Stadionverbote gegen FCS-Fans – ohne Anhörung?

200px-SV_Elversberg_Logo.svgFür die Saarbrücker Fanszene stehen schwierige Wochen bevor. Im Nachgang zum Spiel SV Elversberg – 1. FC Saarbrücken vom 25. Januar 2014 wurden bislang gegen 18 Fans des FCS bundesweite Stadionverbote ausgesprochen. Laut mehreren Quellen sollen die Mehrzahl der Stadionverbote über eine Dauer von drei Jahren ausgesprochen worden sein und führende Köpfe der Virage Est betreffen. Zudem wurden mehrere Ermittlungsverfahren gegen knapp 30 Leute eingeleitet. Laut der Polizei in Neunkirchen werden den Beschuldigten Straftaten wie Landfriedensbruch, Körperverletzung, sowie das Abbrennen von Pyrotechnik zur Last gelegt.

SV Elversberg äußert sich nicht

Laut Informationen unseres Blogs scheint die SV Elversberg den Betroffenen weder die Gelegenheit zu einer Stellungnahme gegeben haben, noch die Möglichkeit einer Anhörung wahrgenommen zu haben. Diese sind in den am 1. Januar 2014 in Kraft getretenen DFB-Richtlinien zu Stadionverboten erwähnt als „Soll“-Regelung, die allerdings nicht verpflichtend für die Vereine ist. Auf eine Anfrage des FCSBlogs hin lehnte die SV Elversberg es ab, sich zu diesem Umstand zu äußern. Der Sicherheits- und Stadionverbotsbeauftragte des Drittligisten, Thomas Schmitt, teilte allerdings auf diese Anfrage hin mit:

Ich kann Ihnen aber versichern, dass sich die SV 07 Elversberg jederzeit  an den aktuell gültigen Richtlinien , seit 01.01.2014 in Kraft, zur einheitlichen Behandlung von Stadionverboten orientiert.

Auf die Nachfrage, ob dies als bedeute, dass die SV Elversberg auf Anhörungen verzichtet hat, antwortete Schmitt bislang nicht.

Für die Saarbrücker Fanszene könnten langjährige Stadionverboten gegen mehr als zwei Dutzend der führenden Gesichter der Virage Est gravierende Folgen haben. Zum einen hat die Virage Est die Fanszene in den vergangenen Jahren dominiert und im Stadion den E-Block als Stimmungsblock etabliert, sowie auswärts als Stimmungskern in Gästeblöcken gewirkt. Zum anderen hat das gesellschaftliche Engagement der Virage Est, nebst der Freundschaft nach Nancy, die Fanszene mitgeprägt. Möglicherweise könnte nun ein Generationswechsel im Block stattfinden – oder aber der D-Block nach einem weiteren Comebackversuch versuchen, eine sich abzeichnende Lücke zu füllen.

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6 Antworten zu Stadionverbote gegen FCS-Fans – ohne Anhörung?

  1. BD schreibt:

    Ich glaube ich verstehe was grundsätzliches nicht. Warum ist die SVE dafür verantwortlich ? Wer spricht denn das Stadionverbot aus ? Doch nicht der Verein ?

    • Carsten schreibt:

      Antworten auf diese Fragen:

      http://www.dfb.de/uploads/media/Richtlinien_zur_einheitlichen_Behandlung_von_Stadionverboten_-_ab_01.01.2014.pdf

      Dass „die SVE dafür verantwortlich“ ist, steht an keiner Stelle. Es hat lediglich etwas Negatives, dass die SV Elversberg womöglich nicht die Soll-Regelung für Stellungnahmen und Anhörungen nicht umsetzt, obwohl dies andere Vereine seit Jahren praktizieren.

      • Dirk D. schreibt:

        Eine Soll Regelung ist aber keine Ist-Regelung-ob andere Vereine dies nun anders umsetzen ist dabei erst einmal nicht relevant.
        Ist ein Stadionverbot ohne Stellungnahme erfolgt, IST der Betroffene allerdings darauf hinzuweisen,dass er eine Stellungnahme abgeben kann,

        Also hat die SVE alles richtig gemacht, wenn der Betroffene darauf hingewiesen wurde(was man aber nicht weiß )

        Und ob die VE nun als wichtiger Teil der Fanszene gilt oder nicht ist für ein Stadionverbot auch nicht relevant, sondern eher das Vergehen, welches zum Stadionverbot führte!

    • BD schreibt:

      OK, ich dachte für Anhörungen, etc. wäre allein die Polizei verantwortlich. Wieder was gelernt. Ich kenne mich ja nicht aus, aber wäre das nicht ein typischer Formfehler, wenn die Richtlinien des DFB nicht eingehalten werden ?

      • Carsten schreibt:

        Wie bereits geschrieben: „Es hat lediglich etwas Negatives, dass die SV Elversberg womöglich nicht die Soll-Regelung für Stellungnahmen und Anhörungen nicht umsetzt, obwohl dies andere Vereine seit Jahren praktizieren.“ Sollen ist noch nicht müssen. Trotzdem unfeines Verhalten.

  2. BD schreibt:

    Wobei ich gerade lese, dass eine Anhörung auch schriftlich nachgereicht werden kann, der Verein allerdings darauf hinweisen muss.

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