen und machte seine Sache gut. Da er aber auch beim zweiten Male spätestens mit der Rückkehr des beliebten Albaners ins zweite Glied rücken würde, ging Rott zur zweiten Mannschaft der SV Elversberg und wollte dort seine Karriere beenden. Anfang der Saison schloss er sich allerdings dem SV Röchling Völklingen als Ersatztorwart an.

Platz 10 – Michael Petry – Sturm – 2008 bis 2010 und 2013 beim FCS

Den Weg nach Saarbrücken fand der gebürtige Ludwigshafener Michael Petry zwar bereits schon den Kickers aus Offenbach, aber damals halt als gegnerischer Angreifer, der immerhin in zwei von vier Aufeinandertreffen mit dem FCS einnetzte. Das war zwischen 2002 und 2004. Danach zog es Petry nach Regensburg und Sandhausen, wo er nach dem Sommer 2008 keinen neuen Vertrag mehr bekam. Als sich beim FCS kurzfristig eine Lücke im Sturm ergab, kam der schon 32-Jährige danna als Stürmer in die Oberliga und traf in zwei Spielzeiten insgesamt zwölf Mal ins Tor.

Für die Dritte Liga sollte es bei Petry nicht mehr reichen, weswegen er mit 34 Jahren in seine Heimatstadt Ludwigshafen zurückkehrte. Dort machte er aber in der Oberliga eine noch ganz passable Figur, sodass man sich Ende 2011 bei der U23 des FCS überlegte, Petry zurück ins Saarland zu lotsen: Als Stand-by-Profi und Co-Trainer der Mannschaft. Dass der Titel „Stand-by-Profi“ oft nicht der Wahrheit entspricht, zeigte Petry selbst auf dem Platz – oft stand er in der Rückrunde 2011/12 über die volle Distanz auf dem Platz. Eine Saison später war dann sogar bei Jürgen Lugingers Profis der Sturm von solchen Verletzungen geplagt, dass man einfach mal Petry auf die Bank setzte und darauf hoffte, dass alles gut geht. Ging es auch, nur halt anders als erwartet: Petry kam gegen Babelsberg am 30. März 2013 zwölf Minuten vor Spielende auf den Platz und erzielte mit nun 36 Jahren den Siegtreffer. Heute ist Petry weiter im Trainerteam der Jugendabteilung – und musste in dieser Saison noch nicht oben aushelfen.

Platz 9 – Sambo Choji – Sturm – 1995 bis 2002 und 2003/2004 beim FCS

Sambo Choji oder einfach nur „Sammy“ ist das Idol der zweiten Hälfte der 90er Jahre beim 1. FC Saarbrücken. 1995 wurde er zunächst nur an Hostenbach ausgeliehen, doch machte sich Choji mit seinen Toren für den FCS bald unsterblich, gewann vier Mal den Saarlandpokal und war einer der Helden beim Aufstieg in die Zweite Bundesliga unter Klaus Toppmöller im Jahr 2000. In der zweiten Liga blieb er einer der Starspieler und kämpfte lange mit dem Reutlinger Olivier Djappa um die Torjägerkrone. Am Ende gab sich Choji nur knapp geschlagen, erzielte aber sensationelle 16 Tore in 26 Spielen. Im Abstiegsjahr lief es nicht mehr ganz so rund, Choji blieb aber nach seinem Wechsel zur Eintracht aus Braunschweig immerhin der Liga erhalten. 2003 zog es ihn abermals zum FCS zurück, wo er erneut einen Aufstieg erlebte, aber schon etwas vom Glanz und der Schnelligkeit alter Tage eingebüßt hatte.

Es kamen Geldprobleme, Haftbefehle aufgrund von nicht bezahlten Rechnungen. Choji ging nach Teheran und später Österreich, fasste aber nie mehr im Profifußball Fuß. Heute lebt Choji in Nigeria, bringt sich hin und wieder per Facebook als Sportdirektor oder Scout für den 1. FC Saarbrücken ins Gespräch. Sein Denkmal – die 83 Tore in 187 Spielen – bleibt.

Platz 8 – Taifour Diane – Sturm – 1995, 1998/1999 und 2004 bis 2007 beim FCS

Taifour Diane vereint mehrere einzigartige Eigenschaften in dieser Auflistung: Er kehrte nicht nur ein, sondern zwei Male zum FCS zurück. Er spielte für alle großen Saarvereine, also auch den FC 08 Homburg, Borussia Neunkirchen und die SV Elversberg. Und sein Durchbruch kam erst beim dritten Engagement. Aber der Reihe nach.

1993 wechselte der Guineer Diane aus den Vereinigten Staaten von Amerika nach Bayer Leverkusen. Dort schaffte er nicht den Durchbruch, ebenso wenig wie beim 1. FC Saarbrücken, der ihn kurzzeitig verpflichtete. Den Durchbruch schaffte Diane erst als Stürmer beim FC 08 Homburg. Diesen musste er im Zuge der umstrittenen Kooperation mit dem FCS 1998 verlassen und heuerte im Ludwigspark an. Trotz einer passablen Spielzeit für den Angreifer – die Fans wurden nicht mit der überwiegend von Homburgern geprägten Truppe warm. Diane wechselte zu Zweitligist Alemannia Aachen und erlebte unter Eugen Hach die beste Zeit seiner Karriere, erzielte 2000 das Tor des Monats März gegen Borussia Mönchengladbach. Eine Unfallverletzung warf Diane später zurück.

Nach einem ganzen Jahr in der Vereinslosigkeit nahm sein alter Erfolgscoach Hach ihn Anfang 2004 zurück zum FCS. Dort musste Diane oft im ungewohnten Mittelfeld ran, stand wie sinnbildlich für Hachs Fehlplanung. Erst nach dem doch noch geglückten Aufstieg in die 2. Bundesliga lernte Diane das Toreschießen wieder – und wurde im dritten Anlauf doch noch Publikumsliebling der Blau-Schwarzen. Heute ist Diane der Fahrer von Hartmut Ostermann und neben Winfried Klein Trainer der Frauenmannschaft des FCS.

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