Es geht nicht um Durchhalteparolen.

lkklZwei Tore in Chemnitz. Zwei für die falsche Seite und sieben Punkte Abstand zum rettenden Ufer. Enttäuschung, Frust, Verzweiflung. Viele Fans, die es leid sind, die diesen Verein wieder einmal leid sind. „Die Lichter gehen dann komplett aus“, habe ich diese Saison schon mehrfach gehört. So wie 2006. So auch im Sommer 2007. Und erst recht im Sommer 2008. Und wahrscheinlich kennen diesen Spruch auch Menschen, die schon zum 1. FC Saarbrücken gingen, als an mich noch keiner dachte.

Bestimmt habe ich in der Vergangenheit auch schwer lamentiert, als die Situation für die Blau-Schwarzen ganz ähnlich war. Ganz sicher sogar. Aber irgendwie habe ich derzeit keine Lust darauf. Nicht in dieser Saison. Vielleicht gab es vieles, was wir jetzt erleben, so schon in der Vergangenheit. Keine einheitliche Philosophie, die eine ganze Saison lang von Mannschaft und Trainer gelebt werden. Zu viele Schlachten auf Nebenschauplätzen. Zu viel Inkonstanz. Das alles hat den 1. FC Saarbrücken, vor Saisonbeginn von vielen als Aufstiegskandidat gehandelt, an den Rande des Abstiegs geführt.

Aber was spielt das jetzt noch eine Rolle?

Eine Ursachenforschung zum jetzigen Zeitpunkt der Saison befördert nur noch einmal die unangenehmen Emotionen zu Tage, die wir sowieso bereits durchlebt haben. Nur, dass es keinen Zugewinn bringt. Das kann auch nach Saisonende geschehen.

Und was bringt es, jetzt schon den Abstieg betrauern?

Auch nichts. Dass es schwierig werden würde, wussten alle Beteiligten spätestens seit der Niederlage bei der SV Elversberg. Alle wissen aber auch, dass ein Klassenverbleib rechnerisch weiterhin im Bereich des Möglichen liegt. Und dass in den letzten Jahren auch nicht immer die Mannschaften abgestiegen sind, die nach dem 38. Spieltag die Plätze 18, 19 und 20 belegten. Bevor keine Fakten geschaffen sind, muss sich der FCS nicht wie ein unheilbar Kranker behandeln lassen. Schon gar nicht von den eigenen Fans.

Und die „Ich-hab-es-schon-vorher-gewusst“-Sager? Was bringt mir Deine Kack-Rechthaberei denn? Wenn der FCS absteigt, habe ich nichts davon, dass irgendein Mensch es schon Monate vorher wusste. Wenn Du bitteschön so schlau bist, dann sag mir die Lottozahlen von nächster Woche. Wenn Du das nicht kannst, brauchst Du Dir auch auf ein Pseudo-Expertentum nichts einzubilden.

Es geht nicht um irgendwelche Durchhalteparolen.
Es geht nicht um reinen Zweckoptimismus.
Es geht nicht um Schönrednerei.

Es geht darum, wie in dieser Situation mit der Mannschaft und dem Trainer umzugehen ist. So lange der 1. FC Saarbrücken 2014/2015 noch in der Dritten Liga spielen kann und so lange die Spieler auf dem Platz zeigen, dass ihnen der Ausgang eines Spieles eben nicht egal ist, haben alle gegenseitigen Respekt und größtmögliche Unterstützung verdient. Das ist keine Frage von vermeintlicher Erfahrung, sondern eine des Stils und der Einstellung.

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