Die fünf wichtigsten Duelle: 1. FC Heidenheim – 1. FC Saarbrücken

Foto: 1. FC Heidenheim

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1. Neureiche gegen Traditionalisten

Das Duell Heidenheim gegen Saarbrücken ist ein Kräftemessen von Stellvertretern zweier im Fußball derzeit heftig diskutierter Ausrichtungen: Auf der eigenen Seite der 1. FC Heidenheim 1846, dessen im Namen genanntes Gründungsdatum rein garnichts mit den 2007 aus einer Abspaltung eines 1972 gegründeten Vereins hervorgegangenen Fußballern zu tun hat. Ein „Kunstprodukt“, das mit einem finanzstarken Unternehmen im Hintergrund schon den Sprung in den Profifußball geschafft hat und dank kluger Investitionen wohl auch künftig ein Dauergast in der Zweiten Bundesliga wird. Der Verein präsentiert sich dabei bewusst modern und schlägt Saarbrücken auch in Kategorien wie Stadion, Marketing und Pressearbeit um Längen – und schafft es, die sportliche Euphorie in Zuschauerzahlen (Schnitt: 8133 Zuschauer) umzumünzen.

Auf der anderen Seite der FCS, jüngst von der Sportschau als „HSV der Dritten Liga“ beleidigt. Wobei es durchaus einen wahren Kern gibt: Obwohl allein das gefühlte Zuschauerpotenzial weit über den Sandhausens und Aalens der Republik liegt und auch der Sponsor nicht arm wie eine Kirchenmaus ist, scheint der sportliche Erfolg anders als bei den Neureichen kein Selbstläufer. Liegt es an traditionellen Verfehlungen? Am Namen, der eher die geltungssüchtigen Spieler und Trainer als die tüchtigen anzieht? Wer Antwort auf diese Fragen hat, möge sich bitte melden. Aber vermutlich gehört er auch wieder nur zur ersten Kategorie.

2. Lukas Kohler gegen Marc Schnatterer

Lukas Kohlers Wechsel nach Heidenheim verwunderte etwas, waren doch die Ambitionen dort bekannt und überstiegen das, was die Meisten vom Saarbrücker Urgestein erwarteten. Nach Einsätzen in der Zweiten Mannschaft ohne Aussicht auf Verwendung in der Dritten Liga, verpflichtete Milan Sasic den Defensiv-Allrounder leihweise für seinen ehemaligen Verein. Abstieg oder Aufstieg für den Spieler? Das ist schon eine zu philosophische Frage, als dass die Suche nach Antwort lohnt.

Was aber lohnen könnte: Eine Rückkehr Kohlers in die Startelf. Raffael Korte und Philipp Hoffmann sind gesperrt, Kevin Pezzoni fällt womöglich verletzt aus. Das erfordert Umstellungen. Kohler könnte auf dem Flügel gegen seine Ex-Mitspieler aus Heidenheim ran – schließlich hatte er immerhin ein halbes Jahr Zeit, zumindest im Training (quasi nun als Doppelagent), Informationen über die Stärken und Schwächen der Heidenheimer zu sammeln. Gerade gegen den Ausnahmespieler des FCH, Marc Schnatterer, könnten solche Erkenntnisse Gold wert sein. Die Nummer sieben kommt meist auf den Flügeln zum Einsatz, ist aber bekannt für seine offene Spielweise. Vielleicht der Mann, auf den ein anderer Allrounder wie Kohler aufpassen könnte?

3. Sven Sökler gegen Ex-Verein und den eigenen Leistungsschwund

Die Nummer zehn in Heidenheim hat es dagegen im Moment nicht einfach. Seit dem Sommer fehlt in Saarbrücken eine Sökler-Figur auf dem Platz, die den Gegner mit spontanen Aktionen durchbricht, hinter Marcel Ziemer für Aktionen sorgt und eine gute Spielübersicht besitzt. In Heidenheim scheint Sökler nicht so sehr zu fehlen: Nach einer Rolle als Stammspieler zu Saisonbeginn hat sich der Mittelfeldspieler seit dem 16. Spieltag ausnahmslos in der Rolle des Einwechselspielers wiedergefunden. Der Tabellenführer – seit 13 Spielen ohne Niederlage – verzichtete in den letzten beiden Spielen sogar darauf, Sökler einzuwechseln.

Was nun, Sven Sökler? Der 29-Jährige befindet sich in einem Alter, in dem der Zug in Richtung Zweite Liga fast abgefahren ist. Der Profifußball wird schneller, anspruchsvoller und die Topleistungen rufen Spieler immer früher in ihrer Karriere ab. Heidenheim scheint der Aufstieg nicht mehr zu nehmen. Wird dann Sven Sökler aber noch eine Rolle spielen? Das Duell mit seinem Ex-Verein könnte Sökler noch eine Chance geben, sich in Frank Schmidts Mannschaft unverzichtbar zu spielen.

4. Heidenheim gegen Essen und Trinken

Heidenheim verbietet laut den Informationen der Fanbetreuung und der Fankontaktstelle Innwurf neben den Klassikern „was von Seiten des DFB verboten ist“ auch „Getränke“ und „Essen“. Obwohl zwei Stunden ohne alkoholfreies Bier und fettiger, ungenießbarer Bratwurst aus Baden-Württemberg durchaus zu verkraften sind, sind hier eigentlich Nichtregierungsorganisationen einzuschalten. Man stelle sich nur vor, der Essensstand im Gästebereich der Voith-Arena widersetzen sich dem Verbot von Getränken und Nahrung: Promt müssten Ordner das illegale Restaurant stürmen und die Verkäufer mittels blauer Flecken von der Falschheit ihres Tuns überzeugen!

5. Burghausen gegen Elversberg

Das Konkurrentenduell des Spieltages. Burghausen, zwei Punkte vor dem FCS, empfängt den zweiten Saarländer in der Dritten Liga, Elversberg. Diese befinden sich nur noch zwei Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt und ließen zuletzt gegen Preußen Münster wichtige Zähler liegen. Burghausen gelangen nach der Winterpause schon zwei Siege und wird gegen formschwache Elversberger in der Lage sein, den dritten Sieg einzufahren. Für den FCS würde das den Abstand zu einem direkten Konkurrenten vergrößern – vorausgesetzt es kommt zum Punktverlust in Heidenheim.

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