Die zweite Chance

04.08.13, DFB-Pokal 1. Hauptrunde: 1. FC Saarbrücken - SV Werder Bremen 3:1 n.V.

Philipp Kreuels (Foto: Oldforest.de/Leuchtturm)

Hey Philipp Kreuels,

normalerweise braucht es keine Ansprachen an einzelne Spieler. Fußball ist Mannschaftssport, klar. Und ob einzelne Spieler hier mitlesen? Ich weiß es nicht, aber vermutlich schon. Du auch? Das spielt keine Rolle. Ich will mich einfach nur an Dich wenden. Nicht, weil Du bislang besonders gut für den 1. FC Saarbrücken gespielt hättest. Nicht, weil ich mich immer noch über Deinen verweigerten Handschlag dem ehemaligen Trainer gegenüber aufregen würde. Aber auch nicht, weil das vergessen ist. Es geht um was anderes.

In den letzten Monaten war wenig von Dir zu Hören. Verbannung in die U23, Verletzung und ab diesem Moment zirkulierten vor allem Gerüchte. Denk Dir bitte nichts dabei, das ist eine alte Saarbrücker Tradition und wird hier auch genauso wenig enden wie Diskussionen über das Stadion oder der Traum von der Bundesliga. Ich selbst habe als Fan wenig Lust zu hören, dass es Differenzen zwischen Trainer und Spielern gibt, weil es mich in Saarbrücken immer vor die Entscheidung stellt: Für den Trainer oder für den Spieler? Im Mannschaftsfußball nicht einfach.

Jetzt hat der dritte Trainer der Saison, Fuat Kilic, den Kader ein weiteres Mal verkleinert. Und Du tauchst auch in der offiziellen Pressemeldung auf. Aber als Rückkehrer: „Nach der langen Pause benötigt der 29-jährige allerdings noch Zeit, bis er wieder voll belastbar ist und konnte bisher lediglich am Aufbautraining teilnehmen und Teile des Mannschaftstrainings absolvieren.“

Das hört sich noch nicht nach voller Belastung an, aber definitiv nach der zweiten Chance. Und die hat meiner Meinung nach jeder verdient – gerade in einer Situation, in der die Regionalliga näher als alles andere ist. Und es in der Mannschaft einen Mangel an zentralen Mittelfeldspielern gibt. Dass Du es gut kannst, hast Du im Pokalspiel gegen Bremen bewiesen. Der Pass auf Marcel Ziemer zum 3:1 wäre fast einzigartig, wenn Fußball eben nicht das schöne Spiel wäre, bei der alle Situationen immer wieder vorkommen können. Es sind immer 22 Spieler und ein Ball.

In einer bislang verkorksten Saison bist Du der Spieler mit der Nummer zehn auf dem Rücken. In jedem Verein ist das Tragen dieser Rückennummer eine Ehre. Bleib nicht eine blasse Nummer zehn! Es sind noch zwölf Spiele zu absolvieren und die Zeit wird knapp. Du wirst mit Deinem Rückstand vielleicht noch nicht am Samstag angreifen können. Und dennoch:

– Die Hinrunde spielt keine Rolle mehr.
– Gerüchte spielen keine Rolle mehr.
– Es geht nur um die Motivation, in dieser Situation noch einmal die komplette Bandbreite an Leistungen abzurufen.

Motivier Dich! Nutze diese Chance. Für Deine Kollegen, für die FCS-Fans, aber auch für Dich. Es geht um viel!

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