Die fünf wichtigsten Duelle: 1. FC Saarbrücken – Hallescher FC

200px-Hallescher_FC.svg1. Hallenser gegen Halloren gegen Hallunken.

Das Wichtigste an erster Stelle: Sind’s Hallenser oder Halloren oder gar Hallunken? Die deutsche Ausgabe der Journalismus-Bibel Wikipedia stellt dazu fest: „Heutzutage werden Halloren jene genannt, die Mitglieder der Bruderschaft der Salzwirker im Thale zu Halle sind. Hallenser bezeichnet die in Halle geborenen Menschen, während die Zugezogenen scherzhaft „Hallunken“ genannt werden. Ein Hallunke kann niemals ein Hallore werden, ein männlicher Hallenser aber schon, wenn er nachweisen kann, dass ein Mitglied seiner Familie einmal in der Salzgewinnung tätig war.“

Das heißt in aller Kürze für das Spiel am Samstag: Außer dem gebürtigen Hallenser Toni Lindenhahn sind alle HFC-Akteure Hallunken und werden zu Halunken, wenn sie am Samstag dem 1. FC Saarbrücken auch nur einen Punkt stibitzen. Einfach, oder?

2. Die FCS-Abwehr gegen das Sturmtrio Furuholm, Sembolo, Bertram.

Zum Sportlichen. Tim Stegerer, Florian Ballas, Kevin Pezzoni und Martin Forkel standen in Stuttgart zumindest 89 Minuten konzentriert und zumeist sogar arbeitslos auf dem Platz. Dieses Luxus werden sie gegen den HFC wohl weniger genießen, da mit Tom Bertram, Francky Sembolo und Timo Furuholm wohl eine der gefährlichsten Angriffsreihen der Liga wartet. Zusammen sind die drei Spieler für 27 Treffer verantwortlich – mehr als die Hälfte aller Hallenser Tore (43). Bemerkenswert ist der Schnitt der Bielefelder Leihgabe Sembolo – in zwölf Spielen erzielte der im Winter ausgeliehene Stürmer bereits sieben Treffer. Der fleischgewordene „Teufelsdreier“ aus der Zeichentrickserie „Kickers“? Wir werden es sehen.

3. Tim Kruse gegen den Ex-Verein.

Ein Akteur auf Seiten der Gäste muss sich wohl für seinen Auftritt am Samstag keine besondere Motivation abholen. Tim Kruse, ehemaliger Lieblingsschüler des in dieser Saison beurlaubten Jürgen Luginger, ging im Zuge des Sasic-Transferwahnsinns zum HFC, um dort als Stammspieler zu brillieren. Mit Ausnahme des letzten Ligaspiels, das schon früh mit einem verletzungsbedingten Wechsel endete, verpasste Kruse keine Drittligaminute für seinen neuen Verein. Kein Wunder: In Saarbrücken konnte sich Luginger nie dafür entscheiden, ob Kruse eher im defensiven Mittelfeld oder in der Innenverteidigung besser aufgehoben ist. HFC-Trainer Sven Köhler hat es besser raus und sieht Kruse bislang überwiegend als Mittelfeldmann.

4. Heimschwache Molschder gegen auswärts unglückliche Hallenser.

Wer die Nase vorne haben wird? Eine schwierige Frage, da der 1. FC Saarbrücken mit nur fünf Siegen in 16 Ligaheimspielen bewiesen hat, wie löchrig das Mauerwerk in der Festung Ludwigspark ist – ungeachtet der schon schiefen Stufen der Stehränge und anderer renovierungsbedürftiger Ecken des über 60-jährigen Stadions. Auch die Tendenz der letzten sechs Spiele – ein Sieg und fünf Niederlagen – spricht klar gegen die Kilic-Truppe.

Aber auch der HFC gehört nicht zu den Mannschaften, die unter dem Ruf steht, in der Fremde auf Beutezug zu gehen. Seit dem 24. Januar gab es keinen Auswärtsdreier mehr (SV Wehen-Wiesbaden) und aus 17 Auswärtsspielen gab es bislang nur 16 Punkte insgesamt für den Tabellenachten.

5. Vereine gegen den drohenden Lizenzentzug.

Und dann wäre da noch die große Frage: Wer steigt ab? Bislang war es eher die Ausnahme in der Dritten Liga, dass am Ende auch die sportlichen Absteiger tatsächlich runter mussten. Finanzielle Probleme plagen die Vereine und zerstörten bereits mehrere hoffnungsvolle Fanträume. In Saarbrücken beflügelt derzeit eher die Aussicht, dass der ein oder andere Drittligist schon – so munkeln die berühmten Journalistenkreise – auf Abschiedstournee sei, ohne am Tabellenende zu stehen. Motivation genug, um nicht mit der Roten Laterne in den Sommer zu gehen.

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