Die fünf wichtigsten Duelle: 1. FC Saarbrücken – Borussia Dortmund II

200px-Borussia_Dortmund_logo.svg1. HG Saarlouis gegen den 1. FC Saarbrücken

Ungewohntes Vorspiel. Am Mittwoch trafen sich in der ehrwürdigen Startgartenhalle in Saarlouis zwei Abstiegskandidaten: Die HG Saarlouis und der 1. FC Saarbrücken – beide werden bekanntlich auch von Victor’s gesponsert. Der Anlass war Joachim Deckarms 60. Geburtstag und das Prinzip einfach: Eine Halbzeit Handball – die Sportart, in der Deckarm zur deutschen Spitze gehörte – und eine Halbzeit Fußball – die Sportart, in der der FCS mal zur deutschen Spitze gehörte. Im Fußball hatte erwartungsgemäß der FCS die Nase vorne, im Handball erwartungsgemäß die HGS. Ersatztorhüter Michael Müller soll sich auf fremden Terrain noch gut geschlagen haben, Abwehrrecke Florian Ballas sagte via Facebook: „Aber zwei Tore gingen auf mein Konto, eines geschossen und eines geworfen….“ Dass er so keinen Vertrag bei der HGS bekommt, weiß er selbst.

2. Marcel Ziemer gegen Marian Sarr

Zurück auf das Feld. Marcel Ziemer wird nach einer schwachen Hinrunde so langsam zur Lebensversicherung aus blau-schwarzer Sicht. In den letzten beiden Heimspielen erzielte Ziemer entscheidende Treffer, die wesentlichen Anteil am Punktgewinn hatten – und auch der Grund dafür sind, dass man sich in Saarbrücken noch mit dem Klassenerhalt beschäftigt.

An Ziemers Fersen darf sich Marian Sarr heften. Der 19-Jährige gehört zu den großen Talenten in der U23 der Dortmunder und wurde in dieser Saison mit zwei Einsätzen in der Bundesliga und einem Champions-League-Debüt in Marseille belohnt. In der Dritten Liga gehört Sarr zu den Ausnahmeverteidigern, seine Ausflüge in die Profiwelt waren hingegen eher wechselhaft und von Pech geprägt. Marian Sarr wird weiter seine Leistungen in der U23 zeigen müssen, um nächste Saison den Aufstieg über eine Beförderung durch Jürgen Klopp zu erhalten.

3. André Mandt gegen Ufuk Özbek

Wechselhaft ging es auch bei André Mandt zu. Der aus Leverkusen gekommene Mittelfeldspieler zeigte in den beiden letzten Heimspielen hervorragende Leistungen, gekrönt wurden diese von seinem Tor im Spiel gegen Regensburg. In Chemnitz stand Mandt hingegen neben sich, verpasste die Anfangsphase zumindest augenscheinlich komplett. Dennoch wissen der 1. FC Saarbrücken und vor allem Fuat Kilic, was sie an dem variabel einsetzbaren Spieler haben und würden gerne verlängern – was allerdings vor allem vom Klassenerhalt abhängig ist.

Nicht verlängert wurde Anfang der Saison zur Überraschung einiger und zur Bestätigung anderer der Vertrag von Ufuk Özbek. Der türkische Mittelfeldspieler kam unter Jürgen Luginger aus der Schalker Jugend zum FCS, ließ immer mal wieder ein spielerisches Genie durchblicken, war aber letztlich nicht konstant genug, um sich durchzusetzen. Anfang der Saison heuerte er in Dortmund bei David Wagner an und kam bislang auch nur auf acht Einsätze, bei der Heimniederlage gegen Rostock am vergangenen Wochenende dabei erst zum dritten Mal von Beginn an. Ihm kommt dabei zugute, dass der BVB II auf viele Stammkräfte verzichten muss. Zuletzt musste Özbek im defensiven Mittelfeld aushelfen – eine für ihn ungewohnte Position.

4. Borussia Dortmund II gegen Ausfälle

Generell scheint in Dortmund die Seuche zu grassieren – was die Ausfälle in der U23 angeht. Im Heimspiel gegen Rostock hatte David Wagner gerade einmal 16 Mann im Kader, den Ersatztorwart mit eingeschlossen. In Saarbrücken fehlen im definitiv Jannik Bandowski (Linksverteidiger), Mustafa Amini (Mittelfeld), Hendrik Bonmann (Tor) und der gelbgesperrte Tim Staude (Rechtsverteidiger). Den vermutlich schmerzhaftesten Ausfall hat Wagner mit Marvin Duksch zu verkraften, der bereits zwölf Tore in dieser Saison erzielte. Hinter dem Einsatz seines Sturmkollegen Bálint Bajner steht ein Fragezeichen. Für den FCS sind das alles natürlich weniger traurige Nachrichten.

5. U23-Mannschaften gegen ihr Aus

Nachrichten dieser Art gab es in den letzten Wochen für Fans von U23-Mannschaften. Anstoß gab ein Interview von Rudi Völler, Sportdirektor von Bayer 04 Leverkusen und Gesicht-in-Kameras-Halter, in der Sportbild. Ausgerechnet beim neuen Verein von Jürgen Luginger, der U23 der Werkself, könnte der Rotstift angesetzt werden, andere sind sich schon lange uneinig über den Sinn und Zweck dieser Jugendförderung. Einen längeren Text über den U23-Unsinn hatte ich bereits 2010 verfasst und würde eine andere Form der Jugendförderung beglückwünschen – alleine halte ich solch ein Interview für heiße Luft. Die Statuten sprechen eine eindeutige Sprache – und dass Völler hier den DFB angreift, dürfen eher gutgläubige Menschen erwarten. Genauso gutgläubig auch die Hoffnung, dass bei einem Abstieg des VfB Stuttgart deren U23 zwangsabsteigen müsste – nö, das muss sie nicht.

In eigener Sache: Nächste Woche werden an dieser Stelle mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine fünf Zweikämpfe für das Spiel in Darmstadt aufgelistet werden. Wer auf Vorberichte nicht verzichten will, möge in den Foren auf fc-saarbruecken.de und ludwigspark.de (Ja, es gibt ein Leben außerhalb des Gästebuchs) auf die Beiträge von goalgetter13 schauen – oder die Saarbrücker Zeitung und den aktuellen bericht im SR Fernsehen zu Rate ziehen.

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