Die fünf wichtigsten Duelle: Stuttgarter Kickers – 1. FC Saarbrücken

200px-Stuttgarter_Kickers_Logo.svg1. Kampf um Platz vier gegen Abstiegskampf

Die Stuttgarter Kickers haben zwar nicht unbedingt das, was jedermann einen Lauf nennen würde, sind aber relativ konstant und schwer zu schlagen. In den letzten zehn Spielen konnte nur der Chemnitzer FC die Kickers schlagen, sonst gab es stets einen Sieg (vier insgesamt) oder ein Remis (derer fünf). Mit nur sechs Punkten Rückstand auf den vierten Platz sind auch die Schwaben noch in der Verlosung um den direkten Startplatz für den DFB-Pokal drin – was angesichts der noch im eigenen Landespokal vertretenen SSV Ulm und SG Sonnenhof Großaspach ein erstrebenswerter Saisonabschluss wäre.

Beim FCS nähert sich seit Wochen die rechnerische Abstiegswahrscheinlichkeit dem „Point of no return“, moralisch bescheinigen einige Beobachter dem FCS längst abgestiegen zu sein. Ob dies in der Sommerpause mit der verfehlten Planung unter Jürgen Luginger begann oder erst mit der Verschlimmbesserung durch Milan Sasic, spielt zunächst keine Rolle. Wenn die BILD Saarland aber meint, heute Jürgen Luginger als möglichen FCS-Sportdirektor ins Gespräch bringen zu müssen, darf auch ich darauf hinweisen, was eben jener Ex-Übungsleiter mit nicht geringem Etat im Sommer 2013 angestellt hat.

2. Verletzungspech gegen Verletzungspech

Die Stuttgarter Kickers hat das Verletzungspech schwer erwischt. Mit Daniel Wagner und Markus Krauss fallen gleich zwei potenzielle Stammtorhüter für einen Drittligisten bis zum Saisonende aus, den Ersatz mimt seit drei Spielen Mark-Patrick Redl. Auch Marcos Álvarez, Daniel Engelbrecht und Mahir Savranlioglu fallen verletzungsbedingt aus.

Beim FCS ist das Verletzungspech eine längere und saisonübergreifende Geschichte, wobei sich hier die schweren Verletzungen mit den besonders verunsichernden leichten Verletzungen durchmischen und auch die Konstanz der Truppe schädigen. Zuletzt stand etwa das Fragezeichen hinter Florian Ballas und Marcel Ziemer, die in Stuttgart wieder dabei sein könnten. Auch Mounir Chaftar wurde verletzungsbedingt in der zweiten Halbzeit gegen Duisburg geschont – Einsatz fraglich. Noch keine Option sind Kim Falkenberg, Christian Eggert, Kevin Maek, und Thomas Rathgeber. Und auch wenn Philipp Kreuels und Stefan Reisinger theoretisch zum Einsatz kommen könnten, würden auch ihre jüngste Leistungen gegen den Einsatz in der Startelf sprechen.

3. Vincenzo Marchese gegen André Mandt und Manuel Zeitz

Die wichtigste Figur bei den Kickers ist der Mittelfeldmann Vincenzo Marchese. Der Böblinger verbrachte den Großteil seiner Karriere (von einem Ulmer Intermezzo abgesehen) in blau-weiß und ist mit 30 Jahren vielleicht in der Form seiner Karriere. Meist im zentralen Mittelfeld agierend kommt Marchese bislang auf zehn Saisontreffer und fünf Vorlagen – auch beim 2:2 in Rostock bereitete er wieder einen Treffer per Flanke vor.

Im Mittelfeld des 1. FC Saarbrücken fehlt jemand, der das sportliche Können mit Vereinsidentifikation vereint. Manuel Zeitz mag zwar zumindest als Sympathiefigur der Fans dienen, ist aber bislang immer dann überfordert gewesen, wenn Fuat Kilic ihn zu offensiv aufstellte. Ob der Trainer erkannt hat, wo die Stärken von Zeitz liegen? Sein defensiver Nebenmann André Mandt hatte bei der Niederlage vergangene Woche auch keinen allzu glanzvollen Tag erwischt, ist aber anders als Zeitz bislang der zentrale Mittelfeldmann, von dem man sich doch auch das offensive Element im Spiel erhoffen kann. Auch bei Leverkusen schaffte er es aus der defensiven Grundposition den Angriff zu beleben. Im besten Falle ersetzen also zwei Saarbrücker einen Marchese. Traurig, aber was kann man machen?

4. Marco Calamita gegen Martin Forkel

Die Odysse hat Marco Calamita wieder dorthin geführt, wo alles begann: Stuttgart. In der Jugend des VfB groß geworden, kurzzeitig auch die Stiefel für die Zweite der Kickers schnürend, folgten Verl, Elversberg, Kaiserslautern II, Wiesbaden, Pfullendorf, Burghausen, Braunschweig, Aalen. Der Schutzheilige der Drittligisten sozusagen. Im November heuerte der nun 31-Jährige also bei den Kickers an und hat zwar noch nicht die alte Treffsicherheit zurück, aber immerhin in bislang 16 Spielen zweimal eingenetzt.

Auf der linken Seite wird Calamita, sofern wieder im Aufgebot (in Rostock ging es nach 45 Minuten raus), wohl auf Martin Forkel treffen, der eigentlich im großen Plan der Saison als Trainer und Aushilfsspieler der zweiten Mannschaft vorgesehen war. Denkste. Das Kämpferherz kann niemand dem 34-Jährigen mit der 34 auf dem Rücken absprechen. Dennoch offenbarten die vergangenen Spiele auch klare altersbedingte Schwächen.

5. Fuat Kilic gegen potenzielle Nachfolger

Fuat Kilic war kurzzeitig sowas wie der erste Trainer, dem in Saarbrücken vielleicht das Herumreißen einer verkorksten Saison hätte gelingen können. Als Interrimstrainer brachte er der Mannschaft wieder die Freude am Fußball bei, distanzierte sich mit einem modernen Training vom Vorgänger Milan Sasic und innerhalb kürzester Zeit fuhr er ordentliche Beliebtheitswerte ein.

Nun ist nach drei Siegen in acht Spielen fast wieder entzaubert. Aufgrund des Misserfolgs natürlich, dann in der Tabelle hat sich der Verein keinen Schritt nach vorne bewegt. Aber aus Journalistenkreisen werden auch die Stimmen lauter, dass Kilic einzelnen Spielern falsche Aufgaben gibt. Patrick Schmidt musste etwa auf den Flügeln ran, obwohl er Mittelstürmer ist. Dann sorgte auch die nachträgliche Verpflichtung eines weiteren Co-Trainers, sowie die Posse des hütchenaufstellenden Video-Analysten für etwas Unmut und Skepsis. Klar ist nur: Kilic benötigt jetzt schon fast ein Wunder, um auch im nächsten Jahr von Präsident Hartmut Ostermann weiter als Cheftrainer beschäftigt zu werden. Anwärter auf den Posten gibt es nicht wenige.

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