From worst to best: Rückkehrer 2003/04 bis 2012/13 (Teil I)

Pierre Hallé

Pierre Hallé

In der ersten Rangliste „von schlecht bis recht“ habe ich die Winterneuzugänge der Jahre 2004 bis 2013 unter die Lupe genommen. Anlass ist der Kaufrausch des 1. FC Saarbrücken in der gerade abgeschlossenen Transferperiode, der in einigen Jahren für eigene Blogeinträge sorgen wird. Einige der Winterneuzugänge sind dabei keine neuen Gesichter: Manuel Zeitz machte seine ersten Schritte im Profibereich beim 1. FC Saarbrücken, ebenso Lukas Kohler. Florian Ballas war hingegen zwar vorher nie in der ersten Mannschaft aktiv, aber dafür lange in der Jugend des FCS. Anlass für mich, mal einen Blick auf frühere Rückholaktionen zu werfen. Und siehe da: Man wird leicht fündig.

Gezählt wurden in dieser Auflistung alle Rückkehrer, die ein zweites (oder drittes) Mal zum 1. FC Saarbrücken kamen und dann im Profibereich eingesetzt wurden – oder wenigstens als Kadermitglied zählten. Sprich: Auch ein Florian Ballas würde – obwohl er vorher nie in der Ersten spielte – in der Liste auftauchen. Nicht berücksichtigt wurden Rückkehrer nach Leihgeschäften, da diese beim FCS meist mit einem Abgang des Spielers endeten – etwa bei Christian Stuff oder Gunter Thiebaut. Da es dieses Mal viele Kandidaten gibt, wird die Rangliste aufgeteilt. Jede Woche werden neue Rückkehrer präsentiert – bis wir bei den Spitzenreitern ankommen. Und nun die schlechtesten Rückkehrer in dieser rein subjektiven Auflistung.

Platz 20 – Pierre Hallé – Stürmer – 2001-2003 und 2008/2009 beim FCS

Der aus der HSV-Jugend gekommene Kameruner zählte im Abstiegsjahr 2001/2002 zu den kleinen Lichtblicken und machte gegen Saisonende mit einigen Treffern auf sich aufmerksam. Im Regionalligajahr 2002/2003 zumindest zu Beginn beständig (Acht Treffer in 29 Spielen), wechselte danach nach Emden. Als der FC Kutzhof unter Dieter Ferner und mit kräftiger Unterstützung eines lokalen Geldgebers in Richtung Oberliga wollte, war Hallé Teil des Plans. Kutzhof schaffte die Meisterschaft der Verbandsliga – musste aber vor dem Beginn der Oberligasaison schon einen Rückzieher machen, da der Geldhahn zugedreht wurde.

Hallé ging zum FC 08 Homburg und zählte 2006/2007 zu den Leistungsträgern (elf Tore). Nach einem eher geräuschlosen Intermezzo in Gütersloh zog es den Stürmer zurück ins Saarland. Wieder war es Dieter Ferner, diesmal war der Wiederaufbau beim 1. FC Saarbrücken die Mission. Doch Hallé war weit von der Form alter Tage entfernt, selbst der nun fünftklassigen Oberliga war Hallé nicht mehr gewachsen. Nach nur 37 Minuten Einsatzzeit in einer Saison verschwand der Ferner-Liebling wieder. Laut Transfermarkt.de heute bei einem Amateurverein in Schleswig-Holstein unter Vertrag.

Platz 19 – Julien Lücke – Defensives Mittelfeld – 2003 bis 2006 und 2006/2007 beim FCS

Der Defensivspezialist mit der diskussionswürdigen Frisur begann in der Jugend des Stadtrivalen Saar 05. Gegenüber eingeschfleischten FCS-Fans soll er damals nicht unbedingt wohlwollend von den Blau-Schwarzen geredet haben – was aber kein Grund für Lücke darstellte, einen Wechsel ins FCS-Lager abzulehnen. In der Jugend machte er den 1. FC Köln – seit jeher bekannt für ein gutes Scouting im Saarland – auf sich aufmerksam. Nach einem halben Jahr in der U23 der Geißböcke ging es zurück zum Henke-FCS der Saison 2006/2007. Dort kam Lücke meist in der Abwehr zum Einsatz – war aber selbst in einer Mannschaft, die auf den Abstieg zusteuerte, nur Mitläufer.

Lücke wie sein Kollege Philipp Haastrup ging für zwei Jahre zum holländischen Zweitligisten MVV Maastricht, wo er zwei Jahre zumeist als Ergänzungsspieler wirkte. Danach ging es nach Neunkirchen und Köllerbach, wo er seine Karriere im Sommer 2008 im Alter von Mitte 20 beendete.

Platz 18 – Tim Bauer – Abwehr – Bis 2004 und zwischen 2009 und 2011 beim FCS

Schon früher als Julien Lücke war der 1. FC Köln auf Tim Bauer aufmerksam geworden. Der Linksverteidiger ging schon mit 16 Jahren an den Rhein und reifte bis zum Stammspieler in der zweiten Mannschaft des „Eff-Zeh“. Nach dem Aufstieg des 1. FC Saarbrücken in die Regionalliga West sah Dieter Ferner in dem blonden Spieler den neuen Linksverteidiger. Im Aufstiegsjahr war dann aber der gelernte Stürmer Lukas Kohler die erste Wahl auf dieser Position. Bauer machte nur vier Spiele, keines davon über die vollen 90 Minuten.

Nach einem halben Jahr in der zweiten Mannschaft des FCS zog es den Saarländer zurück an den Rhein. Nach einem Übergangszeitraum in Junkersdorf schloss sich Bauer dem Mäzenprojekt Viktoria Köln an und kam in der Saison 2011/12 immerhin auf 18 Einsätze. Seither verlaufen sich seine Spuren, im höherklassigen Fußball ist er jedenfalls derzeit nicht auffindbar.

Platz 17 – Harald ‚Harry‘ Ebertz – Torhüter – von 1996 bis 2001 und 2003 bis 2005 beim FCS

Dass der aktuelle Vizepräsident des FCS in dieser Auflistung vorkommt, mag dem ein oder anderen kurios erscheinen. Harald Ebertz hütete von 1996 bis 2001 – am Ende im Wechsel mit Peter Eich – das Tor des FCS. 2001 ging er zu den Stuttgarter Kickers, bis er 2003 eigentlich sein Karriereende einleiten wollte. Im Oktober 2003 war dann das Verletzungspech beim 1. FC Saarbrücken II so groß, dass Ebertz von Dieter Ferner reaktiviert wurde. Schließlich musste Ebertz dann sogar noch einmal selbst ran und durfte sich gegen Ende der Saison – als es wieder an anderen Stellen mangelte – als Stürmer ran. Am 33. Spieltag der Saison 2003/2004 dann der große Moment: Eine Viertelstunde vor Schluss als Feldspieler eingewechselt, traf Ebertz zum 4:0-Endstand über Hassia Bingen.

Im Zweitligajahr gab es dann sogar die Beförderung für Ebertz: Als Peter Eich erneut einen anderen Torhüter verdrängte (diesmal Erol Sabanov) wurde Ebertz für den Profikader als Dritter Torhüter nominiert. In der U23 kam er weiter zum Einsatz, durfte unter anderem im Saarlandpokalfinale in Schiffweiler gegen Kutzhof an. Im Elfmeterschießen triumphierte dann der spätere FCS-Torhüter Enver Marina über den heutigen Vize-Präsidenten.

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